Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 6. April

DDR und BRD führen Sommerzeit erstmals ein

1980 wurden die Sommerzeit in DDR und BRD erneut eingeführt. In der Bundesrepublik gab es bereits seit der Ölkrise 1973 Diskussionen über die Zeitumstellung. Im Sommer 1979 wurde die westdeutsche Debatte abrupt unterbrochen. Die DDR-Regierung verkündete nämlich, ab April 1980 die Sommerzeit einzuführen. Die Bundesrepublik zog nach und beschloss zügig das "Gesetz zur Einführung der Sommerzeit", um unterschiedliche Zeitzonen innerhalb Deutschlands zu vermeiden. Da das Hauptziel der Energieeinsparung bisher nicht erreicht wurde, beschloss das Europäische Parlament 2019, die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. Bislang konnten sich die EU-Mitglieder aber nicht auf eine gemeinsame Zeit einigen.

Wecker 2 min
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Völkermord in Ruanda gegen Tutsi beginnt

1994 begann in Ruanda in Afrika der Völkermord durch die Bevölkerungsmehrheit der Hutu an den Tutsi. In den Jahren zuvor kam es zu wiederholten Gewaltausbrüchen zwischen den beiden Völkergruppen. Letztendlich löste der Tod des zu den Hutu gehörenden Präsidenten Habyarimana den Genozid aus. Er war am Vortrag durch einen Flugzeugabschuss gestorben, den die Hutus den Tutsi zuschrieben. In den folgenden drei Monaten tötete das radikale Hutu-Regime etwa 800.000 Menschen, die mehrheitlich den Tutsi angehörten. Heute gibt es in Ruanda "Versöhnungsdörfer", in denen Täter mit Menschen zusammen leben, deren Angehörige getötet wurden.

Kinder sitzen in einem Dorf in Ruanda mit dem Rücken zur Kamera, ein Junge dreht sich um.
Bewohner eines Rückkehrer- und Versöhnungsdorfes in Ruanda Bildrechte: dpa

Letzte Überweisung der Altstadtmillion an Görlitz

2016 bekam die Stadt Görlitz das letzte Mal die sogenannte "Altstadtmillion". Ein anonymer Spender überwies der sächsischen Stadt seit 1995 jährlich eine Million D-Mark, später 511.500 Euro für die Sanierung der Altstadt. Mit dem Geld des unbekannten Spenders konnte die Stadt mehr als 1.500 private, als auch öffentliche Projekte mit über zehn Millionen Euro unterstützen. Auch bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Görlitzer Frauenkirche und Nikolaikirche, das Schloss Klingewalde oder die Turmuhr des Rathauses konnten durch die Spende restauriert werden. Die geförderten Objekte wurden durch eine Edelstahltafel mit der Aufschrift "Gefördert durch die Altstadtstiftung Görlitz" sichtbar gekennzeichnet.

Das Jugendstilkaufhaus in Görlitz (Sachsen) 3 min
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Mo 05.04.2021 22:50Uhr 02:39 min

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Leipziger Gericht legalisiert privaten Cannabis-Anbau

2016 fällte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil, das den privaten Cannabis-Anbau zu medizinischen Zwecken im Einzelfall legalisierte. Geklagt hatte ein an Multipler Sklerose erkrankter Mann, der sich die Kosten von mehr als 1.000 Euro pro Monat nicht leisten konnte. Erstmals erlaubten Richte mit diesem Urteil einem Schmerzpatienten den Anbau von Cannabis in den eigenen vier Wänden. Die Gesetzesänderung, die parallel zum Prozess in Bearbeitung war, ist seit März 2017 gültig. Seitdem durften Ärzte schwerkranken Patienten symptomlinderndes Cannabis auf Rezept der Krankenkassen verschreiben.

Arztfragebogen zur Beantragung von medizinischem Cannabis.
Seit März 2017 dürfen Ärzte, außer Zahnärzte, medizinisches Cannabis verschreiben. Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

Stadt Jessen hebt Quarantäne auf

2020 wurde die Quarantäne von zwei Ortsteilen in Jessen in Sachsen-Anhalt nach einem Beschluss des Landkreises Wittenberg vorzeitig aufgehoben. Der Grund für die Lockerung nach 12 Tagen waren stagnierende Infektionszahlen. Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim hatte der Landkreis die beiden Stadtteile mit mehr als 8.000 Bewohnern abgeriegelt.

Jessen: Feuerwehrmänner und Polizisten stehen an einer Straßensperre am Ortseingang von Jessen. Wegen der hohen Anzahl von Coronavirus-Infizierten stehen zwei Ortsteile der Stadt Jessen (Elster) in Sachsen-Anhalt unter Quarantäne
Anderthalb Wochen wurden die zwei Stadtteile in Jessen im Landkreis Wittenberg unter Corona-Quarantäne gestellt. Bildrechte: dpa