Striktere Trennung von Kirche und Staat?

Die Trennung von Kirche und Staat ist in Deutschland nicht so strikt wie in manchen anderen Ländern, etwa in Frankreich. In Deutschland beispielsweise erhebt der Staat die Kirchensteuer, gesetzliche Feiertage sind geschützt, an den Schulen gibt es Religionsunterricht, und die Kirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Bei der Frage, ob eine striktere Trennung von Staat und Kirche notwendig ist, sind die Deutschen gespalten. 50 Prozent antworteten hier mit "Nein", 44 Prozent hingegen mit "Ja". Der Rest ist zufrieden mit dem jetzigen Zustand oder hatte keine Meinung zum Thema. Der Forderung nach weniger Einfluss der Kirche im Staat schließen sich vor allem Männer an: Jeder Zweite (52 Prozent) stimmte hier mit "Ja", bei den Frauen sprach sich hingegen nur jede Dritte (36 Prozent) dafür aus. Zu den Befürwortern einer strikten Trennung von Kirche und Staat gehören vor allem B90/Grüne-Wähler (56 Prozent), bei den CDU-Wählern sind es nur 34 Prozent (Linke: 45 Prozent, FDP: 44 Prozent, SPD: 42 Prozent).

Zufrieden mit der Situation, wie sie jetzt ist, sind vor allem die Katholiken. Sie sprachen sich mehrheitlich (60 Prozent) für die Beibehaltung des Status Quo aus. Bei den Protestanten waren es etwas weniger: Hier lag der Anteil bei 55 Prozent.