Umfrage Klimaabgabe im Osten umstritten

Die Kritik an der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgeschlagenen Klima-Abgabe für alte Kohlekraftwerke reißt nicht ab. Wie aus einer Infratest dimap-Umfrage im Auftrag des MDR hervorgeht, lehnen die Einwohner der Braunkohleförderländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg eine Klimaabgabe für ältere Kraftwerke mehrheitlich ab. Gegen den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatten sich 55 Prozent aller Befragten ausgesprochen, nur 33 Prozent stimmten dem Vorhaben zu.

Braunkohleländer wollen länger mit Ausstieg warten

In den ostdeutschen Braunkohleförderländer kann sich laut Umfrage fast jeder Zweite vorstellen, mit dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung noch 30 Jahre oder länger zu warten. Eine Vorstellung, die andere Bundesbürger nicht teilen. Die Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) plädiert laut Umfrage für einen Ausstieg aus der Braunkohleförderung innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahre. Für die Umfrage wurden 1.006 Menschen befragt.

Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen.
Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf in Sachsen. Bildrechte: imago/imagebroker

Was steckt hinter der Klimaabgabe?

Im Dezember hatte die Regierung beschlossen, mehr klimaschädliches Kohlendioxid einzusparen, als bislang geplant. Wirtschaftsminister Gabriel hatte vorgeschlagen, ältere Kohlekraftwerke mit einer eine Klimaschutzabgabe zu belegen, wenn sie einen bestimmten Grenzwert beim CO2-Ausstoß überschreiten. Der Plan stößt auf breiten Widerstand. Gewerkschaften und kohlefördernde Länder wie Sachsen und Brandenburg sehen Tausende Arbeitsplätze in Gefahr, wenn Kraftwerke aufgrund der steigenden Kosten vorzeitig vom Netz gehen müssten.

Wer der Braunkohle weichen musste

In Sachsen sorgt die Braunkohle nicht nur für Arbeitsplätze, die Kehrseite der Medaille ist: In der Vergangenheit mussten zahlreiche Orte der Braunkohle weichen, darunter das einst 300 Einwohner zählende Heuersdorf.

Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2016, 16:18 Uhr