Finissage Roberto Yañez' "Metamorphosen" fast ausverkauft

Drei Monate lang hatte der chilenische Maler und Lyriker Roberto Yanez 22 seiner stark vom Surrealismus und vor allem von Max Ernst inspirierten Gemälde in der Galerie Kornfeld in der Berliner Fasanenstraße präsentiert. Am Samstag, dem 15.02. 2014, ist die Finissage.

Zur Ausstellungseröffnung am 12. November 2013 hatten sich etwa 200 Besucher eingefunden - Charlottenburger Bohème und viele Leuten aus dem Ostteil der Stadt. Dicht an dicht drängten sie sich in den Räumen der Galerie. Viele von ihnen wollten gewiss vor allem dem Maler Roberto Yañez begegnen, dem Enkel von Margot und Erich Honecker, der seit 1990 in Chile lebt und nun erstmals wieder in seine Geburtsstadt gekommen war – einstige Schulkameraden, Freunde sowie einige alt gewordene Vertreter der einstigen DDR-Nomenklatur, die mit Erich Honecker auf vertrautem Fuß standen.

Roberto Yañez irritiert: "Ich habe doch gar nichts weiter mit der DDR und dem SED-Chef Honecker zu tun. Aber irgendwie aber eben doch", musste er einräumen, "ich bin halt der Enkel…" - Die Ausstellung, die Roberto Yañez mit einer Lesung aus seinem im Insel Verlag erschienenen Gedichtband eröffnete, war jedenfalls der Höhepunkt seiner insgesamt vierwöchigen Berlin-Reise. 

Roberto Yañez hat sich nach dem turbulenten Ausflug in seine alte Heimat wieder in sein kleines Atelier in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso zurückgezogen - er malt und schreibt. Und weil er in Berlin immerhin achtzehn Bilder verkaufen konnte, kann er nun erstmals weitestgehend ohne finanzielle Sorgen leben und arbeiten. Und auch seine Großmutter Margot Honecker war nach anfänglicher Skepsis einverstanden mit dem Auftritt ihres Enkels in Deutschland.   

Chile, so sagte Roberto Yañez im November in Berlin, wird er nicht verlassen. Dort fühlt er sich heimisch. Dort ist er zu Hause. Aber ab und an nach Berlin zu kommen, das könnte er sich durchaus vorstellen.