Skispringen in der DDR

Skispringen

Skispringer Falko Weißpflog 1 min
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Falko Weißpflog hatte sich sehr viel vorgenommen und sprang im zweiten Durchlauf eine Weite von 114,5 Meter: Ein sehr weiter Sprung mit verdient guten Haltungsnoten ...

Mi 09.12.1998 21:15Uhr 00:43 min

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Bildergalerie Die erfolgreichsten Wintersportler der DDR, Teil 1

DDR-Skispringer Helmut Recknagel aus Zella-Mehlis jubelt und wird am 28.02.1960 nach seinem Olympiasieg bei den VIII. Olympischen Winterspielen in Squaw Valley auf den Schultern zweier Mannschaftsbetreuer getragen.
Helmut Recknagel gewann 1960 als erster deutscher und erster Nicht-Skandinavier eine olympische Goldmedaille im Skispringen. Der 1937 in Steinbach-Hallenberg geborene Recknagel beherrschte in 50er-/60er-Jahren die internationale Konkurrenz nach Belieben – er wurde mehrfach Weltmeister und viermal Sieger der Internationalen Vierschanzen-Tournee. Aufmerksamkeit erregte Recknagel auch mit seinem eigenwilligen Sprungstil: Er sprang mit vor dem Kopf ausgestreckten Armen – so, als wolle er sich an der Luft nach vorn ziehen. Nach dem Ende seiner Karriere studierte er Tiermedizin, promovierte und arbeitete als Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene. 1990 verlor er seine Arbeit und schulte zum Versicherungskaufmann um. 1996, mit knapp 60, eröffnete Recknagel eine Orthopädie-Werkstatt in Berlin, die er bis zur Rente betrieb. Bildrechte: dpa
DDR-Skispringer Helmut Recknagel aus Zella-Mehlis jubelt und wird am 28.02.1960 nach seinem Olympiasieg bei den VIII. Olympischen Winterspielen in Squaw Valley auf den Schultern zweier Mannschaftsbetreuer getragen.
Helmut Recknagel gewann 1960 als erster deutscher und erster Nicht-Skandinavier eine olympische Goldmedaille im Skispringen. Der 1937 in Steinbach-Hallenberg geborene Recknagel beherrschte in 50er-/60er-Jahren die internationale Konkurrenz nach Belieben – er wurde mehrfach Weltmeister und viermal Sieger der Internationalen Vierschanzen-Tournee. Aufmerksamkeit erregte Recknagel auch mit seinem eigenwilligen Sprungstil: Er sprang mit vor dem Kopf ausgestreckten Armen – so, als wolle er sich an der Luft nach vorn ziehen. Nach dem Ende seiner Karriere studierte er Tiermedizin, promovierte und arbeitete als Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene. 1990 verlor er seine Arbeit und schulte zum Versicherungskaufmann um. 1996, mit knapp 60, eröffnete Recknagel eine Orthopädie-Werkstatt in Berlin, die er bis zur Rente betrieb. Bildrechte: dpa
Gaby Seyfert, Jutta Müller und Fotografen (1969)
Sportreporter Heinz-Florian Oertel nannte Gaby Seyfert (l.) einmal die "große Dame des Eiskunstlaufens". Zwischen 1960 und 1970 war sie nicht nur die beste Eiskunstläuferin der DDR – sie war auch mehrfache Welt- und Europameisterin und gewann bei den Olympischen Spielen 1968 die Silbermedaille. Das Talent kam nicht von ungefähr, schließlich ist ihre Mutter Jutta Müller - eine der weltweit erfolgreichsten Eiskunstlauftrainerinnen. Nach ihrer Sport-Karriere arbeitete Gaby Seyfert als Englisch-Dolmetscherin. 1991 schulte sie zur Sportmanagerin um, heute betreibt sie ein Immobilienbüro. 1999 wurde bekannt, dass die exzentrische Eiskunstlauf-Diva, die zunächst von der Staatssicherheit penibel observiert worden war, sich 1977 zu einer Zusammenarbeit mit dem Mielke-Ministerium bereit erklärt hatte. Bildrechte: dpa
Meinhard Nehmer und Bernhard Germeshausen
