Alles furchtbar? - Tanz drauf!

In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre erblühte vor allem in den Großstädten das kulturelle Leben. Neben Theatern, Kinos und Varietés waren vor allem Nachtclubs und Tanzlokale gut besucht. Und die Menschen in den Städten kosteten ihre neuen Freiheiten voll aus.

Baker Charleston
Bildrechte: French Walery

Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Konventionen immer weiter aufgebrochen. Das Nachtleben der "Goldenen Zwanziger" war geradezu ausgelassen und freizügig. Zwar galt das vor allem für die großen Städte, aber auch auf dem Land traf man sich gern zum Tanz im Vereinsheim.

Eine Tanzwelle schwappt über den großen Teich

In dieser Zeit wurden vor allem klassische Tänze wie Walzer oder Foxtrott getanzt, aber auch Tango war sehr beliebt. Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte der anrüchige Tango sich entgegen aller Widerstände des Kaisers im ganzen Land verbreitet. Besonderes Aufsehen erregten Ende der zwanziger Jahre jedoch die neuen Tänze aus Amerika: Shimmy, Lindy Hop und vor allem der Charleston lösten noch einmal eine regelrechte Tanzwelle aus und sorgten für Entsetzen unter den Kirchen und Konservativen.

Der Hüftschwung der Zwanziger: Charleston

Als besonders typisch für die Tänze der Zwanziger gilt vor allem einer: Der Charleston. Er wurde nach der Hafenstadt Charleston im US-Bundesstaat South Carolina benannt. Die von dem Pianisten James P. Johnson komponierte Melodie "The Charleston" wurde nach ihrer Aufführung im Musical "Running Wild" am New Yorker Broadway 1923 weltweit populär. In Europa war vor allem eine Frau für die Charleston-Welle verantwortlich: Die Tänzerin Josephine Baker. 1925 führte sie den Charleston zum ersten Mal in einer Revue in Paris auf. Von dort aus wurde der Tanz in ganz Europa populär.

Zuletzt aktualisiert: 15. September 2015, 11:54 Uhr