Der Vietnamkrieg - die wichtigsten Daten

Insgesamt elf lange Jahre wütete der Krieg zwischen Nordvietnam und den USA. China und die Sowjetunion unterstützten die Vietnamesen und standen damit der Supermacht USA gegenüber. Die Amerikaner warfen im Verlauf des Krieges acht Millionen Tonnen Bomben auf Vietnam ab, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen. Bereits 1969 kündigte der damalige US-Präsident Richard Nixon das Ende der amerikanischen Beteiligung am Vietnamkrieg an. Allerdings dauerte das Ende des Krieges zwischen der Weltmacht USA und Vietnam noch bis 1975 - und zwar mit dem Sieg Nordvietnams und der ersten militärischen Niederlage der USA im 20. Jahrhundert. Bis dahin verloren zwischen zwei und fünf Millionen Vietnamesen und fast 60.000 US-Soldaten ihr Leben.

Vietnamkrieg, 1969 Hanoi
US-Militärflugzeug 1969 über Hanoi Bildrechte: IMAGO
Datum Ereignis
21. Juli 1954 Die Genfer Indochina-Konferenz, an der die Volksrepublik China, die USA, Großbritannien, die Sowjetunion, Frankreich, Nord- und Südkorea, Vietnam, Laos und Kambodscha teilnehmen, beschließt für 1956 freie Wahlen in Vietnam. Bis dahin wird das Land provisorisch am 17. Breitengrad geteilt. Das Land zerfällt in ein kommunistisch regiertes Nordvietnam mit der Hauptstadt Hanoi und einer Militärdiktatur in Südvietnam mit der Hauptstadt Saigon. Die Wahlen 1956 sollten in der Wiedervereinigung des Landes münden.
Juli 1956 Aus Furcht vor einem Sieg der Kommunisten verhindert Südvietnam die Wahlen.
05. August 1964 Die USA greifen direkt in den Vietnamkrieg ein und bombardieren Nordvietnam. Beim Fall Südvietnams befürchten sie eine kommunistische Machtübernahme in Südostasien.
02. März 1965 Der US-Präsident Lyndon B. Johnson befiehlt eine Verstärkung der Luftangriffe. Die Operation "rolling thunder" ("Donnergrollen") startet. Bis zum 30. Oktober 1968 fliegt die amerikanische Luftwaffe 304.000 Einsätze in Nordvietnam.
08. März 1965 Erstmals seit dem Koreakrieg betreten amerikanische Kampftruppen wieder asiatischen Boden. In Da Nang gehen 3.500 Marines an Land. Hanoi spricht von einer "offenen Kriegserklärung".
31. Januar 1968 Die Nordvietnamesische Volksarmee startet die sogenannte Tet-Offensive gegen Südvietnam. Die Guerillaeinheiten nehmen zeitweise Teile Saigons ein und dringen bis zum Präsidentenpalast vor, obwohl etwa 500.000 US-Soldaten in Südvietnam stationiert sind.
16. März 1968 Ein Massaker von US-Soldaten an Hunderten Dorfbewohnern in Mỹ Lai wird bekannt und erschüttert die Glaubwürdigkeit der USA. US-Präsident Johnson lässt unter dem Druck der weltweiten Öffentlichkeit die Bombenangriffe nördlich des 20. Breitengrades einstellen und drängt auf Friedensverhandlungen.
31. Oktober 1968 US-Präsident Johnson gibt die Einstellung der Bombenangriffe gegen Nordvietnam bekannt.
Juli 1969 Der neue US-Präsident Richard M. Nixon verkündet seine neue Doktrin: "Vietnamisierung". Dies heißt Abzug der amerikanischen Gruppen. Zeitgleich lässt sein Sicherheitsberater Henry Kissinger die Möglichkeit für einen entscheidenden Schlag gegen Nordvietnam prüfen, einschließlich des Einsatzes von Atomwaffen.
März 1970 Nixon befiehlt die Invasion des neutralen Kambodschas. Daraufhin kommt es zur größten Antikriegsdemonstration in den USA.
März 1972 Nach dem endgültigen Abzug der amerikanischen Bodentruppen aus Südvietnam dringen die nordvietnamesischen Truppen immer weiter nach Südvietnam vor.
27. Januar 1973 Nach fast fünf Jahren Friedensverhandlungen unterzeichnen Nord- und Südvietnam ein Waffenstillstandsabkommen, das jedoch nicht eingehalten wird. Der Kampf geht weiter, allerdings sind die USA nicht mehr involviert.
30. April 1975 Nachdem Truppen der Vietcong und der nordvietnamesischen Armee Saigon besetzen, kapituliert Südvietnam. Saigon wird in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Damit endet der Vietnamkrieg nach elf Jahren.

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 10:25 Uhr

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