26. August 1485: "Der Leipziger Teilungsvertrag" Albrecht der Beherzte, Herzog von Sachsen

(1443-1500)

Als der in Meißen auf die Welt gekommene Bruder Ernst bereits zwei Jahre alt war, wurde Albrecht am 31. Juli 1443 in Grimma geboren. Das erste spektakuläre Ereignis um die Brüder erlebte Altenburg im Jahre 1455, als in der Nacht vom 7. zum 8. Juli der sächsische Ritter Kunz von Kauf(f)ungen die beiden Brüder auf einer Reise der kurfürstlichen Familie durch deren Herrschaftsgebiet aus dem Schloss Altenburg entführte. Besagter Ritter Kunz von Kau(f)ungen hatte zwischen 1446 und 1451 auf Seiten des Kurfürsten Friedrich II. gegen dessen Bruder Herzog Willhelm gekämpft.

Nach der durch die Brüder vollzogene Altenburger Teilung war es zwischen beiden zu Unstimmigkeiten gekommen, die militärisch ausgetragen wurden und zu einer sinnlosen Verheerung des Landes geführt hatten. Da der Ritter für seine dabei erlittenen materiellen Verluste nicht ausreichend entschädigt worden zu sein glaubte, versuchte er nun durch die Entführung der Prinzen seine Forderungen durchzusetzen. Das Ende vom Lied ist hinlänglich bekannt. Vielleicht veranlasste dieses Jugenderlebnis Albrecht, sich 30 Jahre später vehement, wenn auch vergebens, gegen die von Bruder Ernst angeregte Teilung auszusprechen.

Das nächste Mal trat der inzwischen 16jährige Albrecht anlässlich seiner Hochzeit im Jahre 1459 öffentlich in Erscheinung. Die Braut war Prinzessin Sidonie, die Tochter des böhmischen Königs Georg Podiebrad. Vollzogen wurde die Ehe allerdings erst im Mai 1464, da die Braut bei ihrer Verheiratung erst 10 Jahre alt gewesen war. Albrecht und seine Frau richteten sich danach in gemeinsamer Hofhaltung mit Bruder Ernst und dessen Frau Elisabeth im Dresdner Schloss ein. Von Dresden aus regierten sie seit dem Tod des Vaters 1464 das Land gemeinsam und wurden von ihrem Onkel mütterlicherseits, Kaiser Friedrich III., auch beide mit dem väterlichen Erbe belehnt.

Zwar hatten beide Brüder die Regierung inne, aber Ernst war der Kurfürst und seine Entscheidungen wogen schwerer. Außerdem widmete er sich seinen Aufgaben als Landesherr mit Eifer und Geschick, so dass Albrecht vielleicht weder die Notwendigkeit noch eine Möglichkeit sah, in die Landespolitik einzugreifen und sich so vor allem der Reichsidee und dem Kaiser verschrieb. Ihn unterstützte er 1474 im Westen mit einem eigenen Herr gegen den Herzog von Burgund und 1483 im Osten gegen den Ungarnkönig Matthias. Zwischen 1488 und 1493 übernahm er für seinen Cousin Maximilian, den späteren Kaiser, die Statthalterschaft in den Niederlanden. Während dieser Zeit siedelte der Herzog sogar mit seiner Frau und einigen der inzwischen acht Kinder in die Niederlande über.

In Anerkennung seiner Leistungen und als Ausgleich für all seine inzwischen angelaufenen finanziellen Forderungen machte ihn der Kaiser 1498 schließlich zum "ewigen Gubernator" von Westfriesland. Befrieden musste Albrecht das Land allerdings erst noch selbst.

Im Jahre 1482 kam es zur ersten ernsthaften Verstimmung zwischen Ernst und Albrecht in deren Folge Kurfürst Ernst 1485 gegen den Widerstand seines Bruders eine Teilung des Herrschaftsgebietes in einen ernestinischen und in einen albertinischen Teil durchsetzte. Diese Entscheidung entbehrte jedes staatsmännischen Weitblickes und wird als die größte Fehlleistung in der Geschichte des Hauses Wettin angesehen.

Eine späte Konsequenz aus der so genannten Leipziger Teilung stellte Albrechts Testament dar, das er am 18. Februar 1499 in Maastricht verfasst hatte. In ihm legte er die Unteilbarkeit des albertinischen Sachsens und die Erbfolge des Erstgeborenen fest. Der zweite Sohn sollte anderweitig abgefunden werden. Vor diesem Hintergrund sind Albrechts Bemühungen um das weit entfernte Westfriesland dann auch etwas besser zu verstehen, da er hier eine Möglichkeit sah, seinen zweiten Sohn Heinrich gebietsmäßig abzufinden.

Nach 25 Jahren aktiven Eingreifens in mitteleuropäische Geschichte starb Albrecht am 12. September 1500 in Emden. Das Herz Albrechts wurde in Emden beigesetzt und der Leichnam nach Meißen überführt, wo er am 25. Januar 1501 im Meißner Dom seinen Platz fand.