Historische Jahrestage, Jubiläen, Ereignisse #blickzurück: 12. Mai

Konrad Zuse stellt ersten Computer der Welt vor

1941 stellte Computerpionier Konrad Zuse den ersten Computer der Welt vor. Sein Rechner "Z3" war groß wie ein Wandschrank, konnte 64 Wörter speichern und brauchte mehrere Sekunden, um eine Rechenaufgabe zu lösen. Dennoch war er der erste vollautomatisierte und programmgesteuerte Rechner weltweit. Während des Zweiten Weltkrieges erhielt Zuse jedoch kaum mediale Aufmerksamkeit für seine Erfindung. Im Dezember 1943 wurde der Z3 bei einem Bombenangriff zerstört, Zuse konnte jedoch bald einen Nachfolgerechner, den Z4 bauen. In den Nachkriegsjahren war dies der einzige funktionierende Computer in Mitteleuropa. Zuse gründete 1949 die Zuse KG, die bis 1971 bestand. Konrad Zuse stammte aus Berlin, und wohnte längere Zeit in Hoyerswerda. Er verstarb 1995 in Hünfeld.

Nachbau des weltweit ersten Computers Z3
Groß wie ein Wandschrank mit einer Speicherkapazität von 64 Wörtern: Der Z3-Rechner von Konrad Zuse Bildrechte: imago images/Eventpress

Flucht mit Bus aus der DDR scheitert

1963 scheiterte ein Fluchtversuch an der Berliner Mauer: Acht Menschen versuchten, in einem Reisebus die Grenzanlagen zu durchbrechen und nach West-Berlin zu gelangen. Der Bus, der auf einen schmalen Durchlass in der Betonmauer abzielte, geriet ins Schlingern, prallte gegen die letzte Sperre, und blieb einen Meter vor der Grenzlinie stehen. Dabei feuerten die DDR-Grenzsoldaten 138 Schüsse auf den Bus ab. Die drei Männer in der Fahrerkabine wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen, Manfred Massenthe und Gerd Klein, hatten die Flucht geplant. Sie hatten den Bus organisiert und ihn mit Blechplatten möglichst kugelsicher gemacht. Alle Passagiere wurden festgenommen und verbüßten Gefängnisstrafen von bis zu sieben Jahren. Massenthe und Klein wurden zu neun und zehn Jahren Haft verurteilt.

Der in der Mauer stecken gebliebene, schwer zusammengeschossene Bus.
Einen Meter bis zur Freiheit: Der in der Mauer stecken gebliebene, zusammengeschossene Bus sollte acht DDR-Bürgern in den Westen transportieren. Bildrechte: dpa

Erster Thüringer Rennsteiglauf

1973 starteten vier Studenten aus Jena den ersten thüringischen Rennsteiglauf. Wolf-Dieter Wolfram, Hans-Joach-Römhild, Dr. Hans-Georg Kremer und Jens Wötzel wollten von Eisenach bis Masserberg laufen. Die Strecke sollte ursprünglich ein Orientierungslauf in Gedenken an Johann Christoph Guts Muths werden. Ohne Geländekarten orientierten sie sich beim Laufen am Rennsteig und legten schließlich 100 Kilometer zurück. Ab 1975 fand der Rennsteiglauf jährlich als Wettbewerb statt, der Läuferinnen und Läufer aus der gesamten DDR anzog. Die Läufer absolvierten dabei eine herausfordernde Strecke auf circa 1.5000 Höhenmeter. Der gesamte Wettkampf war ehrenamtlich organisiert, für die Teilnehmenden gab es auf der Strecke Wurstbrote und Haferschleim. Noch heute ist der Rennsteiglauf einer der größten Volksläufe Deutschlands.

Sowjetunion verschrottet letzte Mittelstreckenraketen

1991 ließ die Sowjetregierung die letzten zwei Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 sprengen. 1976 hatte die Sowjetunion mit der "RSD10-Pionier", so die russische Bezeichnung, unter strengster Geheimhaltung aufgerüstet. Die Aufrüstung verschärfte die internationale Spannungen zwischen den USA und der UdSSR im Kalten Krieg massiv: Eine SS-20 konnte in kurzer Zeit Ziele in Europa erreichen und hatte die achtzigfache Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Bundeskanzler Helmut Schmidt setzte deshalb 1979 den NATO-Doppelbeschluss durch, der Abrüstungsverhandlungen mit der UdSSR vorsah. Die Sowjets zeigten sich jedoch nicht zu Verhandlungen bereit. In den Folgejahren wollte US-Präsident Ronald Reagan weiter aufrüsten. Auf diese Aufrüstungsvorhaben reagierten die Menschen in West- und Ostdeutschland mit Protest, die Friedensbewegungen gründeten sich. Erst der INF-Vertrag von 1987 konnte beide Mächte zur Abrüstung bewegen: Die UdSSR werde ihre Mittelstreckenraktenen in Europa sprengen, die USA hatten im Gegenzug ihre "Pershing II" Sprengköpfe zu vernichten.

Explosion einer Mittelstreckenraketen 2 min
Bildrechte: Spätjournal 1991 (DRA)