Vertreibung und Flucht - aus der Tschechoslowakei

Historische Aufnahme: Vor einem großen Gebäude mit vielen Säulen ziehen Menschen Koffer auf Schlitten hinter sich her.
Sie können kaum mehr als ihr Leben mitnehmen: Gut drei Millionen Deutsche aus Sudeten, Böhmen und Mähren in der Tschechoslowakei müssen zwischen Mitte 1945 und 1947 ihre Heimat verlassen. Bildrechte: IMAGO
Historische Aufnahme: Vor einem großen Gebäude mit vielen Säulen ziehen Menschen Koffer auf Schlitten hinter sich her.
Sie können kaum mehr als ihr Leben mitnehmen: Gut drei Millionen Deutsche aus Sudeten, Böhmen und Mähren in der Tschechoslowakei müssen zwischen Mitte 1945 und 1947 ihre Heimat verlassen. Bildrechte: IMAGO
historisches Foto, Menschen steigen in einen Zug. Vor dem Zug warten noch viele Leute, manche warten mit Kinderwagen.
Im Januar 1946 fährt aus Marienbad ein erster Zug in die amerkanische Zone nach Deutschland. Ins vorgeschriebene Gepäck gehörte laut Aussiedlungserlass: "2 Decken, 4 Wäschegarnituren, 2 gute Arbeitsanzüge, 2 Paar gute Arbeitsschuhe, einen guten Arbeitsmantel (Winterrock), Esschüssel, Esstopf- und Essbesteck, 2 Handtücher und Seife, Nähbedarf (Nadel und Zwirn), Lebensmittelkarten und die amtlichen Personalpapiere, etwas Lebensmittel." Bildrechte: IMAGO
Sudeten aus Marienbad
Bahnhof Marienbad: Die "Aufrufe zur Aussiedlung" variierten einzig in der Angabe des Gepäckgewichts. Zwischen 30 und 60 Kilogramm Gepäck wird denen zugestanden, die nun das Land verlassen müssen: "Die übrigen Sachen sind in der Wohnung an Ort und Stelle zu lassen, z.b. Vorhänge, Teppiche, Tischlampen, Wandspiegel, Waschschüsseln, Teile der Einrichtung, Tischdecken, 2 Handtücher, in Betten Matratzen, Bettlaken und mindestens je ein Kopfkissen und Zudeckbett, alles frisch bezogen. Das Gepäck darf nicht in Teppiche oder Überzüge gepackt werden." Bildrechte: IMAGO
Entlang eines Bahngleises stehen hunderte Menschen mit Koffern und Säcken.
Auch in der Nähe von Prag warten tausende Deutsche auf einen Zug, der sie in eine unbekannte Zukunft bringt. Bildrechte: IMAGO
Sudeten Durchgangslager Wiesau
Zwischenstation: Durchgangslager Wiesau, ein Städtchen mit 2500 Einwohnern an der Grenze zur Tschechoslowakei. Von Februar 1946 bis 30.Oktober 1947 kamen in Güterzügen etwa 570.000 Menschen in den Ort - täglich etwa 7000. Die meisten reisten nach spätestens zwei Tagen weiter, viele übernachteten in den Waggons. Vor der Weiterreise standen Entlausung, Essen und eine ärztliche Untersuchung an. Die 30 Baracken standen noch bis 1957 und dienten Heimatlosen als Unterkunft. Bildrechte: dpa
Vor einem großen Gebäude sitzen Menschen auf Koffern. Auf den Rücken eines Mannes und auf einen Koffer ist ein riesiges Hakenkreuz gepinselt.
Auf gepackten Koffern harren Deutsche in Prag Ende Mai 1945 auf ihr weiteres Schicksal. Bildrechte: IMAGO
Sudetendeutsche treffen mit einem Flüchtlingszug im Durchgangslager Wiesau ein (undatiertes Bild).
In Durchgangslagern wie Wiesau in der Oberpfalz werden die Heimatlosen aus dem Osten weitergeleitet: in das Gebiet, dass 1949 zur DDR wird, etwa 914.000. Aus politischen Gründen müssen sie sich später "Umsiedler" nennen. Auf das Gebiet der Bundesrepublik werden gut knapp zwei Millionen verteilt. Nach Regionen aufgeschlüsselt kamen rückblickend 127.000 Menschen aus Böhmen, Mähren und Sudeten nach Sachsen, 222.000 nach Bayern, 357.000 nach Sachsen-Anhalt. Bildrechte: dpa
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