#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 29. Juli ...

1993: Todesurteil von John Demjanjuk wird aufgehoben

Das Todesurteil gegen John Demjanjuk wird vom Obersten Gerichtshof in Israel aufgehoben. Es sei nicht zweifelsfrei erwiesen, dass Demjanjuk als Aufseher in einem KZ in Polen eine Vergasungsanlage betrieben und Häftlinge sadistisch gefoltert habe.

Demjanjuk steht zwischen 1988 und 1993 in Israel als NS-Kriegsverbrecher vor Gericht. Fünf Überlebende aus dem KZ Treblinka hatten Demjanjuk als den früheren KZ-Aufseher "Iwan der Schreckliche" identifiziert. Das Gericht in Israel hatte keine Zweifel daran, dass Demjanjuk der Treblinka-Massenmörder sei und verurteilte ihn im April 1988 zum Tode.

Der Dienstausweis von Iwan 'John' Demjanjuk, den er als 'Wachmann' 1942 in seinem Ausbildungslager Trawniki bekommen hat.
Der Dienstausweis von Iwan 'John' Demjanjuk, den er als 'Wachmann' 1942 in seinem Ausbildungslager Trawniki bekommen hat. Bildrechte: dpa

1993 wird durch die Öffnung von sowjetischen Archiven bekannt, dass Demjanjuk nicht "Iwan der Schrecklich" gewesen sein kann. Am 29. Juli 1993 wird das Todesurteil daher aufgehoben und Demjanjuk durfte zurück nach Amerika, wohin er nach Kriegsende ausgereist war. Hier hatte er bei Ford angefangen zu arbeiten und die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen.

Doch 2009 wird Demjanjuk von den USA nach Deutschland überstellt. Hier steht er 2011 wieder vor Gericht. Die Anklage: Er soll im KZ Sobibór in Polen an der Ermordung von mindestens 29.000 Juden beteiligt gewesen sein. Als wichtigster Beleg für die Anklage diente sein SS-Dienstausweis. Am 12. Mai 2011 verhängte das Landgericht München eine fünfjährige Haftstrafe gegen den damals 91-jährigen. Da keine Fluchtgefahr bestand, setzte der Richter das Urteil außer Vollzug. Demjanjuk kam in ein Pflegeheim, wo er im März 2012 stirbt.

1974: Schriftsteller Erich Kästner gestorben

Am 29. Juli 1974 stirbt Erich Emil Kästner in München an Speiseröhrenkrebs. Bekannt wurde der in Dresden geborene Schriftssteller durch Gedichtbände, das Hör- und Bühnenstück "Leben in dieser Zeit", der Roman "Fabian" und vor allem durch seine Kinderbücher. 1929 legte Kästner "Emil und die Detektive" vor. Der Roman wurde zunächst als Buch und 1930 als UFA-Film ein Erfolg. Andere erfolgreiche Kinderbücher, die zum Teil verfilmt wurden oder Vorlagen für das Theater lieferten, folgten.

Die Zeit als erfolgreicher Schriftsteller nahm mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ein jähes Ende: Seine Bücher wurden verbrannt, er bekam Schreibverbot. Ein Jahr später wurde er von der Gestapo verhaftet - allerdings nach ein paar Tagen wieder frei gelassen. Kästner floh mit seiner Kollegin und Lebensgefährtin Luiselotte Enderle nach Österreich.

Nach dem Kriegsende kam Kästner zurück und lebte in München. Er leitet die Feuilletonredaktion der "Neuen Zeitung". Außerdem war er zwischen 1946 und 1949 Herausgeber der Jugendzeitschrift "Pinguin". Er blieb für den Rest seines Lebens in München. Ein Anschluss an die ganz großen Erfolge gelang ihm nur noch 1949 mit dem "Doppelten Lottchen", das 1950 verfilmt wurde.

1958: NASA gegründet

Am 29. Juli 1958 unterzeichnete der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower das "National Aeronautics and Space"- Gesetz und gründete damit die Weltraumbehörde NASA. Das neue Unternehmen zählte zu Beginn 8.000 Mitarbeiter. Inzwischen hat die Raumfahrtbehörde mit Hauptsitz in Washington D.C. und einem Milliardenbudget rund 18.000 Mitarbeiter in den USA.

Das erste bemannte amerikanische Raumfahrtprojekt war das Mercury-Programm. Im Dezember 1959 flog der Rhesusaffe Sam bis auf eine Höhe von 85 Kilometern. Es folgten weitere Versuche, bis das Mercury-Projekt am 12. Juni 1963 offiziell beendet wurde. Als Abschluss flog Gordon Cooper vom 15. Mai bis 16. Mai 1963 ins All. Wenige Jahre später landetenn am 20. Juli 1969 Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond und kehrten am 24. Juli sicher auf die Erde zurück.

1921: Adolf Hitler wird NSDAP-Vorsitzender

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der NSDAP, wird Adolf Hitler am 29. Juli 1921 zum Parteivorsitzenden gewählt. Er löst damit Anton Drexler, der die Arbeiterpartei 1919 gegründet hatte, ab. Hitler trat der radikal-nationalistischen Deutschen Arbeiter-Partei DAP schon im Gründungsjahr bei. 1920 wird sie zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei umbenannt.

1923 scheiterte der von Hitler angezettelte Putsch, "Marsch auf die Feldherrnhalle". Die NSDAP wurde verboten und Hitler zu fünf Jahren Festungshaft wegen Volksverrats verurteilt. Nachdem Hitler bereits 1924 vorzeitig aus der Haft entlassen wurde, gründete sich die NSDAP neu. Nun mit dem Ziel, die Macht auf legalem Wege zu erreichen.

Doch bei der Wahl 1928 zum vierten Reichstag stimmten gerade einmal 2,6 Prozent der Wähler für die Nationalsozialisten. Der sozialdemokratische Reichskanzler Hermann Müller bildete die letzte demokratisch gewählte Regierung der Weimarer Republik.

1932, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, ging die NSDAP als die mit Abstand stärkste Partei aus den beiden Reichstagswahlen 1932 hervor. In den Jahren zuvor hatten weder Hindenburg noch die vorangegangenen Regierungen etwas gegen die offensichtlich verfassungsfeindliche Partei unternommen. Doch auf Grund instabiler Regierungen und immer lauter werdender Rufe, Hitler solle Reichskanzler werden, ernannte Hindenburg ihn am 30. Januar 1933 zum Regierungschef. Nur wenige Wochen später nutzen die Nationalsozialisten ihre Machtstellung, um mit Notverordnungen alle politischen Gegner zu unterdrücken.

Begrüßung Paul von Hindenburgs durch den Reichskanzler Adolf Hitler am «Heldengedenktag» vor der Neuen Wache in Berlin. (21. März 1933). Links, Hermann Göring.
Begrüߟung Paul von Hindenburgs durch den Reichskanzler Adolf Hitler am 21. März 1933. Links: Hermann Göring. Bildrechte: dpa