Dieser Mann ist eine Seltenheit - denn Meinhard Nehmer (im Bild li.), einer der erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte des Bobrennens, stammt von der "Waterkant": Er wurde 1941 in Pommern geboren. Als junger Mann arbeitete er sogar in der Wetterwarte am Kap Arkona auf der Insel Rügen. Nachdem er sich unter anderem als Speerwerfer versucht hatte, landete er beim Bobsport, weil er "einen gewissen Hang zum Risiko und zu verrückten Sachen hatte". Mit Nehmer an Bord baute die DDR Anfang der 70er-Jahre wieder ein eigenes Bobteam auf. Der Höhepunkt seiner Karriere: zweimal olympisches Gold. Nach seiner aktiven Zeit war er noch viele Jahre als internationaler Trainer tätig, bevor er sich mit 65 Jahren zur Ruhe setzte. Damals resümierte er: "Ich habe früher und auch heute noch bei zwei Dingen immer eine Gänsehaut bekommen. Das ist bei Musik von Giuseppe Verdi und beim Bobfahren. Die Faszination ist geblieben." Bildrechte: imago/Sven Simon
Eisschnellläuferin Andrea Mitscherlich (DDR) bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck 1976
Bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck sorgte eine 15-jährige Dresdnerin für eine Sensation: Eisschnellläuferin Andrea Mitscherlich gewann über 3.000 Meter als jüngste Starterin die Silbermedaille. Dabei hatte auch sie, wie viele andere Sportler auch, zunächst mit einer anderen Disziplin begonnen: Sie war Eiskunstläuferin beim SC Einheit Dresden. Doch als ihr Paarlaufpartner wegen einer Erkrankung die Schlittschuhe an den Nagel hängen musste, wechselte sie zu den Schnellläufern. Nach zahlreichen nationalen und internationalen Erfolgen legte sie Anfang der 80er-Jahre eine Babypause ein, meldete sich danach aber prompt zurück, um - unter den Nachnamen Schöne, später Ehrig - weitere Olympiamedaillen und Meisterschaftstitel einzufahren. Auf ihrer Paradstrecke über 3.000 m wurde sie 1984 Olympiasiegerin. Bildrechte: imago/Pressefoto Baumann
Eiskunstläufer Jan Hoffmann WM 1974 München
Der jüngste Teilnehmer der X. Olympischen Winterspiele 1968 im französischen Grenoble kam aus der DDR: Jan Hoffmann nahm mit zwölf Jahren erstmals an Olympia teil - und landete im Eiskunstlauf der Herren auf Platz 26: der drittletzte Platz. Doch schon sechs Jahre später wurde er zum ersten Mal Weltmeister und holte später auch olympisches Silber. Vor allem für seine Sprünge war der gebürtige Dresdner bekannt, wagte sich früh an den "dreifachen Lutz". Fast hätte es seine erfolgreiche Eiskunstlaufbahn gar nicht gegeben: Sein Großvater wollte ursprünglich einen Eishockeyspieler aus ihm machen. Heute praktiziert Jan Hoffmann als orthopädischer Facharzt in der Nähe von Dresden. Bildrechte: IMAGO
Hans-Georg Aschenbach
Er war "der Mann mit der Mütze": Eine selbstgestrickte blau-weiße Pudelmütze machte Skispringer Hans-Georg Aschenbach unverwechselbar. Und sie brachte ihm Glück: Er wurde Weltmeister, gewann die Vierschanzentournee und holte 1976 schließlich olympisches Gold auf der Normalschanze. Das besondere an Aschenbachs Sprüngen war dabei nicht unbedingt nur ihre Weite, sondern vor allem die Ästhetik und Innovation seines Sprungstils. Legendär ist einer seiner ersten Wettbewerbssprünge Ende der 60er-Jahre: Aschenbach verlor beim Absprung am Schanzentisch beide Ski, behielt die Sprunghaltung aber bei, landete bei 48 Metern und rutschte den Schanzenauslauf herunter. "Eigentlich zählt mein Sprung heute noch als Weltrekord im Skispringen ohne Skier", kommentierte er über 30 Jahre später diese Begebenheit.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: "Deutschland - Ein Wintersportmärchen" | 28.12.2011 | 15.30 Uhr.)
Bildrechte: imago/Werek
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Bildergalerie Die erfolgreichsten Wintersportler der DDR, 70er/80er-Jahre

