Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 14. Mai

Erste Pockenschutz-Impfung

1796 führte Dr. Edward Jenner die erste Pockenschutzimpfung in Berkeley, England, durch. Er impfte den damals achtjährigen James Phipps mit dem Eiter aus einer Kuhpockenpustel. Sechs Wochen später infizierte er ihn künstlich mit Menschenpocken. Phipps blieb gesund - Jenner führte damit erfolgreich die erste Schutzimpfung gegen eine Infektionskrankheit durch. Jenner forschte weiter an der Impfung und kam zu dem Schluss, dass seine Pockenschutzimpfung eine lebenslange Immunität gegen die Krankheit ermöglichte. In ganz Europa nahm die breite Öffentlichkeit seine Forschung als positiv auf. Auch, weil Jenner es ablehnte, seine Impfmethode patentieren zu lassen. Ab 1799 wurden in Deutschland die ersten Impfversuche durchgeführt. Schon zur damaligen Zeit witterten Impfgegner gegen Jenners Methode. So erachteten sie es als nicht akzeptabel, Menschen einen Erreger aus Kühen oder anderen Tieren zuzuführen.

Kuhpocken-Impfung
Zwischen Euphorie und Verteufelung: Über die Kuhpocken-Impfung von Edward Jenner echauffierten sich schon damals Impfgegner. Bildrechte: imago images/Photo12

Bundestag beschließt Solidaritätszuschlag

1991 beschloss der Bundestag den Soldaritätszuschlag. Als zusätzliche Abgabe sollte er die Wiedervereinigung Deutschlands und den strukturellen Aufbau der neuen Bundesländer mitfinanzieren. Am 1. Juli 1991 zunächst zeitlich befristet eingeführt, besteht er seit 1995 dauerhaft. Er wird seitdem als Aufschlag auf Steuern wie Lohn- und Einkommenssteuer erhoben. Als Steuer ist der "Soli" nicht zweckgebunden, der Bund kann ihn also in anderen Bereichen anlegen. Diese Intransparenz führt zu Kritik: So vermutet man beispielsweise, dass die Einnahmen in Milliardenhöhe vor allem für Sozialausgaben verwendet würden, nicht, um dem Aufbau der ostdeutschen Wirtschaft zu helfen. 2019 beschloss der Bundestag die Abschaffung des "Solis". Nach Angaben des Finanzministeriums entfällt der "Soli" ab 2021 für rund 90 Prozent aller, die Lohn- und Einkommenssteuer zahlen.

Symbolfoto Solidaritätszuschlag
Er sollte den wirtschaftlichen Aufbau der neuen Bundesländer ermöglichen: Der "Soli" wurde 1991 beschlossen. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Bündnis 90 und Grüne schließen sich zusammen

1993 fand die Bundesversammlung statt, auf der das Bündnis 90 und die Grünen sich zusammenschlossen. Ein Grund für den Zusammenschluss war das schlechte Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl 1990. Das Bündnis 90 hingegen, das sich als Verbund von Bürgerrechtsbewegungen in der DDR verstand, zog zu dieser Zeit in den Bundestag ein. Vor der Fusionierung äußerte sich vor allem der radikalere linke Flügel der Grünen kritisch. Mitglieder wie Jutta Ditfurth traten aus, "Realos" wie Jürgen Trittin oder Winfried Kretschmann, heute Ministerpräsident in Baden-Württemberg, blieben in der Partei. Nach den Bundestagswahlen 1998 stellte die fusionierte Partei zusammen mit der SPD die neue Bundesregierung. Im April 2021 gab die Partei bekannt, dass die Vorsitzende Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin bei der nächsten Bundeswahl antreten werde.

Logo der Partei Bündnis 90/Die Grünen
Seit 1993 stellen das Bündnis 90 und die Grünen eine Partei. Bildrechte: Bündnis 90/Die Grünen