#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 31. Juli ...

2020: Archäologen legen Ferdinandplatz in Dresden frei

Vor einem Jahr präsentieren Archäologen Funde aus der Zeit der Bombardierung Dresdens im Februar 1945. Darunter Regale voller Weinflaschen, Meißner Geschirr und andere Gegenstände, die womöglich zu einer Weinhandlung oder einem Café gehörten.

Ein achtköpfiges Grabungsteam hatte auf der etwa einen Hektar großen Fläche von März 2020 bis März 2021 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt. Das Areal lag ursprünglich außerhalb der Stadtmauern des mittelalterlichen Dresdens. Auf dem Platz soll bis 2025 ein neues Verwaltungszentrum der Stadt entstehen.

1976: Die DDR wird Fußball-Olympiasieger

Vor 45 Jahren wird die DDR Fußball-Olympiasieger in Montreal. Im Endspiel gewinnt die Mannschaft von Trainer Georg Buschner mit 3:1 gegen Polen.

Fußball wird in der DDR vom Deutschen Turn- und Sportbund eher stiefmütterlich behandelt. Im Bundesarchiv Berlin liegt ein Schreiben von DTSB-Präsident Manfred Ewald von 1975: "Es vollzieht sich der Leistungsfortschritt im Fußball zu langsam." Doch die DDR-Mannschaft setzt sich in Montreal durch. Zwar verliert sie das erste Spiel gegen Brasilien, aber geht mit 1:0 gegen Spanien ins Viertelfinale. Frankreich wird dann mit vier Toren vom Platz geschickt. Im Halbfinale steht die DDR der UdSSR gegenüber und gewinnt das Spiel mit 2:1. Und dann im Endspiel gegen Polen macht Hartmud Schade in der siebten Minute das erste Tor. Nach 15 Minuten fällt das zweite Tor. Die DDR-Fußball-Mannschaft bringt olympisches Gold mit nach Hause.

Der Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR, Manfred Ewald (l.) besichtigt am 12.10.1979 die Rennrodelbahn am Königssee. Ewald hält sich anlässlich der IV. Europäischen Sportkonferenz in Berchtesgaden auf.
Der Präsident des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR: Manfred Ewald. Bildrechte: dpa

1941: "Endlösung der Judenfrage" beauftragt

Vor 80 Jahren beauftragt Hermann Göring im Namen Hitlers den Chef des Reichsicherheitshauptamtes, Reinhard Heydrich, mit der Endlösung der Judenfrage: "Ich beauftrage Sie einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen."

Auslöser bzw. Wendepunkt bei der "Endlösung" war der deutsche Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941. Nur einen Tag später wurden kurz hinter der sowjetischen Grenze über 200 jüdische Bewohner von einem Polizeikommando aus der benachbarten deutschen Grenzregion erschossen. Zuvor mussten die Juden ihren Besitz abgeben und Gräber ausheben. Einen Tag später ermordete das Polizeikommando weitere Juden.

1919: Weimarer Verfassung verabschiedet

Vor 102 Jahren verabschiedet die Nationalversammlung die Weimarer Reichsverfassung, die am 14. August in Kraft tritt. Es ist die erste parlamentarisch-demokratische Verfassung Deutschlands. Die kurz vorher erfolgte Wahl zur Nationalversammlung, war nicht nur die erste reichsweite Wahl nach Weltkrieg und Novemberrevolution, sondern auch die erste, bei der Frauen ein aktives und passives Wahlrecht hatten. Die Wahl fand zu einer Zeit erheblicher politischer Unsicherheit statt.

Der Großherzog stellte das Weimarer Schloss der Regierung, dem sogenannten Rat der Volksbeauftragten, zur Verfügung. Das Parlament sollte seinen Platz im 1907 erbauten Nationaltheater finden. Das Theater bot Platz für reichlich 400 Abgeordnete. Bühne und Zuschauerraum wurden umgebaut, die Stühle wurden eigens aus dem Berliner Reichstag gebracht.