Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 10. Mai

Rudolf Heß fliegt für Friedensgespräche nach Schottland

1941 startete Rudolf Heß mit einem Militärflugzeug von Augsburg in Richtung Großbritannien. Nach fünftstündigem Flug landete er mit dem Fallschirm in der Nähe von Glasgow. In Schottland beabsichtigte Heß, stellvertretender Vorsitzender der NSDAP, vermutlich ohne Hitlers Wissen mit dem Duke of Hamilton über einen Friedensschluss zu verhandeln. Die Briten sollten dem Deutschen Reich die Vormacht in Europa einräumen, die Briten bekämen im Gegenzug Kontrolle über die Weltmeere. Sein Vorhaben missglückte: Heß geriet in britische Kriegsgefangenschaft, fiel kurz darauf in Deutschland bei Hitler in Ungnade und wurde von ihm für verrückt erklärt. Bis heute ist nicht geklärt, was Heß zu der geheimen Aktion bewog. Bei den Nürnberger Prozessen 1946 entkam er der Todesstrafe, weil er am Einmarsch in die Sowjetunion und den Gräueln des Holocaust nicht mehr direkt beteiligt gewesen war. Heß erhielt eine lebenslange Gefängnisstrafe und starb 1987 in der Haft.

Wrack des Flugzeuges von Rudolf Heß in Schottland
Wrack des Militärflugzeuges, mit dem Rudolf Heß nach Schottland flog Bildrechte: imago/United Archives International

Bonn wird Hauptstadt der Bundesrepublik

1949 stimmte der Parlamentarische Rat mit knapper Mehrheit dafür, Bonn zur neuen provisorischen Hauptstadt der Bundesrepublik zu ernennen. Damit sprach sich das Gremium gegen Frankfurt am Main als neue Bundeshauptstadt aus. Am 3. November 1949 stimmte auch der Bundestag für Bonn. Die Stadt sollte zunächst nur vorübergehend die Hauptstadt der Bundesrepublik sein. Die Abgeordneten hofften zu diesem Zeitpunkt noch auf einen baldigen Kurswechsel in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach dem Mauerbau erkannte Bundeskanzler Willy Brandt 1973 Bonn offiziell als Hauptstadt an. Erst nach der Wende 1991 beschloss der Bundestag endgültig, dass Berlin wieder Hauptstadt des neu vereinigten Deutschlands werden sollte.

DDR-Schulabschlüsse in der BRD anerkannt

1990 beschlossen die Kultusminister, dass ein Studium an einer bundesdeutschen Hochschule auch mit einem Abschlusszeugnis aus der DDR möglich sei. Abiturienten aus der DDR sollten damit die Chance bekommen, an einer westdeutschen Hochschule zu studieren. Der Mauerfall ermöglichte es ihnen nun, nach Westdeutschland zu ziehen. Auch der bald darauf folgende Einigungsvertrag vom August 1990 legte fest, dass die Bildungsabschlüsse aus der DDR denen aus Westdeutschland gleichgestellt sind.

Studenten der Friedrich-Schiller-Universität in Jena bei einer Physik-Vorlesung am 5. Oktober 1983.
Studierende an der Universität Jena im Jahre 1983 Bildrechte: dpa