1761-1767: Zweite Dresdner Schaffensperiode

Dresden: Canaletto kehrt in die Residenz zurück, die nach der Belagerung durch die Preußen jedoch nicht mehr wiederzuerkennen ist. Dresden hat seinen Glanz verloren. Viele Künstler haben der Stadt den Rücken gekehrt. Dass eine neue Zeit angebrochen ist, bekommt auch Canaletto zu spüren: Seine beiden Gönner, August III. und Heinrich Graf von Brühl sterben 1763 nach ihrer Rückkehr aus dem Exil innerhalb von drei Wochen kurz hintereinander. Canaletto fertigt Repliken seiner Gemälde für fremde Auftraggeber an, radiert neue Platten und gibt adligen Damen Malunterricht. Das Interesse an seinen Veduten lässt nach, denn auch in der Kunstwelt vollzieht sich ein wandel weg vom Barock hin zum Klassizismus.

Als 1764 die Dresdner Kunstakademie gegründet wird, verweigert ihr Leiter - der Kunstgelehrte Christian Ludwig von Hagedorn - Canaletto zunächst die Anstellung mit der Begründung, Canalettos Talent sei in der Akademie füglich zu entbehren. Auf Drängen des Hofes wird der venezianische Maler schließlich doch aufgenommen, allerdings in einer niederen Lehrerposition. In den nächsten Jahren zeichnet Canaletto einige Gemälde, gerne mit Ruinen als zentrales Motiv, und erstellt Capriccii (Phantasiestücke). Das Leben in Dresden wird für ihn jedoch immer unerträglicher und so plant er 1766 seinen Weggang aus der Stadt.