Stichwort Limex-Sonderprogramm für den Kirchenbau

Die DDR, die an chronischem Devisenmangel litt, sah 1972 eine Chance, an dringend benötigte Valuta zu gelangen. Hilfe sollte ausgerechnet von den beiden ungeliebten Kirchen kommen.

Diese benötigten dringend neue Gemeindezentren oder die Reparatur maroder Kirchenbauten sonstiger Einrichtungen stand an. Hierfür hatten diese weder das Geld noch Zugriff auf die benötigten Bauleistungen. Nach einem Beschluss des DDR-Ministerrates vom Dezember 1972 sollten die Kirchen für die erforderlichen Bauarbeiten DM aus dem Westen erhalten können. Das Westgeld konnte dann zu einem Kurs von 1:1 in DDR-Mark umgerechnet und  über das Außenhandelsunternehmen Limex für Bauleistungen staatlicher Unternehmen ausgegeben werden. Für den Zeitraum von 1973 bis 1980 sollten so 55 Millionen DM für das Kirchenbauprogramm in der DDR sowohl für Protestanten als auch für Katholiken bereitgestellt werden. Bei der katholischen Kirche sammelte der Caritasbeauftragte der Berliner Bischofskonferenz die Wünsche der Bistümer ein und leitete sie weiter. Die eigentlichen Baumaßnahmen vor Ort wurden von den bischöflichen Ordinariaten geleitet. Die Bauhilfe aus dem Westen organisierte das Bonifatiuswerk. So wurden bis 1984 alleine aus diesen Mitteln 69 katholische Kirchen und Gemeindezentren errichtet.

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2016, 18:58 Uhr