Juli 1989 Exklusiv: Bildergalerie über die Weltfestspiele

"Uns hat dann auch die FDJ-Leitung gesagt, hier wird überall abgehört, wir haben in normalen Häusern gewohnt mit Fahrstühlen. Da gab es immer einen Fahrstuhlfahrer...die können alle perfekt Deutsch, die sind dazu da zu schauen, was wir machen."
"Uns hat dann auch die FDJ-Leitung gesagt, hier wird überall abgehört. Wir haben in normalen Häusern gewohnt mit Fahrstühlen. Da gab es immer einen Fahrstuhlfahrer...die können alle perfekt Deutsch, die sind dazu da, zu schauen, was wir machen." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Im Juli '89 feiert sich die sozialistische Jugend bei den Weltfestspielen in Nordkorea. Keine vier Wochen vorher sterben im Nachbarland China in Folge der Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens rund 2 600 Menschen. Bei den Spielen sind 850 Delegierte aus der DDR mit dabei - darunter auch der Fotograf Thomas Billhardt. Seine Bilder von Nordkorea veröffentlicht er nicht. Warum, das erzählt er uns in der MDR Zeitreise "Von Pjöngjang bis zum Balaton! Unser Sommer '89" am Sonntag, 21.07. um 22 Uhr.
Im Juli '89 feiert sich die sozialistische Jugend bei den Weltfestspielen in Nordkorea. Keine vier Wochen vorher sterben im Nachbarland China in Folge der Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens rund 2 600 Menschen. Bei den Spielen sind 850 Delegierte aus der DDR mit dabei - darunter auch der Fotograf Thomas Billhardt. Seine Bilder von Nordkorea veröffentlicht er nicht. Warum, das erzählt er uns in der MDR Zeitreise "Von Pjöngjang bis zum Balaton! Unser Sommer '89" am Sonntag, 21.07. um 22 Uhr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Pjöngjang, Hauptstadt Nordkoreas. Vom 1. bis 8. Juli 1989 ist sie Gastgeber für die 13. Weltfestspiele der Jugend. Erstmals findet das Treffen der sozialistischen Weltjugend in Asien statt - auch als Antwort auf die Olympischen Spiele in Südkorea ein Jahr zuvor.
Pjöngjang, Hauptstadt Nordkoreas. Vom 1. bis 8. Juli 1989 ist sie Gastgeber für die 13. Weltfestspiele der Jugend. Erstmals findet das Treffen der sozialistischen Weltjugend in Asien statt - auch als Antwort auf die Olympischen Spiele in Südkorea ein Jahr zuvor. Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Aus der DDR reisen 850 Teilnehmer an, eine der größten Delegationen, die je zu Weltjugendspielen unterwegs ist. Mit dabei auch der renommierte Fotograf Thomas Billhardt.
Aus der DDR reisen 850 Teilnehmer an, eine der größten Delegationen, die je zu Weltjugendspielen unterwegs ist. Mit dabei auch der renommierte Fotograf Thomas Billhardt. Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Billhardt reist als langjähriges FDJ-Mitglied und Freund der Regierung mit. Margot Honecker verabschiedete ihn mit folgendem Satz zu den Spielen: "Du fährst in ein wunderschönes Land zu wunderbaren Menschen und Kim Il-Sung ist ein weiser Mann."
Billhardt reist als langjähriges FDJ-Mitglied und Freund der Regierung mit. Margot Honecker verabschiedete ihn mit folgendem Satz zu den Spielen: "Du fährst in ein wunderschönes Land zu wunderbaren Menschen und Kim Il-Sung ist ein weiser Mann." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Thomas Billhardt sucht Motive - fast 100 Filme wird er im Laufe der einen Woche in Nordkorea belichten - und im Anschluss nicht ein Foto veröffentlichen.
Thomas Billhardt sucht Motive - fast 100 Filme wird er im Laufe der einen Woche in Nordkorea belichten - und im Anschluss nicht ein Foto veröffentlichen. Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
"Ich bin also mit einer Neugierde hingekommen und es war der Schock meines Lebens, wenn man das so sagen kann, ja. Ich habe viel erlebt: Krieg, Bomben, das ist eine andere Sache. Aber ein friedliches Land, ein Bruderland, wie wir es nannten, ein sozialistisches Land, mit dem man sich verbunden gefühlt hat... das war etwas, was mich in der ersten Minute so schockiert hat."
"Ich bin also mit einer Neugierde hingekommen und es war der Schock meines Lebens, wenn man das so sagen kann, ja. Ich habe viel erlebt: Krieg, Bomben, das ist eine andere Sache. Aber ein friedliches Land, ein Bruderland, wie wir es nannten, ein sozialistisches Land, mit dem man sich verbunden gefühlt hat... das war etwas, was mich in der ersten Minute so schockiert hat." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Billhardt fotografiert die Revolutionen in Kuba und Chile, den Krieg in Vietnam - im Auftrag der DDR-Regierung, vom Sozialismus beflügelt. Für Unicef fotografiert er Kinder in aller Welt. In Nordkorea ist alles anders: "Was ich in den Augen der Menschen dort gesehen habe: eine Barriere. Da kommt nichts zurück, nicht mal Neugierde. Sie gucken Dich nicht an. Es ist wie eine Sekte, wie Rauschgift, die wo ganz anders sind, ihre Mimik ist kein Lachen, kein Mitgefühl, keine Neugier."
