30.12.1819 Theodor Fontane: Apotheker, Kriegsberichterstatter, "Plaudertasche"

30.12.1819 kam Theodor Fontane in Neuruppin zur Welt. 1833 kam er nach Berlin und machte eine Apothekerausbildung. 1847 legte er sein Staatsexamen ab. Seine erste Novelle "Geschwisterliebe" erschien 1839. 1848 beteiligt Theodor Fontane sich an den Barrikadenkämpfen der Märzrevolution in Berlin und veröffentlichte einige radikale Texte in der Zeitschrift "Berliner Zeitungshalle".

Vom Apotheker zum Journalisten

Den Apothekerberuf gab Fontane 1949 auf, um sich als Journalist und freier Schriftsteller zu etablieren. Er arbeitete als Korrespondent für die radikal-demokratische "Dresdner Zeitung" und veröffentlichte sein erstes Buch "Männer und Helden. Acht Preußenlieder".

1852 ging Fontane als Korrespondent für die "Preußische Zeitung" nach London, es folgte ein mehrjähriger Aufenthalt von 1855-1859. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Redakteur für die konservative "Neue Preußische Zeitung" und widmete sich seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Der erste Band erschien 1962 unter dem Titel "Die Grafschaft Ruppin".

Theodor Fontane hat die Mark erwandert, viele Orte gesehen und erkundet, Lebensläufe erforscht, Bauwerke und Landschaften beschrieben. Noch heute sind die liebevoll dargestellten Personen, Tiere, Gebäude durch seine Erzählungen lebendig. Detailgenau beschreibt er die Umgebung seiner "märkischen Schweiz", voller Poesie ihre Landschaften und seine Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen und dem einfachen Volk. Er war mit seiner Heimat eng verbunden und stark verwurzelt in der Landschaft, die er auch zum Thema vieler Werke machte.

Als Kriegsberichterstatter nahm Fontane an drei Kriegen teil, ab 1870 war er Theaterkritiker für die "Vossische Zeitung".

Vom Kriegsberichterstatter zum Romancier

Theodor Fontane war fast 60 Jahre alt, als er anfing, Romane und Erzählungen zu schreiben. 1878 erschien sein erster Roman "Vor dem Sturm", gefolgt von einer intensiven Schaffensphase. Zu seinen erfolgreichen Erzählwerken zählen "Irrungen, Wirrungen" (1888), "Frau Jenny Treibel" (1893), "Effi Briest" (1895 und "Der Stechlin" (1899).

Er selbst bezeichnete sich als echte Plaudertasche, nannte sich sogar einen "Briefschwärmer". Noch an seinem letzten Tag, dem 20. September 1898, griff er zur Feder und vollendete die jahrzehntelange Korrespondenz mit seiner Frau. Leider ist von seinen rund 10.000 Briefen einiges verloren gegangen. Emilie Fontane ist daran nicht ganz unbeteiligt. Briefe, die vom Liebesleben des Dichters zeugten, übergab sie den Flammen.

Der deutsche Schriftsteller und Verfasser Theodor Fontane
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Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2016, 16:44 Uhr