#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 8. September

1966: Erste Folge von Raumschiff Enterprise

"Der Weltraum, unendliche Weiten": Die erste Folge der Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise (orig. Star Trek) wurde 1966 im US-Fernsehen ausgestrahlt. Raumschiff Enterprise gehört zu den legendärsten TV-Serien aller Zeiten. Sie spielt im Jahr 2200, zu einer Zeit, in der die Menschheit den Dritten Weltkrieg überlebt hat und sich friedlich mit anderen, außerirdischen Lebensformen zur "Vereinigten Föderation der Planeten" zusammengeschlossen hat. Die Crew ist auf dem Weg, um das Weltall zu erforschen und neue Welten zu entdecken. Erfunden hat diese Welten Gene Roddenberry, ein einstiger US-Bomberpilot. Mit seiner Multikulti-Crew warb Roddenberry für eine Überwindung von Krieg und Rassismus. Die Ur-Besatzung wurde geführt von Captain Kirk, dem Ersten Offizier Mr. Spock, Chef-Ingenieur "Scotty", Steuermann Sulu, Kommunikationsoffizier Lieutenant Uhura, Navigator Pavel Chekov und Schiffsarzt "Pille".

Filmszene aus "Star Trek"
Filmszene vom Beamen aus "Raumschiff Enterprise" Bildrechte: imago/Milestone Media

Science-Fiction-Film gab es auch in der DDR. Den ersten Weltraum-Film drehte 1959 Kurt Maetzig und landete damit einen internationalen Erfolg: Der Utopie-Streifen "Der schweigende Stern", nach einer Vorlage von Stanislaw Lem, lief auch in der Bundesrepublik, in Großbritannien und in den USA.

2009: Aufhebung aller "Kriegsverräter"-Urteile

Einstimmig hebt der Bundestag 2009 pauschal alle Verurteilungen wegen "Kriegsverrats" aus der NS-Zeit auf - knapp 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Forschungen des Freiburger Historikers Prof. Wolfram Wette zufolge wurden zumeist einfache Soldaten verurteilt, die etwa Juden geholfen, sich kritisch über das Hitler-Regime geäußert oder Kriegsgefangene "zu gut" behandelt hatten.

Über eine Rehabilitierung wurde lange gestritten. Die Unionsfraktion setzte sich lange für eine Prüfung jedes Einzelfalles ein. Erst ein Gutachten, das die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) beim früheren Verfassungsrichter Hans Hugo Klein in Auftrag gegeben hatte, brachte neue Dynamik. Klein entlarvte den Kriegsverräter-Paragrafen von 1934 als ein Instrument der NS-Justiz, das es erlaubte, willkürlich nahezu jedes missliebige Verhalten mit dem Tode zu bestrafen. Zudem sei dieser Paragraf mit rechtsstaatlichen Grundsätzen absolut nicht vereinbar. Ministerin Zypries wertete den Schritt im Gespräch mit der Nachrichtenagenut AP als "wichtiges Zeichen" für die Hinterbliebenen. Die NS-Justiz hatte Kritiker zu Unrecht als "Kriegsverräter" verurteilt und damit mundtot gemacht.

Sturmgeschütz III der Wehrmacht mit aufgesessener Infanterie
Sturmgeschütz III der Wehrmacht mit aufgesessener Infanterie, 1943 Bildrechte: imago images / Photo12

1941: Belagerung von Leningrad begann

Die Belagerung der nordrussische Stadt Leningrad durch Nazi-Deutschland begann 1941. Mit der Eroberung der Schlüsselburg am Ladogasee war die Stadt auf dem Landweg vom Mutterland abgeschnitten. Fast zweieinhalb Jahre schließt die Wehrmacht die nordrussische Stadt zwischen September 1942 und Januar 1944 ein. Mehr als eine Million Menschen sterben. Hitler persönlich hat die Blockade angeordnet. Er will die 2,5 Millionen Einwohner nicht versorgen. Der grausame Hungertod der Leningrader ist Teil des Kalküls. Die Leningrader Blockade gehört zu den eklatantesten Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg.

Tote nach deutschem Beschuss bei Leningrad-Blockade 1941
Tote nach deutschem Beschuss bei Leningrad-Blockade 1941 Bildrechte: imago/ITAR-TASS