1945 bis 1949 Aufbruch in Trümmern

Die Fernsehdokumentation von Reinhard Joksch, Burkhard Kunst und Karsten Laske thematisiert die deutsche Nachkriegszeit in der Sowjetischen Besatzungszone. Sie beschreibt die historischen Entwicklungen, die zur Gründung der DDR im Oktober 1949 führten. Das alltägliche Leben der Menschen in schwieriger Zeit steht im Mittelpunkt der Serie.

Trümmerarbeit
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Nachkriegs-Weihnacht 1945 mit unverhofften Gästen

Die 16-jährige Emilie Hoffmann erlebte die Friedensweihnacht 1945 in Brehme am Fuße des Harzes. Die Rotarmisten hatten den Vater verhaftet und sich im Gasthof der Familie einquartiert. "Heiligabend fingen wir an, Weihnachtslieder zu singen. Die Russen, diese kahl geschorenen Köpfe, guckten plötzlich durch die Tür. Meine Mutter ging hin und holte sie rein und verteilte Plätzchen." Emilie Hoffmann war entsetzt. Ein junger russischer Soldat kam zu ihr, zeigte ein Medaillon und sagte: "Das ist meine Mamuschka. Du hast eine Mama, die ist charascho."

Depression und Hoffnung, Demontage und Aufbau

Leben in der Sowjetischen Besatzungszone: Für die Menschen hieß das Trümmer, Hunger, Not, Krankheiten und tiefe Depression. Die Sowjetische Militäradministration hatte die absolute Macht. Sie kümmerte sich um den Aufbau und ließ gleichzeitig Fabrikanlagen demontieren. Sie brachte Kultur und Unterdrückung. So fürchteten die Besatzer nationalsozialistische Terrorgruppen. Es kam zu willkürlichen Verhaftungen wie bei Gerhard Fischer aus Brandenburg. Er wurde wird zur Polizei bestellt und landete in den Fängen des sowjetischen Geheimdienstes.

Unrecht und Hoffnungen im Aufbruch

"Aufbruch in Trümmern" zeigt, wie östlich der Elbe die Weichen für die Entwicklung der nächsten Jahrzehnte gestellt wurden. Politisch durch Einsetzung kommunistischer Kader an der Spitze von Verwaltung, Staat und Sozialistischer Einheitspartei. Ökonomisch durch Enteignungen, Bodenreform und Planwirtschaft. Ideologisch durch Personenkult um Stalin, Schaffung von Einheitsgewerkschaft und Jugendverband. Der Film beschreibt das schwierige Verhältnis von Siegern und Besiegten. Er spürt Hoffnungen in jenen Jahren des Kalten Krieges nach, ohne das Unrecht zu vergessen, das auf die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs folgte.