#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 23. Juli ...

1942: Hitlers folgenschwere "Weisung Nr. 45"

1942 gab Adolf Hitler die "Weisung Nr. 45" für die Kriegsführung. Die waghalsige Strategie teilte die deutschen Truppen in der Sowjetunion und schickte sie gleichzeitig in Richtung Kaukasus und Stalingrad. Die Heeresgruppe A sollte die Ölfelder von Grosny erkämpfen, die Heeresgruppe B Stalingrad erobern. Der Vorstoß in den Kaukasus musste bereits im September 1942 wegen mangelnder Reserven und massivem sowjetischem Widerstand abgebrochen werden. In Stalingrad entbrannte ab August 1942 ein monatelanger, erbitterter Kampf. Im November wurden die Wehrmachtsoldaten von den Sowjets eingekesselt, der Kampf war damit für die Deutschen verloren. Die letzten Truppen ergaben sich jedoch erst im Februar 1943. Die Schlacht von Stalingrad gilt als Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg.

In dicke Jacken und Decken vermummte Männer laufen über ein verlassenes, verschneites Schlachtfeld.
Deutsche Soldaten verlassen nach der Kapitulation Stalingrad. Rund 90.000 geraten in sowjetische Gefangenschaft. Nur 6.000 kehren lebend nach Deutschland zurück. Bildrechte: dpa

1945: Sowjets und Briten tauschen Besatzungsgebiete im Harz

1945 fand der größte Gebietsaustausch im besetzten Deutschland statt. Der östliche Teil des Landkreises Blankenburg im Harz ging in die Obhut der Sowjets über – im Tausch für Bad Sachsa und Tettenborn, die dafür in die Britische Zone eingegliedert wurden. Rund 36.000 Menschen waren von der Grenzverschiebung betroffen. 1950 wurde der Osten Blankenburgs in die DDR-Kreise Quedlinburg und Wernigerode eingegliedert, nach 1990 gehörte er zu Sachsen-Anhalt. Der westliche Teil ging an das Bundesland Niedersachsen, wo er 1972 aufgelöst und in die Landkreise Goslar und Osterrode integriert wurde.

Siegermächte des Zweiten Weltkrieges übernehmen am 5. Juni 1945 durch ihre Oberbefehlshaber, von links nach rechts, der Französisch General Jean de Lattre de Tassigny (1889-1952), der Britische Marschall Bernard Montgomery (1887-1976), der Sowjet Marschall Georgi Schukow (1896-1974) und der amerikanische General Dwight Eisenhower (1890-1969), umgeben von ihren zivilen und militärischen Beratern, die Regierungesgewalt in Deutschland.
Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges übernehmen 1945 die Regierungesgewalt in Deutschland. Dafür teilen sie das Land in vier Besatzungszonen. Bildrechte: IMAGO

2016: Schüsse auf Heim für Geflüchtete in Niesky

2016 fielen Schüsse auf ein Heim für Asylsuchende in der sächsischen Kleinstadt Niesky. Sie wurden vermutlich aus einem vorbeifahrendem Auto abgegeben und trafen die Fensterscheibe eines hell erleuchteten Zimmers. Verletzt wurde niemand. Wer die Kugeln abgab, konnte nie ermittelt werden. Im gesamten Jahr 2016 wurden in Deutschland 995 Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte gemeldet. Rassistische, rechtsextrem motivierte Anschläge auf Geflüchtete nahmen bereits 2015 stark zu. Hintergrund war der Anstieg der Menschen, die in Deutschland und weiteren Ländern der Europäischen Union Schutz vor Krieg und Verfolgung suchten.

Rücken einer fünfköpfigen Familie, die auf ein Gebäude zuläuft.
Geflüchtete und Migranten geraten besonders häufig ins Visier rechtsextremer Terrorakte. Bildrechte: dpa