März 953: Verwalter von Sachsen Markgraf Hermann Billung

(912 - 973)

Hermann Billung entstammte einem der vornehmsten sächsischen Häuser, dem zahlreiche Grafschaften und Besitzungen in Sachsen und Thüringen gehörten. Nach dem erfolgreichen Feldzug gegen die Redarier, einem slawischen Stamm im Gebiet südöstlich des Müritzsees, setzte ihn Otto I. im Jahre 936 als Markgraf über die Redarier, Obotriten, Wagrier und Dänen ein. Der König begann damit die Errichtung der Markgrafschaften zur Sicherung seiner Herrschaft in den eroberten slawischen Gebieten.

In der Folgezeit stieg Markgraf Hermann weiter in der Gunst des Herrschers. Als dieser im Jahr 953 gegen aufständische Adelige in Franken zog, blieb Hermann als sein Stellvertreter in Sachsen zurück. Er selbst stand zwar loyal zum König, doch seine Neffen Wichmann II. und Ekbert der Einäugige schlugen sich auf die Seite der Aufständischen. Es gelang Hermann jedoch, die Aufrührer zu vertreiben. In den folgenden Jahren stiftete vor allem Wichmann immer wieder Unfrieden.

Auch gegen die Slawen musste Hermann sich häufig zur Wehr setzen. Nachdem er 972 den Wagrierfürsten Selibur zu einer Buße von 15 Pfund Silber verurteilt hatte, fiel der Slawe in der Mark ein. Doch wieder behielt Hermann die Oberhand und zwang den geschlagenen Selibur, die Herrschaft über den Stamm an seinen Sohn abzutreten.

Noch zweimal wurde Hermann von Otto I. als Stellvertreter in Sachsen eingesetzt, in den Jahren 961 und 966, als dieser seine Romfahrten unternahm. Die Position als Stellvertreter und damit die Aufgabe der Kontrolle über das nördliche Sachsen bildete den Ursprung des sächsischen Herzogtums, dessen Gebiet zunächst aber auf die Mark beschränkt blieb.

Hermann Billung starb am 27. März 973 in Quedlinburg, sechs Wochen vor Otto I., der sich über den Tod seines treuen Gefolgsmanns sehr betrübt zeigte. Widukind von Corvey schrieb:
„Traurig aber durchwandelte er diese Gegenden wegen des Todes des trefflichen Mannes, des Herzogs Hermann, der das Andenken an seine Klugheit und Gerechtigkeit und seine erstaunliche Umsicht in inneren und auswärtigen Angelegenheiten allen Sterblichen für ewige Zeiten hinterlassen hat.“