#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 19. September

1956: FDGB beschließt Unterstützung für werktätige Frauen

Auf einer FDGB-Konferenz am 19. September 1956 wurde das "Programm zur weiteren Verbesserung und Erleichterung des Lebens der werktätigen Frauen und Mädchen" beschlossen. Das Programm sollte Frauen von der Hausarbeit entlasten und ihre "aktive Mitarbeit" in den Betrieben sichern. Es verfehlte aber die wahren Bedürfnisse der Frauen. Neben einer 40-Stunden-Woche forderten sie auch einen von ihrem Familienstand unabhängigen Haushaltstag. Nur verheirateten Frauen stand seit 1952 ein Haushaltstag zu. Mit dem 1956 beschlossenen Programm wollte die FDGB lediglich die Diskussion darüber beenden.

1990: Palast der Republik wird geschlossen

Der Palast der Republik in Berlin war das Prestigeobjekt der DDR. Am 19. September 1990 verfügte die Volkskammer im Vorgriff auf bundesdeutsche Sicherheitsnormen die Schließung des Palastes der Republik und somit auch der eigenen Tagungsstätte. Der Grund: Die Konstruktion war asbestverseucht und somit krebserregend. Nachdem der Palast der Republik 1976 feierlich eröffnet wurde, war "Erichs Lampenladen", wie er wegen der pompösen Beleuchtung spöttisch genannt wurde, ein Besuchermagnet. 70 Millionen Menschen kamen bis zur Schließung 1990. In den Restaurants fehlte es an nichts und im "Großen Saal" waren internationale Künstler wie Carlos Santana, Udo Lindenberg, Joan Baez, Mikis Theodorakis, Loriot, Helena Vondráčková oder Peter Maffay zu Gast. Dreizehn Jahre nach der Schließung beschloss der Bundestag in einer Sitzung 2003 kurz und schmerzlos den "Rückbau". Ab 2006 wurde der Palast der Republik nach und nach abgerissen.

Palast der Republik 1990 mit Video
Am 19. September 1990, 14 Tage vor der deutschen Vereinigung, verfügte die Volkskammer im Vorgriff auf bundesdeutsche Sicherheitsnormen die Schließung der eigenen Tagungsstätte. Der Palast sollte nie wieder geöffnet werden. Bildrechte: imago/Detlev Konnerth

1991: Wanderer finden "Ötzi" in den Alpen

Wanderer entdeckten bei einer Tour in den Ötztaler Alpen eine aus der Steinzeit stammende Gletschermumie. Die Mumie, die auf 3.210 Metern Höhe aus dem Eis ragte, wurde im Volksmund auf den Namen "Ötzi" getauft. Durch die Werkzeuge, die in Ötzis Nähe geborgen wurden, konnte die Wissenschaft das Alter der Mumie einschätzen. Mit 5.300 Jahren ist Ötzi die älteste Mumie, die je gefunden wurde. Auch interessant: Sie gilt dazu als ältestes Mordopfer der Geschichte. 2001 entdeckten Wissenschaftler, dass Ötzi mit einem Pfeil erschossen wurde.

Ötzi-Mumie
1991 wurde "Ötzi" von Wanderern entdeckt. Er gilt als älteste je gefundene Mumie. Bildrechte: IMAGO