Billhardt fotografiert die Revolutionen in Kuba und Chile, den Krieg in Vietnam - im Auftrag der DDR-Regierung, vom Sozialismus beflügelt. Für Unicef fotografiert er Kinder in aller Welt. In Nordkorea ist alles anders: "Was ich in den Augen der Menschen dort gesehen habe: eine Barriere. Da kommt nichts zurück, nicht mal Neugierde. Sie gucken Dich nicht an. Es ist wie eine Sekte, wie Rauschgift, die wo ganz anders sind, ihre Mimik ist kein Lachen, kein Mitgefühl, keine Neugier." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jenseits der großen Straßen stößt Billhardt auf diese Gruppe Kinder und fotografiert: "Da kommen mir diese Kinder entgegen, ich freue mich, halte die Kamera drauf und die fangen sofort zu singen an, die schauen nicht mal her..."
Jenseits der großen Straßen stößt Billhardt auf diese Gruppe Kinder und fotografiert: "Da kommen mir diese Kinder entgegen, ich freue mich, halte die Kamera drauf und die fangen sofort zu singen an, die schauen nicht mal her..." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
"...die marschierten und sangen Lieder, wie wenn man im Wald ist, wenn man Angst hat und singt. Sie haben Angst vor dem Ausländer und Angst vor dem Fremden..."
"...die marschieren und singen Lieder, wie wenn man im Wald ist, wenn man Angst hat und singt. Sie haben Angst vor dem Ausländer und Angst vor dem Fremden." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Pjöngjang -  das bedeutet "Stadt der Jugend". Die DDR-Besucher sehen auch nur junge Menschen in der Stadt. "Wir haben gefragt, wo sind denn die Alten? "
Pjöngjang -  das bedeutet "Stadt der Jugend". Die DDR-Besucher sehen auch nur junge Menschen in der Stadt. "Wir haben gefragt, wo sind denn die Alten? " Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
"Wir haben aber keine gesehen. Am nächsten Tag liefen zwei alte Frauen mit Fähnchen vor uns auf und ab, die haben sofort reagiert... Die haben die alten Leute alle rausgebracht während der Spiele, das war irre. Und so was hörst Du Stück um Stück...."
"Wir haben aber keine gesehen. Am nächsten Tag liefen zwei alte Frauen mit Fähnchen vor uns auf und ab, die haben sofort reagiert... Die haben die alten Leute alle rausgebracht während der Spiele, das war irre. Und so was hörst Du Stück um Stück...." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
"Uns hat dann auch die FDJ-Leitung gesagt, hier wird überall abgehört, wir haben in normalen Häusern gewohnt mit Fahrstühlen. Da gab es immer einen Fahrstuhlfahrer...die können alle perfekt Deutsch, die sind dazu da zu schauen, was wir machen."
"Uns hat dann auch die FDJ-Leitung gesagt, hier wird überall abgehört. Wir haben in normalen Häusern gewohnt mit Fahrstühlen. Da gab es immer einen Fahrstuhlfahrer...die können alle perfekt Deutsch, die sind dazu da, zu schauen, was wir machen." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Nach außen aber gehen die Weltfestspiele ihren offiziellen Gang: acht Tage lang Paraden, Aufmärsche, politische Diskussionen, auch Konzerte. Dazu organisierte Ausflüge und Kulturprogramm. Thomas Billhardt fotografiert...
Nach außen aber gehen die Weltfestspiele ihren offiziellen Gang: acht Tage lang Paraden, Aufmärsche, politische Diskussionen, auch Konzerte. Dazu organisierte Ausflüge und Kulturprogramm. Thomas Billhardt fotografiert... Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
...auch beim Höhepunkt der Woche, als Kim Il-Sung den DDR-Klub besucht. "Und ehe er kommt, kommt erst einmal einer und da wird festgelegt, wem er die Hand gibt. Katharina Witt war auch dabei und da wurde erst einmal desinfiziert vorher. Was ist da los in so einem Land? Das nennt sich Kommunismus."
...auch beim Höhepunkt der Woche, als Kim Il-Sung den DDR-Klub besucht. "Und ehe er kommt, kommt erst einmal einer und da wird festgelegt, wem er die Hand gibt. Katharina Witt war auch dabei und da wurde erst einmal desinfiziert vorher. Was ist da los in so einem Land? Das nennt sich Kommunismus." Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
Die Grenze zu Südkorea. Während der Fahrt zur Grenze sitzen die Besucher aus der DDR in einem Zug, dessen Fenster mit weißer Farbe zugepinselt waren...
Die Grenze zu Südkorea. Während der Fahrt zur Grenze sitzen die Besucher aus der DDR in einem Zug, dessen Fenster mit weißer Farbe zugepinselt waren... Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
"Und ich habe gekratzt, dass wir was sehen konnten, die Fenster gingen auch nicht aufzumachen. Wir sind durchgerauscht durch die Bahnhöfe, da waren leere Straßen, eine nicht sehr schöne Landschaft, Handarbeit auf den Feldern… Und die machen uns die Scheibe zu, das ist doch irre…"
"Und ich habe gekratzt, dass wir was sehen konnten, die Fenster gingen auch nicht aufzumachen. Wir sind durchgerauscht durch die Bahnhöfe, da waren leere Straßen, eine nicht sehr schöne Landschaft, Handarbeit auf den Feldern… Und die machen uns die Scheibe zu, das ist doch irre…" Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work
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Die MDR Zeitreise berichtet am 21.07.2019 von Thomas Billhardts Erfahrungen während der Reise zu den Weltfestspielen der Jugend nach Nordkorea. Die Zitate stammen aus dem Interview mit Thomas Billhardt.
Die MDR Zeitreise berichtet am 21.07.2019 von Thomas Billhardts Erfahrungen während der Reise zu den Weltfestspielen der Jugend nach Nordkorea. Die Zitate stammen aus dem Interview mit Thomas Billhardt. Bildrechte: Thomas Billhardt / Camera Work