#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 25. September

2016: Revival der Konsum-Rallye aus DDR-Zeiten

Vor fünf Jahren fand in Gera das sogenannte Konsum-Rallye-Revival statt. Rund 130 Oldtimer und 250 Fahrräder fuhren auf einer Strecke von 140 Kilometern verschiedene alte DDR-Konsum-Gaststätten ab.

Die Geschichte der Konsum-Rallye hat ihren Ursprung Ende der 1960er Jahren. Neben Fachgeschäften und Kaufhäusern hatte die Genossenschaft Konsum auch rund 250 Gaststätten. Doch der Umsatz dieser Gaststätten war wegen der geringen Bekanntheit und der oft abgelegenen Objekte nicht gerade üppig. Deshalb beschloß die Genossenschaft Gera, eine Rallye mit Verlauf vorbei an Gaststätten auszurichten.

1970 fand die erste Veranstaltung statt. Es starteten Trabanten, Ladas, Wartburgs, Mofas und Fahrräder. Bis in die 1980er Jahre hinein wuchs die Anzahl der Teilnehmer und der zu befahrenden Kilometer. Zur zehnten Rallye 1980 fuhren die Teilnehmer alle Konsum-Gaststätten auf 428 Kilometern Strecke ab. Diese Rallye war auch die letzte zu DDR-Zeiten. Denn danach wurde sie seitens der DDR-Führung verboten: Es werde zu viel Benzin verbraucht werden.

Vor fünf Jahren - 2016 - erfuhr die Veranstaltung ein Revival. Initiiert hatten es Erhard Lemm, der bereits 1970 per staatlichem Auftrag die Rallye gestaltet hatten. Zuletzt fand sie am 19. September 2021 statt.

Erhard Lemm
Erhard Lemm war bereits 1970 mit der Planung und Ausführung einer Konsum-Rallye betraut worden. 2016 iniitierte er auch das Revivale der DDR-Konsum-Rallye in Gera. Bildrechte: MDR Thüringen

2001: Wladimir Putin spricht im Bundestag

Als Wladimir Putin am 25. September 2001 vor dem Deutschen Bundestag sprach, war er seit eineinhalb Jahre Russlands Präsident. Er hielt seine Rede auf Deutsch und präsentierte Russland als idealen Partner für ein starkes, demokratisches Europa. Man unterstütze die europäische Integration und sehe sie mit Hoffnung: "Wir tun das als ein Volk, das gute Lehren aus dem Kalten Krieg und aus der verderblichen Okkupationsideologie gezogen hat." Die deutschen Abgeordneten reagierten mit stehendem Applaus.

Gerhard Schröder (l.) und Wladimir Putin legen 2005 Blumen nieder an der Begräbnisstätte von Immanuel Kant in Kaliningrad.
Gerhard Schröder (l.) und Wladimir Putin legen 2005 Blumen nieder an der Begräbnisstätte von Immanuel Kant in Kaliningrad. Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

Mit dem damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder entstand etwas, was beide öffentlich als "Männerfreundschaft" zelebrierten. Sie luden sich wechselseitig zu ihren Geburtstagen ein und schwitzten gemeinsam in der Sauna. Doch das deutsch-russische Verhältnis bekam durch den Regierungswechsel 2005 eine andere Note. Die neue deutsche Regierungschefin Angela Merkel kritisierte Putins Politik zunehmend auch öffentlich. Zum offenen Bruch kam es spätestens 2014, als Russland die politischen Umwälzungen in der Ukraine dazu nutzt, die Krim zu annektieren.

1991: "Öffentlicher Tarif Ost" eingeführt

1991 wurde der Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) geändert, der gültig für alle Angestellten des öffentlichen Dienstes war. Wesentliche Unterschiede zu BAT-West waren folgende: Ab 1961 bekamen Angestellte - beispielsweise Krankenschwestern - in den alten Bundesländern nach zwei Jahren einen höheren Lohn, nach vier Jahren wechselten sie erneut automatisch in die nächsthöhere Lohnklasse. Das nannte man Bewährungsaufstieg.

Mit der Einführung des BAT-Ost erhielten auch Angestellte in den neuen Bundesländern eine Gehaltserhöhung, allerdings nur 60 Prozent der Westkollegen. Und: Bislang geleistete Dienstjahre wurden nicht anerkannt. Angestellte im Osten wurden trotz beispielsweise 30 Dienstjahren wie Berufsanfänger bezahlt.

Auf einer –ÄTV-Demo in Berlin am 10.09.1991 forderten Ärzte die volle Anerkennung ihrer bisher auch in der ehemaligen DDR geleisteten Dienstjahre.
Auf einer Demo in Berlin am 10. September 1991 forderten Ärzte die volle Anerkennung ihrer bisher auch in der ehemaligen DDR geleisteten Dienstjahre. Bildrechte: dpa

Nach langem Streik im Herbst 1991 änderte sich das. Ab dem 25. September 1991 wurden bei rund 1,4 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der neuen Länder die DDR-Dienstzeiten voll anerkannt. Ausgenommen waren ehemalige Stasi-Angehörige und SED-Sekretäre.