Singend in die Unabhängigkeit

Song Festival 1980 in Lettland
Auf traditionellen "Sängerfesten" singen Esten, Letten und Litauer seit über 150 Jahren ihre Volkslieder. Diese öffentlich zu singen, vor allem in der eigenen Sprache, war unter Sowjetherrschaft unter Strafe verboten. Ganz verbieten konnte und wollte Moskau die Sängerfeste allerdings nicht - sie boten Gelegenheit zur sowjetisch-kommunistischen Propaganda. Bildrechte: dpa
Song Festival 1980 in Lettland
Auf traditionellen "Sängerfesten" singen Esten, Letten und Litauer seit über 150 Jahren ihre Volkslieder. Diese öffentlich zu singen, vor allem in der eigenen Sprache, war unter Sowjetherrschaft unter Strafe verboten. Ganz verbieten konnte und wollte Moskau die Sängerfeste allerdings nicht - sie boten Gelegenheit zur sowjetisch-kommunistischen Propaganda. Bildrechte: dpa
Ein Mann am CCCP-Pranger
Über ihre Volkslieder versicherten sich die Menschen ihrer kulturellen Wurzeln und ihres Nationalbewusstseins. Daher wuchs das gemeinsame Singen im Baltikum zu einer politischen Bewegung. Im Sommer 1988 forderten bereits 300.000 Esten ihre nationale Unabhängigkeit, indem sie ihre verbotene Nationalhymne öffentlich sangen. Bildrechte: dpa
Panzer 1991 vor einem Rundfunkzentrum in Litauen
Auch in Riga versuchten die Letten, das Parlamentsgebäude und den Rundfunksender vor sowjetischen Panzern zu schützen. An wärmenden Lagerfeuern sangen sie nächtelang. Bei den Straßenschlachten starben fünf Menschen. Bildrechte: dpa
Ein Teil der mehr als 600 Kilometer langen Menschenkette, hier in Vilnius, der Hauptstadt der damaligen Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik (LiSSR), durch die drei baltischen Republiken Lettland, Litauen und Estland.
Gleichzeitig zur "singenden Revolution" formierten sich politische Oppositionen, da die Menschen unter Glasnost und Perestroika Reformen erhofften. Fast zwei Millionen Menschen bildeten am 23. August 1989 eine Kette zwischen Vilnius, Riga und Tallinn. Hand in Hand drückten sie ihren Protest gegen die Sowjektdiktatur in ihren Volksliedern aus. Bildrechte: dpa
Tausende Menschen bilden am 23. August 1989 eine 600 Kilometer lange Menschenkette durch die drei baltischen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen
Auf 600 Kilometern Länge erinnerte dieser "baltische Weg" an den 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes. Und zugleich forderten die Menschen friedlich die Unabhängigkeit ihrer Staaten von Moskau. Dabei schwenkten sie Fahnen in Nationalfarben - auch das war verboten. Bildrechte: dpa
Tausende feiern am 04.05.1990 in Riga die Erklärung der Unabhängigkeit ihres Landes von der Sowjetunion
Am 21. August 1991 erkannte die Sowjetunion die Unabhängigkeit der baltischen Staaten offiziell an. Die Sängerfeste im Baltikum gehören seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe. Alle fünf Jahre treffen sich Chöre und Folkloretanzgruppen, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Bildrechte: dpa
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Tausende feiern am 04.05.1990 in Riga die Erklärung der Unabhängigkeit ihres Landes von der Sowjetunion
Am 21. August 1991 erkannte die Sowjetunion die Unabhängigkeit der baltischen Staaten offiziell an. Die Sängerfeste im Baltikum gehören seit 2008 zum UNESCO Weltkulturerbe. Alle fünf Jahre treffen sich Chöre und Folkloretanzgruppen, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Bildrechte: dpa