Porträt der Kathedrale St. Trinitatis Maria Josepha und die Dresdner Hofkirche

Sie ist die größte katholische Kirche Sachsens: Die Dresdner Kathedrale St. Trinitatis – eine Kirche, die es wohl nie gegeben hätte, hätte nicht eine junge Katholikin einst im Kernland der Reformation ihre Erbauung gefordert: Maria Josepha, die Frau von Kurfürst Friedrich August II., eine Habsburgerin, die es sich in ihrer neuen Heimat Dresden nicht nehmen lassen wollte, ihren Glauben zu leben.

Dresdner Stadtansichten
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Maria Josepha Benedikta Antonia Theresia Xaveria Philippine von Österreich war 20 Jahre alt, als sie 1719 vom katholischen Wien ins protestantisch geprägte Dresden zog. Ihre neuen Landsleute hießen die junge Habsburgerin willkommen, und auch sonst mangelte es der Frau von Friedrich August II., dem Sohn August des Starken, an nichts. Allein in Glaubensdingen hatte es Maria Josepha in ihrer neuen Heimat schwer.

Ein Projekt unter strengster Geheimhaltung

Katholiken waren im Kernland der Reformation lediglich geduldet und so hielten sie auch Gottesdienst mehrheitlich im Verborgenen. In Dresden nutzten sie einen Raum im ehemaligen Komödienhaus am Taschenberg - eine Zumutung für die österreichische Prinzessin und ihren Mann, der nach dem Vorbild seines Vaters 1712  zum katholischen Glauben übergetreten war. Noch im Jahr ihrer Ankunft begann Maria Josepha für ein eigenes Gotteshaus in Dresden zu werben. 20 Jahre später gab Friedrich August, der mittlerweile Kurfürst von Sachsen und König von Polen war, nach. Er beauftragte den italienischen Baumeister Gaetano Chiaveri mit einer katholischen Hofkirche zu Füßen des Dresdner Schlosses.

1739 schließlich nahmen Chiaveri und seine mehrheitlich ebenfalls aus Italien stammenden Handwerker unter strengster Geheimhaltung auf dem Gelände des Altstädter Elbufers ihre Arbeit auf. Zahlreichen Sabotageakten zum Trotz wurde das spätbarocke und mit knapp 5.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche größte Gotteshaus Sachsens am 29. Juni 1751 von Erzbischof Albert von Archinto, dem Apostolischen Nuntius in Polen, der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht.

Kurfürstin mit Mission und Haltung

Ob Maria Josepha bei diesem Gottesdienst zugegen war, ist nicht überliefert. Fakt ist, dass die Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen zu diesem Zeitpunkt bereits fünfzehnfache Mutter war. Der Erziehung ihrer Kinder nahm sie sich, anders als damals üblich, persönlich an. Daneben lernte sie Polnisch und engagierte sich für die Kunst und die Musik im Lande und in Sachen Politik. Tatsächlich Einfluss nehmen konnte sie jedoch nur hinsichtlich der Religionspolitik ihres Landes. Mithilfe der Jesuiten trieb sie die Förderung des katholischen Glaubens in Sachsen voran und unterstütze die Anliegen der katholischen Kirche in Polen.

Den Respekt ihrer Landsleute, die Maria Josepha aufgrund ihres Glaubens lange Zeit nicht vollends anerkannt hatten, erwarb sie sich zu Beginn des Siebenjährigen Kriegs im September/Oktober 1756. Während sich ihr Mann in Polen vor den preußischen Besatzern in Sicherheit gebracht hatte, verteidigte Maria Josepha in Dresden das königliche Geheimarchiv. Erst als Friedrich II. von Preußen ihr Gewalt androhte, gab sie schließlich auf.

Ein Jahr nach dem Einmarsch der Preußen in Sachsen, am 17. November 1757, starb Maria Josepha an den Folgen eines Schlaganfalls. Sie wurde in der Wettiner-Gruft "ihrer" Dresdner Hofkirche beigesetzt.