Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 10. April

Erste Zivildienstleistenden treten Dienst in BRD an

1961 gab es die ersten "Zivis" in Westdeutschland. Die 340 Kriegsdienstverweigerer der Jahrgänge 1937/38 mussten für zwölf Monate einen Ersatzdienst ableisten. Die Dauer des Dienstes wurde erst auf 15 Monate und später auf 18 Monate verlängert. Auch die DDR schaffte drei Jahre später – trotz Wehrpflichtgesetz – eine Möglichkeit für Verweigerer: Der Dienst als "Bausoldat". 220 Zivis traten im November 1964 ihren Dienst an, um militärische Einrichtungen wie Kasernen zu bauen.

Der letzte Wartburg rollt vom Band

1991 rollte der letzte Wartburg im VEB Automobilwerk Eisenach vom Montageband. Der Wartburg wurde seit Oktober 1955 produziert und nach dem Wahrzeichen der Stadt benannt. Bis zu 15 Jahre mussten DDR-Bürger auf einen in Eisenach produzierten PKW warten. Doch mit der Wiedervereinigung wurde klar: Weder die Ost- noch die Westdeutschen interessieren sich noch für den Wartburg. Schließlich wurde das Automobilwerk von der Treuhand wegen sinkender Nachfrage und veralteter Technik geschlossen. Der letzte, rotlackierte Wartburg wurde von den Mitarbeitern, denen nun die Arbeitslosigkeit droht, zum Werksausgang begleitet.

Pkw Wartburg nach Fertigstellung im Werk 2 min
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Angela Merkel zur Bundesparteivorsitzenden der CDU gewählt

2000 wurde Angela Merkel zur Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. Vor ihrer politischen Laufbahn studierte sie an der Universität in Leipzig Physik. Nach ihrer Promotion in Berlin wurde sie Mitglied der Bürgerbewegung "Demokratischer Aufbruch", die sich später mit der Ost-CDU zusammenschloss. Als "Allianz für Deutschland" trat das Bündnis bei den ersten freien Wahlen der Volkskammer 1990 an. Im gleichen Jahr wurde Angela Merkel CDU-Mitglied und 15 Jahre später die erste Regierungschefin Deutschlands. Ihren CDU-Parteivorsitz gab sie 2018 ab und verkündete zeitgleich zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr zu kandidieren.

Angela Merkel nach ihrer Wahl zur neuen CDU-Vorsitzenden am 10.04.2000
18 Jahre war Angela Merkel die Bundesvorsitzende der CDU. Danach wurde sie von Annegret Kramp-Karrenbauer abgelöst. Seit Januar 2021 ist Armin Laschet der Mann an der Spitze der CDU. Bildrechte: dpa

Niederlande legalisiert Sterbehilfe

2001 verabschiedete das niederländische Parlament ein neues Sterbehilfegesetz. Es ist das erste Gesetz, dass sowohl passive als auch aktive Sterbehilfe legalisiert. Doch die Ausnahmeregelung gilt nur für Ärzte: Für alle anderen bleibt die Tötung auf Verlangen und Beihilfe zum Suizid eine Straftat. In Deutschland ist aktive Sterbehilfe verboten. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erlaubte 2020 jedoch die geschäftsmäßige Sterbehilfe. In Deutschland können seitdem alle Menschen, die sterben wollen, die Dienste solcher Sterbevereine nutzen. Das Grundgesetz garantiere "ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben" und damit auch die Freiheit, "hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen", so die Richter. Kritiker sehen in diesem Urteil die Normalisierung des Suizids.