SED - Sozialistische Einheitspartei Deutschlands

Die Mitglieder des letzten Politbüros

Günter Schabowski (ehemaliges Mitglied des ZK der DDR)
Günter Schabowski Weltberühmt wurde der Ostberliner SED-Chef Günter Schabowski, Politbüromitglied seit 1984, als er am 9. November 1989 auf die Frage eines italienischen Journalisten, wann das neue Reisegesetz der DDR in Kraft trete, nuschelte: "Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich." Bildrechte: IMAGO
Egon Krenz
Egon Krenz Egon Krenz, geboren 1937, galt wegen seines ewigen FDJ-Vorsitzes (1974-1983) als der Berufsjugendliche der DDR und seit seinem Aufstieg ins Politbüro 1983 als "Kronprinz" Honeckers. Und tatsächlich wurde er im Herbst 1989 SED-Chef und Staatsratsvorsitzender. Aber die DDR war da schon am Ende. 1999 wurde Krenz wegen der Schüsse an der innerdeutschen Grenze zu sechs Jahren Haft verurteilt, von denen er vier in Berlin-Plötzensee absaß. Heute lebt er im Ostseebad Dierhagen und schreibt an seinen Erinnerungen. Bildrechte: dpa
Mitglieder der SED-Führung winken
Werner Jarowinsky Zu den Mitgliedern des letzten Politbüros gehören auch Werner Jarowinsky (5. v. re., zwischen Egon Krenz und Horst Sindermann) und Wolfgang Rauchfuß (nicht im Bild). Der promovierte Rechtswissenschaftler Jarowinsky (1927-1990) war seit 1984 Mitglied des Politbüros und mit dem undankbaren Bereich "Handel und Versorgung" und der "Kirchenpolitik" betraut. Rauchfuß (1931-2005) wurde am 8. November 1989 ins Politbüro gewählt, sein Aufgabengebiet war Wirtschaft. Mit ihm wäre die Liste der Mitglieder des letzten Politbüros komplett.

