24. Januar 1046: Untergang der Ekkehardiner Ekkehard II., Markgraf von Meißen

(gest. 1046)

Im Jahr 1032 wird Ekkehard II. erstmals als Markgraf erwähnt, zunächst als Markgraf der Ostmark, also der Nieder- und Oberlausitz. Erst nach dem Tod seines Bruders Hermann (1038) wurde Ekkehard II. auch die Mark Meißen übertragen. Er herrschte somit über ein Gebiet, das grob gesehen das heutige Sachsen und den Osten Thüringens umfasste. Im Naumburger Dom erinnert sein Bildnis neben dem seines Bruders Hermann daran, dass es besonders auf den Einfluss der beiden Ekkehardiner zurückzuführen ist, dass das Bistum Zeitz 1028 nach Naumburg verlegt und von beiden mit reichen Schenkungen ausgestattet wurde.

Das Amt der Markgrafen, das die Ekkehardiner ein knappes Jahrhundert lang bekleideten, war verantwortungsvoll. Um das Jahr 1000 waren die Gebiete östlich der Saale noch nicht endgültig für das Deutsche Reich gewonnen. Die Marken befanden sich in einem fortwährenden Kampf gegen Polen und Böhmen, die ihrerseits den Herrschaftsbereich auszudehnen versuchten. Im Gegensatz zum so genannten Altsiedelland des Westens waren die Verwaltungsstrukturen noch nicht gefestigt. Die deutschen Ortschaften, Burgen und Klöster lagen in vorwiegend slawisch besiedeltem Gebiet.

So wurden die frühen Ekkehardiner wie Gunther, Markgraf von Merseburg (gest. 982), und Ekkehard I., Markgraf von Meißen (gest. 1002), aber auch ihre Nachkommen Hermann und Ekkehard II. den wechselnden deutschen Königen vor allem durch ihre militärische Tüchtigkeit fast unentbehrlich. Sie bereiteten Kriegszüge vor oder führten sie - mit wechselndem Glück - selbst durch. Ihre Stellung war so gefestigt, dass auch Zwistigkeiten mit dem Königshaus bereinigt werden konnten. Als Ekkehard II., lange bevor er selbst Markgraf wurde, wegen Kontaktaufnahme mit dem gegnerischen Polenherzog in Ungnade fiel, wurde er auf Fürsprache seiner Familie rehabilitiert. Er sei noch jung und unreif, berichtet der Chronist.

Der Stammsitz der Familie lag in Kleinjena, am Zusammenfluss von Unstrut und Saale. Altenburg und die Naumburg, die vermutlich schon Ekkehard I. errichten ließ, gehörten dazu. Bis weit in die Umgebung reichte der Familienbesitz. Unaufhörlich waren die Ekkehardiner bemüht, ihn auszudehnen und abzurunden - und sie scheuten dabei auch keine handfesten Auseinandersetzungen mit den benachbarten Fürsten.

Immer bedeutender wurde die Familie auch in der Reichspolitik. Gunther, ein weiterer Bruder Ekkehard II., war Kanzler des sächsischen Königs Heinrichs II. Aber besonders zu den salischen Kaisern hatten die Ekkehardiner engen Kontakt. Als Konrad II. 1026 nach Italien zog, um sich zum Kaiser krönen zu lassen, waren Hermann und Ekkehard II. die einzigen weltlichen deutschen Fürsten, die ihn begleiteten.

Ekkehard II. starb am 24.1.1046 - plötzlich und kinderlos. Mit ihm endete das Geschlecht der Ekkehardiner. Bei seiner Beisetzung im Naumburger Dom war auch König Heinrich III. anwesend. Ihn hatte Ekkehard zum Alleinerben eingesetzt.