1337: Ablehnung der Deutschen Kaiserkrone Friedrich der Ernsthafte

(1310-1349)

Friedrich der Ernsthafte wurde am 30. November 1310 als Sohn Friedrich des Freidigen geboren und gehörte dem Haus der Wettiner an. Als sein Vater im Jahre 1323 starb, war Friedrich gerade 13 Jahre alt. Folglich wurde ihm die volle Mündigkeit noch nicht zugesprochen. Sein einziger Bruder, Friedrich der Lahme, war 1315 im Krieg gefallen und somit übernahm seine Mutter Elisabeth die Regierung. Mit kaum 18 Jahren heiratete der junge Friedrich Mechthild von Bayern und wurde damit Schwiegersohn des deutschen Kaisers. Als Mitgift bekam Friedrich das Pleißeland und die Grafschaft Altenburg um die er das wettinische Territorium nun erweitern konnte. Es beinhaltete die Reichsstädte Altenburg, Zwickau und Chemnitz mit den dazugehörigen Landstrichen. Seitdem war Altenburg ein bedeutender Sitz der Wettiner.

Mittlerweile war Friedrich in das Alter gekommen, die Regierung selbständig zu führen. Mit der Entlassung seines Vormundes Heinrich II. Reuß von Plauen aus seinem Amt 1323 und der Aufdeckung von dessen Veruntreuungen und Eigenmächtigkeiten entstand ihm ein Gegner, der sich im Bund mit anderen Grafen und Herren bald gegen den Landgrafen erheben sollte. Die adligen Grafen und Herren waren ihrem Stande nach den Wettinern ebenbürtig und wollten nur einen Kaiser über sich anerkennen, der weit weg war und ihnen ihre Freiheit ließ. Die sich aus dieser Situation ergebenden Spannungen begleiteten Friedrich sein Leben lang.

Der Tod Kaiser Ludwigs hatte Friedrich den Ernsthaften 1337 vor neue politische Entscheidungen gestellt. Dem englischen König Eduard III. wurde 1348 die deutsche Krone angetragen. Als dieser sie abwies, wandte man sich an Ludwigs Schwiegersohn Friedrich den Ernsthaften. Es spricht für die kluge und nüchterne Einschätzung seiner Möglichkeiten, dass er nach kurzem Überlegen das Angebot ausschlug.

In Friedrichs letzten Lebensjahren brach die vom Mittelmeer über die Alpen kommende Pest über Deutschland herein. In Dresden wurden die Juden verbrannt, man verdächtigte sie, durch Brunnenvergiftung die Pest verursacht zu haben. Auch Friedrich rief die Städte des Landes auf, die Juden "wegen der großen Bosheit" zu töten.

Am 18. November 1349 starb er mit 39 Jahren auf der Wartburg, drei Jahre nach dem Tod seiner Gemahlin Mechthild.