#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 26. September

1887: Erstes Grammophon vorgestellt

Am 26. September 1887 stellte der Deutsch-Amerikaner Emil Berliner "sein" Grammophon vor, was eine Fortentwicklung der Erfindung von Thomas A. Edison war. Das Grammophon von Berliner funktionierte aber nicht mit Walzen, sondern mit erheblich leichter herzustellenden Schallplatten.

Die Schallplatten von Berliner bestanden anfangs aus Hartgummi und konnten nur auf einer Seite abgespielt werden. Der Durchmesser betrug 12,5 Zentimeter. Später wurden die Schallplatten aus Baumwollflocken, Schieferpulver, Ruß und Schellack gefertigt. Diese Form der Herstellung ermöglichte die industrielle Fertigung großer Mengen.

Meisterwerke in der Mediengeschichte: Schellack 3 min
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Meilensteine der Mediengeschichte Schellack

Meilensteine der Mediengeschichte: Schellack

Der Opfergang der Lackschildlaus: Fast 50 Jahre wurden Tonträger aus dem Brutsekret des possierlichen Tierchens gepresst: Schellack.

03:20 min

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1955: DDR-Volkskammer stimmt für eigenes Staatswappen auf Nationalflagge

Mit Gesetz vom 26. September 1955 wurde das Staatswappen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz bestimmt. Davon ausgenommen war die Staatsflagge, die weiterhin die Farben Schwarz-Rot-Gold hatte. Damit teilten sich DDR und BRD die selben Flaggenfarben, bis am 1. Oktober 1959 die Volkskammer die schwarz-rot-goldene Nationalflagge zusätzlich mit dem Staatswappen in der Mitte versehen ließ.

Fahnen der DDR mit dem Staatsenblem - Hammer und Zirkel im Ährenkranz - und rote Fahnen als Symbol der Arbeiterklasse
1955 beschloss die DDR-Volkskammer die Einführung eines eigenen Staatswappen aus Hammer, Zirkel und Ährenkranz. 1959, zum zehnjährigen Jubiläum der DDR, wurde dieses erstmals auch auf der Staatsflagge gezeigt. Bildrechte: dpa

Doch schon einer der ersten Akte, die neue Flagge öffentlich zur Schau zu stellen, endete in Tumulten. Die DDR wollte ihr zehnjähriges Bestehen gebührend feiern und beflaggte aus diesem Grund einige S-Bahnhöfe im Westteil Berlins mit Ährenkranz, Hammer und Zirkel. Offiziell gehörten die S-Bahnhöfe zur Reichsbahn, also zur DDR. Die DDR-Flagge wollten die Westmächte hier trotzdem nicht sehen und es kam zu schweren Auseinandersetzungen mit 300 Reichsbahn-Angehörigen, die, zum Teil unter Alkohol stehend, gegen West-Beamten mit Schaumlöschern und Knüppeln vorgingen.

Westliche Politiker bemühten sich stets, die DDR-Flagge zu ignorieren – in Bonner Kreisen wurde sie nur als "Spalterflagge" tituliert. Diplomaten in aller Welt freuten sich allerdings über die klaren Verhältnisse. 1959 schrieb "Der Spiegel": "Nach Meinung eines bundesdeutschen Botschafters in Übersee, der kürzlich an der Konferenz aller in Afrika amtierenden deutschen Missionschefs teilgenommen hat, erleichtert die Hammer- und Zirkel-Flagge der DDR den westdeutschen Konsularbeamten die Arbeit, weil die Konsulate künftig nicht mehr Zeit und Mühe aufzuwenden brauchen, um herauszufinden, ob ein deutsches Schiff - Mannschaft und Ladung - im Auslandshafen von ihnen betreut werden muss."

1972: GSG 9 gegründet

Die Grenzschutzgruppe 9 wurde 1972 als Spezialeinheit der Bundespolizei zur Bekämpfung von schwerster und organisierter Kriminalität sowie Terrorismus gegründet. Die GSG 9 wurde drei Wochen nach dem Anschlag im Jahr 1972 gegründet, als ein palästinensisches Kommando israelische Sportler bei den Olympischen Spielen in München überfallen hatten und bei einer gescheiterten Befreiungsaktion alle israelischen Geiseln getötet wurden. Unmittelbar danach gab der damalige Innenminister Hans-Dietrich Genscher den Auftrag zu einer neuen Spezialeinheit.

Schiesstraining der Polizeigruppe GSG 9, 1979
Ein Bild vom Schiesstraining der Polizeigruppe GSG 9 (1979). Fünf Jahre zuvor war die Spezialeinheit zur Terrorismusbekämpfung in Folge des Attentats bei den Olympischen Spielen in München gegründet worden. Bildrechte: dpa

In der DDR gab es ebenfalls eine Anti-Terror-Einheit. Sie hieß "Arbeitsgruppe des Ministers, Aufgabenbereich S". Das "S" stand für die Abkürzung "Sonderaufgaben". In den 1970er- und 1980er Jahren wurden die Arbeitsgruppe in diversen Bereichen eingesetzt: zum Teil bei der Bekämpfung von Schwerkriminellen und als Flugsicherheitsbegleiter nach Prag oder Budapest.