Tatort-Fadenkreuz mit DGS-Logo und Schrift: Der MDR bittet um ihre Hilfe
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Tatort und Polizeiruf Erste fiktionale Fernsehserien in Deutscher Gebärdensprache

03. Januar 2024, 11:03 Uhr

Bisher hieß es: Fernsehfilme mit Gebärdensprache Fehlanzeige! Das wird jetzt anders. Ab 2024 sendet das ERSTE den Tatort bzw. den Polizeiruf 110 am Sonntag um 20:15 Uhr mit Deutscher Gebärdensprache. Es ist die erste regelmäßige Serie im deutschen Fernsehen, die diesen barrierefreien Service für gehörlose Menschen bietet.

Dazu brauchen wir die Unterstützung der Gehörlosen-Community. Das neue Angebot soll die gehörlosen Menschen mitnehmen, es soll so verständlich wie möglich sein. Der MDR ist als Federführer zuständig für Gebärdensprachsendungen in der ARD. Uns ist wichtig, dass die Gestaltung und Übersetzung optimal sind. Deshalb befragen wir die gehörlosen Menschen mit Unterstützung der Gehörlosenzeitung – selbstverständlich in Gebärdensprache.

Fiktionale Formate haben einige besondere Anforderungen, wenn sie in Gebärdensprache übersetzt werden. Unterhaltungsfilme, ganz besonders auch Krimis, sind aufwändig gestaltet. Die Bildsprache bestimmt die Wirkung ganz wesentlich mit. So darf die Übersetzung den Film optisch nicht einschränken. Zugleich muss das gesprochene Wort optimal für die gehörlosen Zuschauer übersetzt werden. Ein Problem dabei: Nicht immer zeigt die Kamera die sprechende Person. Woher weiß der gehörlose Zuschauer dann, wer gerade übersetzt wird?

Für die Lösung der verschiedenen Anforderungen hat der MDR gemeinsam mit dem Zentrum für Kultur und visuelle Kommunikation der Gehörlosen Berlin / Brandenburg e.V dem in Potsdam eine Gestaltung entwickelt, wie die Übersetzung eingeblendet wird. Sie bietet aber auch z.B. die Übersetzung in Referenzkleidung an. Das bedeutet, dass die gehörlosen Übersetzungs-Performer ähnlich angezogen sind wie der jeweilige Schauspieler bzw. die im Film.

Wir wollen wissen, ist das gut und verständlich? Wenn Sie gehörlos sind, bitte unterstützen Sie uns! Beantworten Sie einige Fragen und helfen Sie der ARD.

Wenn Sie mehr zu den Angeboten des MDR mit Gebärdensprache wissen wollen, können Sie sich gerne hier informieren: