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1990: Volkskammer beschließt Länderaufteilung der DDR

1990 verabschiedete die DDR-Volkskammer das Ländereinführungsgesetz. Es stellte jene fünf Bundesländern her, die 1945 gegründet und 1952 de facto wieder aufgelöst wurden: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Dafür wurden die von den Sowjets geschaffenen DDR-Bezirke zusammengelegt. Die Grenzen der Verwaltungseinheiten deckten sich jedoch nicht immer mit den alten Landesgrenzen. In einigen Kreisen gab es deswegen Streitigkeiten um die geplante Landeszugehörigkeit. Berlin als 15. Bezirk wurde mit Westberlin vereinigt. Das Ländereinführungsgesetz trat gemeinsam mit dem Einigungsvertrag am Tag der Deutschen Einheit in Kraft.

Ein Mann in Anzug spricht an einem Rednerpult. 3 min
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Mo 19.07.2021 14:21Uhr 03:03 min

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1953: Keine Freisprüche für Beteiligte am Volksaufstand

1953 machte das Oberste Gericht Urteile rückgängig, die Beteiligte am Volksaufstand vom 17. Juni freisprachen. Wenige Tage zuvor war Hilde Benjamin Justizministerin der DDR geworden. Wegen ihrer harten Urteile wurde sie auch "Rote Hilde" genannt. Ihr Vorgänger Max Fechner hatte sich am 30. Juni in einem Interview mit dem SED-Parteiblatt "Neues Deutschland" gegen die Strafverfolgung der Protestierenden ausgesprochen. Daraufhin wurde er als "Feind des Staates und der Partei" seines Amtes enthoben, aus der SED ausgeschlossen und verhaftet. Wegen "Verbrechen gegen den Staat" wurde er 1955 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Hilde Benjamin übernahm seinen Posten am 15. Juli 1953. Sie überwachte alle Strafverfahren, die mit den Protesten in Verbindung standen. Etwa 15.000 Personen wurden festgenommen und über 1.500 Aufständische von DDR-Gerichten verurteilt – zwei zum Tode.

Tausende Menschen haben sich auf einem großen Platz versammelt. Ein großes Banner mit der Aufschrift "Wir fordern freie Wahlen" hängt über der Menschenmenge.
Am 17. Juni 1953 demonstierten rund eine Millionen DDR-Bürgerinnen und Bürger gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der ostdeutschen Republik. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

1946: Sowjetunion lässt erste deutsche Kriegsgefangene frei

1946 kehrten die ersten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zurück. Viele litten an Unterernährung und Krankheiten. Die ehemaligen Wehrmachtsoldaten trafen zunächst im Lager für Heimkehrer in Gronenfelde bei Frankfurt an der Oder ein. Von dort aus wurden sie in ihre Heimatstädte gebracht. Für Kriegsgefangene aus den anderen Besatzungszonen, und später den Bundesländern, entstanden zu diesem Zweck Grenzdurchgangslager. Die aus der Sowjetunion Entlassenen wurden vielerorts euphorisch empfangen – auch NS-Verbrecher, die sich unter den Rückkehrern befanden. Die letzten deutschen Kriegsgefangenen durften die Sowjetunion erst 1955 verlassen. Insgesamt gerieten nach dem Zweiten Weltkrieg über drei Millionen Deutsche in sowjetischen Gewahrsam. Nur zwei Drittel überlebten.

Mehrere Männer laufen unter einem Banner durch, auf dem "Deutschland grüßt euch!" steht.
"Deutschland grüßt Euch" steht auf einem Schild über dem geöffneten Schlagbaum des Entlassungslagers Gronenfelde bei Frankfurt an der Oder. Die aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassenen Heimkehrer treten von hier aus die Reise in ihre Heimatorte an.  Bildrechte: dpa