Das Archivbild vom 20. Januar 1988 zeigt die Eisschnelläuferin Karin Enke-Kania bei den Weltmeisterschaften im schweizerischen Davos.
Die in Dresden geborene Karin Enke-Richter gehörte in den 80er-Jahren zur Eisschnelllauf-Weltspitze. 1980 und 1984 holte sie auf drei verschiedenen Strecken den Olympiasieg. Dazu kamen vier Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Sie galt lange als beste Eisschnelllauf-Allrounderin der Welt und beherrschte die kurzen wie langen Strecken mit ihrem ästhetisch perfekten und technisch ausgefeilten Laufstil. Zehn Weltrekorde und 21 Weltcupsiege küren ihre Erfolgsbilanz. Außerdem lief sie als erste Frau die 1.500 Meter unter zwei Minuten. Bildrechte: dpa
Das Archivbild vom 20. Januar 1988 zeigt die Eisschnelläuferin Karin Enke-Kania bei den Weltmeisterschaften im schweizerischen Davos.
Die in Dresden geborene Karin Enke-Richter gehörte in den 80er-Jahren zur Eisschnelllauf-Weltspitze. 1980 und 1984 holte sie auf drei verschiedenen Strecken den Olympiasieg. Dazu kamen vier Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Sie galt lange als beste Eisschnelllauf-Allrounderin der Welt und beherrschte die kurzen wie langen Strecken mit ihrem ästhetisch perfekten und technisch ausgefeilten Laufstil. Zehn Weltrekorde und 21 Weltcupsiege küren ihre Erfolgsbilanz. Außerdem lief sie als erste Frau die 1.500 Meter unter zwei Minuten. Bildrechte: dpa
Jens Weißflog
Als 19-Jähriger gewinnt er 1984 erstmals die Vierschanzentournee, noch im gleichen Jahr steht er bei den Olympischen Winterspielen in Sarajevo ganz oben auf dem Treppchen. Weißflog wird zum Vorzeigesportler der DDR. Noch mit 30 schaffte er die Umstellung auf einen neuen Sprungstil und feierte erneut große Erfolge. Heute führt er in Oberwiesenthal sein eigenes Appartementhotel. Bildrechte: dpa
Katarina Witt
Auf dem Eis tanzte sie sich bis an die Weltspitze und ist bis heute die erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten. Kati Witt holte zwei Olympiasiege und vier Weltmeistertitel für die DDR. Nach der Wende startete sie erfolgreich eine Karriere als Geschäftsfrau und schrieb ihre Autobiografie "Meine Jahre zwischen Pflicht und Kür". Bildrechte: dpa
Frank-Peter Roetsch
Frank-Peter Roetsch wurde 1964 in Güstrow geboren und war zunächst Nordischer Kombinierer, ehe er sich dem Biathlon verschrieb. Der bei der Polizei beschäftigte Athlet erreichte im Rahmen der Biathlon-Weltmeisterschaften 1983 seine erste Medaille: Silber im Einzel. Es folgten Silber bei den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo und der Sieg bei der Biathlon-Weltmeisterschaft 1985 in Ruhpolding. 1987 gewann er zum dritten und letzten Mal die Gesamtweltcupwertung. Sein letztes sportliches Großereignis waren die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville. Heute arbeitet er als freier Handelsvertreter im Bereich Sportmarketing und zeitweise als Co-Kommentator für Eurosport. Bildrechte: Deutsches Rundfunkarchiv
Uwe-Jens Mey
Der heute 46-jährige Uwe-Jens Mey wurde in Warschau geboren. Doch als Eisschnellläufer startete er für die DDR. 1988 gewann er bei den Olympischen Spiele in Calgary Gold über 500 Meter und Silber über 1.000 Meter. Bildrechte: dpa
Christa Luding-Rothenburger
Die Eisschnellläuferin Christa Luding-Rothenburger startete 1979 das erste Mal für die DDR und erreichte bei der Sprint-WM einen 3. Platz. 1984 wurde sie Olympiasiegerin und 1985 Weltmeisterin im Sprintvierkampf. Sie erkämpfte 16 Weltcupsiege und 8 Weltrekorde und sprintete 14 Jahre auf höchstem Niveau. 1988 gewann sie sowohl bei den Winter- als auch bei den Sommerspielen Edelmetall: Nach Gold und Silber im Eisschnelllauf bekam sie Silber beim olympischen Bahnradsprint. Bildrechte: dpa
Falko Weißpflog
Zu Falko Weißpflogs größten Erfolgen zählen die Bronzemedaille bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Lahti im Jahr 1978 sowie 1976 der Skiflugweltrekord mit 174 Metern in Oberstdorf. Falko Weißpflog galt damals als einer der wagemutigsten Skispringer der Welt. Er begeisterte sogar die Musikwelt: Der Wiener Popstar Johann Hölzel legte sich den Künstlernamen Falco zu. Aufnahme aus Oberstdorf 1976. Bildrechte: dpa
Der deutsche Bob-Pilot Wolfgang Hoppe (Oberhof), aufgenommen 1997
Wolfgang Hoppes Sportlerlaufbahn begann in der Leichtathletik, doch 1981 wechselte er in den Bob. Dort wurde der Thüringer der erfolgreichste Bobfahrer aller Zeiten. Bei internationalen Titelkämpfen gewann er insgesamt 36 Medaillen. Seit 1999 betreut der diplomierte Sportlehrer als Bundestrainer die deutschen Bobfahrerinnen.
(Über dieses Thema berichtete MDR in "Deutschland - Ein Wintersportmärchen", 28.12.2011, 15.30 Uhr)
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Katarina Witt
Auf dem Eis tanzte sie sich bis an die Weltspitze und ist bis heute die erfolgreichste Eiskunstläuferin aller Zeiten. Kati Witt holte zwei Olympiasiege und vier Weltmeistertitel für die DDR. Nach der Wende startete sie erfolgreich eine Karriere als Geschäftsfrau und schrieb ihre Autobiografie "Meine Jahre zwischen Pflicht und Kür". Bildrechte: dpa