(Über dieses Thema berichtete der MDR auch in: LexiTV | 19.02.2013 | 15:00 Uhr.)
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Günter Schabowski (ehemaliges Mitglied des ZK der DDR)
Günter Schabowski Weltberühmt wurde der Ostberliner SED-Chef Günter Schabowski, Politbüromitglied seit 1984, als er am 9. November 1989 auf die Frage eines italienischen Journalisten, wann das neue Reisegesetz der DDR in Kraft trete, nuschelte: "Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich." Bildrechte: IMAGO
Der Kandidat des Politbüros des ZK der SED, Gerhard Schürer, aufgenommen am 16. April 1981.
Gerhard Schürer Für Aufsehen sorgte Gerhard Schürer, Jahrgang 1921, seit 1979 Kandidat des Politbüros, durch einen schonungslosen Bericht über die wirtschaftliche Lage der DDR, den er im Oktober 1989 für Egon Krenz anfertigte. Schürer konstatierte: Wegen der hohen Auslandsverschuldung drohe binnen Jahresfrist der Staatsbankrott. Einen Monat später wurde Schürer ins Politbüro gewählt und war als Planungschef Mitglied der Regierung Modrow. Im Januar 1990 verlor er seinen Regierungsposten und wurde aus der SED-PDS ausgeschlossen. Er arbeitete anschließend als Unternehmensberater bei der "Dussmann-Gruppe" und lebt heute zurückgezogen in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Bildrechte: dpa
Wolfgang Herger und Egon Krenz, 1990.
Wolfgang Herger Wolfgang Hergers Mitgliedschaft im Politbüro währte nur kurz - vom 8. November bis zu dessen Auflösung am 3. Dezember 1989. Der studierte Philosoph Herger begann seine politische Karriere als FDJ-Funktionär. 1976 wurde er Leiter der Abteilung Jugend und Sicherheitsfragen beim ZK der SED. Im Herbst 1989 gehörte er zum engsten Kreis um Egon Krenz und arbeitete unter anderem das neue Reisegesetz der DDR aus. Bis zum Januar 1990 war Herger Mitarbeiter bei der SED-PDS, danach musste er sich als Pförtner und Jugendbetreuer bis zur Rente durchschlagen. Bildrechte: dpa
Werner Eberlein
Werner Eberlein Werner Eberlein, dessen Vater 1919 zu den Gründern der KPD zählte und 1937 den Stalinschen Säuberungen zum Opfer fiel, begann seine politische Karriere als Chefdolmetscher von Walter Ulbricht, er war "die deutsche Stimme Chruschtschows". 1983 wurde der Zwei-Meter-Hüne Eberlein zum Chef der SED-Bezirksleitung Magdeburg bestimmt, seit 1986 gehörte er auch dem Politbüro an und galt als heimlicher "Reformer". Werner Eberlein, geboren 1919, starb 2002 an einem Herzinfarkt. In einem Nachruf beschrieb ihn der "SPIEGEL" als einen "beliebten, stets milde gestimmten Melancholiker". Bildrechte: dpa
Heinz Keßler, ehemaliger DDR-Verteidigungsminister (1987)
Heinz Keßler "Es hat nie, nie einen Schießbefehl gegeben", beteuerte Verteidigungsminister Heinz Keßler 1988 in einem Interview mit der "taz", "und den gibt es auch heute nicht." Aber das war gelogen, "Befehl 101" hieß die streng geheime Anordnung des Politbüros. 1993 musste sich Kessler, der dem Politbüro seit 1986 angehörte, wegen der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze vor Gericht verantworten - sechseinhalb Jahre Gefängnis, lautete das Urteil. Nach fünf Jahren wurde Keßler aus der Haft entlassen. Keßler, Jahrgang 1920, wurde 2009 Mitglied der DKP. Er starb im Mai 2017 hochbetagt in Berlin. Bildrechte: dpa
Siegfried Lorenz
Siegfried Lorenz "Das Politbüro war kein edles Gremium gewesen", sagt Siegfried Lorenz, "und es hat schon eine gewisse Desillusionierung stattgefunden, als ich da so mittendrin saß." 1986 war der Karl-Marx-Städter SED-Bezirkschef in das oberste Führungsgremium der SED aufgerückt und galt, neben Hans Modrow und Werner Eberlein, als "Reformer". Aber die in ihn gesetzten Erwartungen enttäuschte er. "Es war bei mir eine Mischung aus Feigheit und Disziplin" konstatiert Lorenz (* 1930) heute bitter. 2004 musste sich Lorenz wegen der Schüsse an der Grenze vor Gericht verantworten. Wegen Beihilfe zum dreifachen Mord wurde er zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bildrechte: dpa
Hans Modrow
Hans Modrow Ab Mitte der 1980er-Jahre galt der Dresdner SED-Chef Hans Modrow (geboren 1930), der unverhohlen mit Michail Gorbatschows Reformpolitik sympathisierte, als Hoffnungsträger und wurde als Nachfolger Erich Honeckers gehandelt. Im Oktober 1989 bemühte sich Modrow um einen Dialog mit oppositionellen Gruppen in Dresden. Am 8. November wurde er ins Politbüro gewählt, fünf Tage später, als Nachfolger Willi Stophs, zum Ministerpräsidenten. Nach seiner Abwahl bekleidete Modrow hohe Funktionen in der PDS, heute ist er Vorsitzender des Ältestenrats der "Linken". Bildrechte: dpa
Hans-Joachim Böhme (70), ehemaliges Mitglied des Politbüros des ZK der SED, am 07.07.2000 im Berliner Landgericht.
Hans-Joachim Böhme Der 1929 in Bernburg geborene Hans-Joachim Böhme hatte zunächst Gesellschaftswissenschaften an der Parteihochschule Karl Marx in Berlin studiert. Es folgte eine Karriere in der Partei, er stieg von der SED-Kreisleitung zur Bezirksleitung bis schließlich ins SED-Politbüro auf, dem er seit 1986 angehörte. Der Mann mit der Betonfrisur und der randstarken Brille galt als Hardliner. Er glaubte, dass Reformen das Ende der DDR bedeuten. Böhme wurde 2004 vom Berliner Landgericht im Mauerschützenprozess zu einer 15-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er starb 2012. Bildrechte: dpa
Delegation, die vom Ersten Sekretär des ZK der USAP, Janos Kadar, geleitet wird und der u.a. das Mitglied des Politbüros des ZK der USAP und Vorsitzender der Ungarischen Revolutionären Arbeiter- und Bauern-Regierung Gyula Kallai
Wolfgang Rauchfuß (auf dem Foto in der ersten Reihe ganz links) Der 1931 in Chemnitz geborene Wolfgang Rauchfuß war von 1974 an Minister für Materialwirtschaft. Mit dem Rücktritt der Regierung Stoph am 7. November 1989 schied er aus den Regierungsämtern, gehörte aber zunächst noch knapp einen Monat lang zum Politbüro. Von Dezember 1989 bis März 1990 war er Staatssekretär für die Koordinierung der wirtschaftlich-wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik unter der Regierung Modrow. 2005 starb Rauchfuß in seinem Geburtsort Chemnitz. Bildrechte: dpa
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Heinz Keßler, ehemaliger DDR-Verteidigungsminister (1987)
"Es hat nie, nie einen Schießbefehl gegeben", beteuerte Verteidigungsminister Heinz Kessler 1988 in einem Interview mit der "taz", "und den gibt es auch heute nicht." Aber das war gelogen, "Befehl 101" hieß die streng geheime Anordnung des Politbüros. 1993 musste sich Kessler, der dem Politbüro seit 1986 angehörte, wegen der Todesschüsse an der innerdeutschen Grenze vor Gericht verantworten - 6 ½ Jahre Gefängnis, lautete das Urteil. Nach fünf Jahren wurde Kessler aus der Haft entlassen. Kessler, Jahrgang 1920, lebt heute, hoch betagt, in Berlin und ist seit 2009 Mitglied der DKP. Bildrechte: dpa

