#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 27. September

1940: Hitler befiehlt Kinderlandverschickung

1940 befahl Hitler die Evakuierung von Stadtkindern in ländliche Gebiete, um sie vor den Bombenangriffen der Alliierten zu schützen. Rund zwei Millionen Jungen und Mädchen wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Lagern oder bei fremden Familien untergebracht. Mit der Kinderlandverschickung wurde auch ein ideologisches Ziel verfolgt: Die Heranwachsenden konnten ihren Elternhäusern entzogen und im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie erzogen werden. Geleitet vom Reichsjugendführer Baldur von Schirach, war die Hitlerjugend verantwortlich für die Organisation und Betreuung der Kinder.

1996: Taliban nehmen afghanische Hauptstadt Kabul ein

1996 marschierten die Taliban in die afghanische Hauptstadt Kabul ein. Die Miliz ermordete den ehemaligen Staatspräsidenten Mohammed Nadschibullāh und errichtete einen islamischen Gottesstaat, das "Islamische Emirat Afghanistan". Die Taliban setzten eine strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, durch. Musik, Tanz und Fernsehen waren verboten, Frauen durften nicht mehr arbeiten oder zur Schule gehen. Zuwiderhandlungen wurden wie zu kurze Bärte oder versäumte Gebete drakonisch bestraft. Eine Religionspolizei überwachte die Einhaltung der neuen Regeln. 2001 beendete eine von den USA geführte Offensive die grausame Herrschaft der Taliban. Die von der NATO geführte Sicherheits- und Unterstützungstruppe "ISAF" half bis 2014 beim Wiederaufbau des Landes. Die Folgemission "Resolute Support" beriet die afghanischen Sicherheitskräfte und bildete sie militärisch aus. Nach dem Abzug der Truppen übernahmen die Taliban 2021 erneut die Macht.

Bewaffnete Taliban-Kämpfer sitzen in einer steinigen Gebirgslandschaft.
Die Taliban entstehen Ende der 1980er in Koranschulen für afghanische Flüchtlinge in Pakistan. Das Wort Taliban bedeutet "Schüler". Bildrechte: dpa

1998: SPD und Bündnis 90/Die Grünen koalieren

1998 kam es erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik zu einem kompletten Regierungswechsel durch eine Bundestagswahl. Nur 35,1 Prozent der Wählerinnen und Wähler stimmten für die CDU/CSU, für die FDP waren es 6,2 Prozent. Damit war die christlich-liberale Koalition unter Helmut Kohl abgewählt. SPD und Bündnis 90/Die Grünen erreichten mit 40,9 und 6,7 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit im Deutschen Bundestag. Die beiden Parteien bildeten die erste rot-grüne Koalition auf Bundesebene. Gerhard Schröder löste Helmut Kohl nach 16 Jahren Amtszeit als Bundeskanzler ab.

Schröder und Fischer stoßen auf Koalitionsvertrag an, 1998
Nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags zwischen SPD und Bündnis 90/ Die Grünen stoßen Gerhard Schröder und Georg Fischer auf das neue Regierungsbündnis an. Bildrechte: IMAGO / photothek

2009: Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin

2009 erreichten die Union und die FDP bei der 17. Bundestagswahl die notwendige Mehrheit für eine schwarz-gelbe Regierung. Nach den Koalitionsverhandlungen wählte der Bundestag Angela Merkel erneut zur Bundeskanzlerin. Obwohl die CDU mit 27,3 Prozent der Stimmen als stärkste Partei hervorging, war die Union mit insgesamt 33,8 Prozent bei den Wählerinnen und Wählern so unbeliebt wie seit 1949 nicht mehr. Die SPD erzielte unter Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier mit 23 Prozent der Stimmen ihr bisher schlechtestes Wahlergebnis. FDP, Linke und Bündnis 90/Die Grünen konnten dagegen Stimmen hinzugewinnen.

Angela Merkel bei der Bundestagswahl 2009
2009 beginnt für Angela Merkel ihre zweite Amtszeit als Bundeskanzlerin. Bildrechte: dpa