Die Spur der Ahnen Das Geheimnis der Griechen von Görlitz

Die Görlitzerin Gesine Räbiger stößt auf ihre griechischen Wurzeln, die Reise in die Vergangenheit führt sie bis nach Athen und auf die Insel Lesbos ...

Die Spur der Ahnen - Das Geheimnis der Griechen von Görlitz
Bis nach Griechenland führt die Spurensuche Gesine Räbiger Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gesine Räbiger ist von der griechischen Lebensart und Kultur schon immer begeistert. Seit vielen Jahren verbringen sie und ihr Mann ihren Urlaub in Griechenland. Doch plötzlich erscheint ihnen das Land in einem völlig anderen Licht.

Eine Tante deutet an, dass ihr die Griechenland-Liebe wohl in die Wiege gelegt worden ist - buchstäblich. So erfährt die Görlitzerin erstmals, dass sie griechische Wurzeln hat - ihr Urgroßvater höchstwahrscheinlich aus Griechenland kam.

Auf den Spuren des Urgroßvaters

Die Spur der Ahnen - Das Geheimnis der Griechen von Görlitz
Gesine Räbiger mit ihrem Mann zu Beginn der Recherchen in Görlitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gesine Räbiger ist verunsichert. Eigentlich ist sie sich sicher: alle väterlichen Vorfahren stammen aus Görlitz und sind Deutsche. Doch der Vater des Opas  wird in den Urkunden als unbekannt geführt. Warum - ein weißer Fleck in der Familiengeschichte, der Fragen aufwirft und Gesines Räbigers Neugier weckt.

Sie macht sich auf die Spur ihrer Ahnen und die führt zu einer außergewöhnlichen Anekdote der Weltgeschichte: Ein ganzes Armeekorps der bis dahin neutralen Griechen gerät 1916 zwischen die Fronten der Großmächte. Und 6.500 Mann landen schließlich als "Edelgefangene" in Görlitz. Hier dürfen sie sich frei bewegen, sogar eine Zeitung herausgeben und  Restaurants eröffnen. Nach dem Krieg kehren die meisten zurück nach Griechenland. Einige aber werden in Görlitz sesshaft und gründen Familien.

Die Reise führt von Görlitz bis nach Athen

Die Spur der Ahnen - Das Geheimnis der Griechen von Görlitz
Die Zeitung gibt Auskunft über die Griechen in Görlitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

War ihr Urgroßvater also vielleicht einer der geheimnisvollen Griechen, die während des Ersten Weltkrieges in Görlitz auftauchten? Die Räbigers besuchen einen griechischen Historiker, um die Hintergründe zu verstehen. Und sie machen sich auf den Weg in das Ratsarchiv Görlitz und das Bundesarchiv in Berlin. Als sie nicht weiterkommen, entschließen sie sich, nach Athen zu fliegen. Hier wollen sie im Militärarchiv die Spurensuche fortsetzen.

Werden Sie dort herausfinden, welches Schicksal den Urgroßvater ereilte? Finden sie vielleicht noch Nachkommen des griechischen Urgroßvaters?

Griechische Soldaten  als "Kriegsgefangene" in Görlitz
Griechische Soldaten als "Gastgefangene" in Görlitz Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie das 4. Armeekorps 1916 zwischen die Fronten geriet Im Sommer 1916 erreicht der Erste Weltkrieg die nordgriechische Grenze. König Konstantin I. ist verschwägert mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. und verhält sich neutral. Nachdem im September 1915 der bulgarische König mit Deutschland und Österreich-Ungarn eine Allianz schließt, erobern die Verbündeten Serbien und Mazedonien und rücken bis zur nordgriechischen Grenze vor. Dort aber sind französische und britische Truppen der Entente stationiert. Ein Stellungskrieg beginnt. Sowohl die deutsch-bulgarischen Einheiten als auch die Alliierten verletzen die Grenzen.

Das in Kavalla stationierte 4. Armeekorps wird eingekesselt und droht aufgerieben zu werden. Oberst Ionannis Chatzopulos stimmt schließlich einer Evakuierung nach Deutschland zu.