Ein Stein des Anstosses: Fälschung der Kommunalwahlen 1989

Tobias Hollitzer 1 min
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Tobias Hollitzer im Inteview 1 min
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Proteste gegen Kommunalwahl 2 min
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Pfarrer Rainer Eppelmann protestiert mit einer Anzeige wegen Wahlfälschung gegen die Manipulation der SED. Ausschnitt aus der TV-Dokumentation "Der Anfang vom Ende".

MDR FERNSEHEN Mi 06.05.2009 23:35Uhr 01:59 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139606.html

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Friedenskreis Weissensee 3 min
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Günther Polauke 2 min
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Bürgermeister Günter Polauke muss sich am 7. Mai 1989 entscheiden, ob er das geforderte oder reale Wahlergebnis weiterleitet. Er meldet die von der Partei geforderten Zahlen.

MDR FERNSEHEN Mi 06.05.2009 23:35Uhr 02:25 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139588.html

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Matthias Klipp 3 min
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Der Berliner Matthias Klipp ist der erste unabhängige Abgeordnete der DDR. Er hat sich über den Wohnbezirksausschuss unter die "Kandidaten der Nationalen Front" gemogelt.

MDR FERNSEHEN Mi 06.05.2009 23:35Uhr 02:30 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139592.html

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Wahlleiter Egon Krenz bei der Verkündigung der Wahlergebnisse im DDR Fernsehen, 1989 2 min
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Hans Modrow 2 min
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Wegen seiner Verstrickung in die Wahlfälschungen im Mai 1989 wird Hans Modrow, der vorletzte Regierungschef der DDR, 1995 zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

MDR FERNSEHEN Mi 09.08.1995 19:30Uhr 01:35 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video143858.html

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Tobias Hollitzer
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Tobias Hollitzer im Inteview
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Proteste gegen Kommunalwahl
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Pfarrer Rainer Eppelmann protestiert mit einer Anzeige wegen Wahlfälschung gegen die Manipulation der SED. Ausschnitt aus der TV-Dokumentation "Der Anfang vom Ende".

MDR FERNSEHEN Mi 06.05.2009 23:35Uhr 01:59 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139606.html

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Günther Polauke
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Matthias Klipp
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Der Berliner Matthias Klipp ist der erste unabhängige Abgeordnete der DDR. Er hat sich über den Wohnbezirksausschuss unter die "Kandidaten der Nationalen Front" gemogelt.

MDR FERNSEHEN Mi 06.05.2009 23:35Uhr 02:30 min

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Wahlleiter Egon Krenz bei der Verkündigung der Wahlergebnisse im DDR Fernsehen, 1989
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Hans Modrow
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Wegen seiner Verstrickung in die Wahlfälschungen im Mai 1989 wird Hans Modrow, der vorletzte Regierungschef der DDR, 1995 zu neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV:

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MDR Zeitreise | 01.11.2016 | 21:15 Uhr