Ungarn 1989: Ein Schnitt, der die Welt veränderte

Eine Frau kratzt das DDR-Autokennzeichen von der Heckscheibe
Vorbereitung auf das Leben im Westen: Das DDR-Autokennzeichen wird abgekratzt. Bildrechte: dpa
Eine Mutter und ihr Kind schlafen in einem Trabbi
Ausreisewillige DDR-Bürger wie diese Mutter mit ihrer Tochter campieren im August 1989 in ihren Autos vor der bundesdeutschen Botschaft in Budapest. Sie warten wie viele Tausende andere DDR-Bürger auf eine Ausreisemöglichkeit in den Westen. Bildrechte: dpa
Eine Frau kratzt das DDR-Autokennzeichen von der Heckscheibe
Vorbereitung auf das Leben im Westen: Das DDR-Autokennzeichen wird abgekratzt. Bildrechte: dpa
DDR-Flüchtlinge mit ihren Kindern gehen durch das geöffnete Grenztor
Unter DDR-Bürgern in Ungarn hatte sich die mit Flugblättern beworbene Veranstaltung wie ein Lauffeuer herum gesprochen. Mehr als 600 DDR-Bürger nutzten die Gunst der Stunde und schlüpften durch die offene Grenze in den Westen. Nach dem Paneuropäischen Picknick verschärfte die ungarische Regierung die Bewachung seiner Westgrenze, um die Genossen in der DDR nicht weiter zu provozieren. Bildrechte: dpa
Alois Mock und Gyula Horn durchtrennen 1989 den Eisernen Vorhang.
Ein Schnitt veränderte die Welt: Der Eiserne Vorhang zwischen Ost und West bekam Löcher. Alois Mock, damals Außenminister von Österreich, und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn durchtrennten am 27. Juni 1989 den Stacheldraht an der österreichisch-ungarischen Grenze. Bereits Anfang Mai 1989 hatte Ungarn begonnen, die Grenzsperren nach Österreich abzubauen. Die Begründung: Die Grenzzäune wären alt und verrostet. Die UdSSR wollte aber keinen neuen liefern und Ungarn kein Geld mehr dafür ausgeben. Warum auch? Seit 1988 hatten die Ungarn Reisefreiheit. - Das Bild selbst war freilich gestellt: Als Horn und Mock den Zaun durchschnitten haben wollen, gab es zwischen Ungarn und Österreich schon gar keinen mehr, es musste vielmehr für das "historische" Foto ein neuer gezogen werden. Bildrechte: dpa
Massenflucht von DDR-Bürgern über Österreich
Am 19. August 1989 fand ein sogenanntes Europa-Picknick bei Sopron statt. Für drei Stunden sollte symbolisch das Grenztor nach Österreich geöffnet werden. Ungarn war kurz zuvor der Genfer Flüchtlingskonvention beigetreten und konnte nun gegenüber der DDR argumentieren, dieser internationale Vertrag wiege schwerer als eine zweiseitige Vereinbarung, die Ungarn eigentlich verpflichtete, die Fluchtwilligen an die DDR auszuliefern. Bildrechte: dpa
Ein Flüchtling zeigt seinen Ausweis durch die Autoscheibe
Ab dem 11. September konnten DDR-Bürger ungehindert aus Ungarn in den Westen ausreisen. Der 39-jährige Ost-Berliner Kantinenbetreiber Gerhard Meyer zeigt am Kontrollpunkt Passau die Ausweise vor. Als erster DDR-Flüchtling erreichte er mit Frau und Kindern nach der Öffnung die Grenze von Ungarn nach Österreich. Mehr als 10.000 DDR-Bürger flüchteten an diesem Tag über Ungarn und Österreich in die Bundesrepublik. Bildrechte: dpa
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