1954-1975 Chronik Der Vietnamkrieg - die wichtigsten Daten

Zehn lange Jahre wütete der Vietnamkrieg. China und die Sowjetunion unterstützten die Vietnamesen und standen damit der Supermacht USA gegenüber. Die Amerikaner warfen acht Millionen Tonnen Bomben auf Vietnam ab - dies entsprach rund 15 Millionen Tonnen Sprengstoff, mehr als doppelt so viel wie im Zweiten Weltkrieg. Der Krieg in Vietnam forderte drei Millionen Todesopfer, zwei Millionen waren Zivilisten. Schuld daran waren vorwiegend die Flächenbombardements der US-Luftwaffe: Für die USA war der Vietnamkrieg zunächst nur ein "schmutziger" Kolonialkrieg. Als jedoch in China 1949 die Kommunisten die Wahl gewinnen und am 25. Juni 1950 der Koreakrieg beginnt, schalten sich die USA in Vietnam ein.

Datum Ereignis
21. Juli 1954 Die Genfer Indochina-Konferenz, an der die Volksrepublik China, die USA, Großbritannien, die Sowjetunion, Frankreich, Nord- und Südkorea, Vietnam, Laos und Kambodscha teilnehmen, beschließt für 1956 freie Wahlen in Vietnam. Bis dahin wird das Land provisorisch am 17. Breitengrad geteilt. Das Land zerfällt in ein kommunistisch regiertes Nordvietnam mit der Hauptstadt Hanoi und einer Militärdiktatur in Südvietnam mit der Hauptstadt Saigon. Die Wahlen 1956 sollten in der Wiedervereinigung des Landes münden.
Juli 1956 Aus Furcht vor einem Sieg der Kommunisten verhindert Südvietnam die Wahlen.
05. August 1964 Die USA greifen direkt in den Vietnamkrieg ein und bombardieren Nordvietnam. Beim Fall Südvietnams befürchten sie eine kommunistische Machtübernahme in Südostasien.
02. März 1965 Der US-Präsident Lyndon B. Johnson befiehlt eine Verstärkung der Luftangriffe. Die Operation "rolling thunder" ("Donnergrollen") startet. Bis zum 30. Oktober 1968 fliegt die amerikanische Luftwaffe 304.000 Einsätze in Nordvietnam.
08. März 1965 Erstmals seit dem Koreakrieg betreten amerikanische Kampftruppen wieder asiatischen Boden. In Da Nang gehen 3.500 Marines an Land. Hanoi spricht von einer "offenen Kriegserklärung".
31. Januar 1968 Der Vietcong startet die sogenannte Tet-Offensive gegen Südvietnam. Die Guerillaeinheiten nehmen zeitweise Teile Saigons ein und dringen bis zum Präsidentenpalast vor, obwohl etwa eine halbe Million US-Soldaten in Südvietnam stationiert ist.
16. März 1968 Ein Massaker von US-Soldaten an hunderten Dorfbewohnern wird bekannt und erschüttert die Glaubwürdigkeit der USA. US-Präsident Johnson lässt unter dem Druck der Öffentlichkeit die Bomebangriffe nördlich des 20. Breitengrades einstellen und drängt auf Friedensverhandlungen.
31. Oktober 1968 US-Präsident Johnson gibt die Einstellung der Bombenangriffe gegen Nordvietnam bekannt.
Juli 1969 Der neue US-Präsident Richard M. Nixon verkündet seine neue Doktrin: "Vietnamisierung". Dies heißt Abzug der amerikanischen Gruppen. Zeitgleich lässt sein Sicherheitsberater Henry Kissinger die Möglichkeit für einen entscheidenden Schlag gegen Nordvietnam prüfen, einschließlich des Einsatzes von Atomwaffen.
März 1970 Nixon befiehlt die die Invasion des neutralen Kambodschas. Daraufhin kommt es zur größten Antikriegsdemonstration in den USA.
März 1972 Nach dem endgültigen Abzug der amerikanischen Bodentruppen aus Südvietnam dringen die nordvietnamesischen Truppen immer weiter nach Südvietnam vor.
27. Januar 1973 Nach fast fünf Jahren Friedensverhandlungen unterzeichnen Nord- und Südvietnam ein Waffenstillstandsabkommen, das jedoch nicht eingehalten wird. Der Kampf geht weiter, allerdings sind die USA nicht mehr involviert.
30. April 1975 Nachdem Truppen der Vietcong und der nordvietnamesischen Armee Saigon besetzen, kapituliert Südvietnam. Saigon wird in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Damit endet der Vietnamkrieg nach 10 Jahren.

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2015, 19:29 Uhr