#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 14. Oktober

1906: Hannah Arendt geboren

Am 14. Oktober 1906 wurde Johanna Arendt in Hannover geboren. Als sie knapp drei Jahre alt war, zog die Familie zurück nach Königsberg in die Heimat ihrer Eltern. Arendt zog 1924 nach Marburg und fing an, Philosophie bei Martin Heidegger zu studieren. Später promovierte sie bei Karl Jaspers. Schon während der Studienzeit publizierte sie ihr erstes Buch (1929). Es trug den Titel "Der Liebesbegriff bei Augustin. Versuch einer philosophischen Interpretation." Zehn Jahre später erschien ihr Buch über Frauenemanzipation, in dem sie die Beschränkungen der Frau durch Ehe und Arbeitsleben kritisierte.

Nach der NS-Machtergreifung wurde sie 1933 von der Gestapo verhaftet, konnte aber später mit ihrer Familie nach Paris fliehen. 1941 zog sie in die USA, wo sie als Lektorin arbeitete und 1951 eine Professur am New Yorker Brooklyn College erhielt.

Noch einmal zehn Jahre später, 1961, reiste Hannah Arendt nach Israel, um den Gerichtsprozess gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann zu verfolgen. Eichmann war im Dritten Reich für die Organisation der Deportation der Juden verantwortlich gewesen und damit mitverantwortlich für die Ermordung von Millionen Menschen. 1963 erscheint im "The New Yorker" eine fünfteilige Essay-Serie über den Prozess und danach das Buch "Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen".

Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York.

1964: Sturz Nikita Chruschtschows

Völlig überraschend entband das Zentralkomitee der KPdSU am 14. Oktober 1964 Nikita Chruschtschow von all seinen Ämtern. Nach dem Tod Stalins im März 1953 wurde er Parteichef der KPdSU, ab 1958 dann Regierungschef.

Er initiierte zahllose Reformen, vor allem in Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik, Bildung und Kultur. Außenpolitisch propagierte er die friedliche Koexistenz mit dem Westen, strebte aber gleichzeitig durch Raketentechnik und Aufrüstung die globale Führungsrolle der UdSSR an.

Als Folge einer Parteireform und seiner Annäherung an die Bundesrepublik Deutschland verlor Chruschtschow viele seiner Anhänger und wurde 1964 von Leonid Breschnew gestürzt. 1966 wurde Chruschtschow aus dem Zentralkomitee ausgeschlossen. 

1990: Erste Landtagswahlen in den Neuen Ländern

Keine zwei Wochen nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 fanden in den neuen Bundesländern Landtagswahlen statt. Damit waren die Voraussetzungen für die politische Handlungsfähigkeit der neuen Länder erfüllt.

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren konnten die Bürger in den wiedergegründeten Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meckelnburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg in freier, gleicher, allgemeiner, geheimer und unmittelbarer Wahl ihre Repräsentanten in den Landesparlamenten bestimmen.

Kurt Biedenkopf, 2001 1 min
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Bis auf Brandenburg, wo die SPD mit Manfred Stolpe die meisten Stimmen bekam, ging aus den restlichen Bundesländern die CDU als Wahlsieger hervor. In Sachsen übernahm Kurt Biedenkopf die Funktion des Ministerpräsidenten.