Die Kreml-AG

Wladimir Putin
Wladimir Putin, der starke Mann aus dem Geheimdienst, sollte es richten. Bildrechte: IMAGO

Putins Machtantritt im Jahr 2000 war für viele Russen mit der Hoffnung auf einen Wandel verbunden. Das Land hat gerade die "dunklen 90er" hinter sich gelassen – verarmt, enttäuscht, verbittert. Der starke Mann aus dem Geheimdienst sollte es richten. Von Anfang an hatte der neue Präsident auf dem Weg zur "souveränen Demokratie" gewaltige Problembereiche auf seiner Agenda: Bekämpfung der Korruption, Zerschlagung der Oligarchie und Steigerung des allgemeinen Wohlstands.

Nach 15 Jahren seiner Regierung sind Löhne und Renten im Land tatsächlich deutlich gestiegen - allerdings fast ausschließlich basierend auf den gestiegenen Ölpreisen, der Haupteinnahmequelle des Landes. Die Oligarchie aus der Jelzin-Zeit gilt als zerschlagen, trotzdem beherrschen etwa 100 Leute aus der näheren Umgebung Putins 40 Prozent aller Reichtümer des Landes – viele kommen wie er selbst aus den Geheimdiensten. Und die Korruption hat in Russland unter Putin ständig weiter zugenommen. Laut "Transparency Internationalaktuell" liegt die Russische Föderation auf Platz 136 – zwischen Nigeria und den Komoren.

Die Hochhäuser des Geschäftszentrums Moskau City im Abendlicht. 2 min
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Regierung wie Wirtschaft Russlands funktionieren nach dem Motto: Für Freunde alles, für Feinde das Gesetz. Der Journalist Luke Harding nennt das gesamte Phänomen die Kreml-AG.

MDR FERNSEHEN Mo 17.08.2015 22:05Uhr 01:35 min

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Zuletzt aktualisiert: 04. Januar 2016, 18:50 Uhr