1123: Konrad wird Markgraf von Meißen Konrad von Wettin - Stammvater der sächsischen Könige

Konrad von Wettin gilt heute als der Stammvater des Sächsischen Königshauses und führt den Fürstenzug am Dresdner Schloss an. Doch vor 900 Jahren sah es zunächst ganz und gar nicht nach so viel Ruhm für Konrad aus.

1098 als zweiter Sohn eines mäßig begüterten Grafen in Wettin an der Saale geboren, hatte Konrad von Wettin kaum Aussichten auf eine große Karriere. Doch voller Tatkraft und vom Ehrgeiz getrieben, schaltete der Edelmann alle Konkurrenten aus und eroberte nur zwei Dekaden später die Burg Meißen und die zugehörige Markgrafschaft. Sein Aufstieg ist von Geheimnissen umwoben. Die Chronisten widersprechen sich. Man munkelt von Mord!

Als Markgraf von Meißen zählte Konrad zur Elite des Römisch-Deutschen Reiches – eine Position, die der geschickte Diplomat zu nutzen wusste. Mit den wechselnden Herrschern stellte er sich stets gut, wurde dafür reich beschenkt und konnte seine Güter mehren. Sein Seelenheil im Blick, gründete Konrad die Stiftskirche auf dem Petersberg bei Halle und schuf damit eine Grab- und Kultstätte für sich und seine Familie. Zugleich organisierte er von dort den Fortgang der christlichen Mission im Land östlich von Elbe und Saale, wo damals vorwiegend Slawen lebten. Klappte das nicht friedlich, so griff er zum Schwert, um die Heiden zu bekehren – wie im Slawenkreuzzug von 1147.

Am Ende seines Lebens war Konrad von Wettin der mächtigste Fürst im Osten des Reiches. Seine Töchter hatte er mit politischem Gewinn verheiratet, seine Söhne sicherten den Bestand des Hauses. Unbehelligt konnte Konrad sein Erbe weitergeben, als er 1156 im Dom zu Meißen Schild und Schwert, die Zeichen der Macht, niederlegte und selbst in das von ihm gegründete Stift auf dem Petersberg eintrat, wo er am 5. Februar 1157 starb. Mit ins Grab nahm Konrad das dunkle Geheimnis um die Anfänge der ruhmreichen Geschichte des Hauses Wettin.