Ein vermummter Mann macht sich mit einer Brechstange an der Tür eines Hauses zu schaffen.
Oft hebeln Einbrecher die Türen einfach auf. Fachgerecht eingebaute Einbruchsicherungen können ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Bildrechte: IMAGO

Ratgeber Einbruchschutz So machen Sie Haus und Wohnung sicher

BRISANT | 09.11.2017 | 17:15 Uhr

Die Tage werden kürzer und dunkler - zur Freude von Einbrechern. Für die Bestohlenen ist die Situation nicht nur aus finanzieller Hinsicht belastend. Die Verletzung der Privatsphäre greift oft auch das Gefühl der Sicherheit in den eigenen vier Wänden an, kann sogar psychische Folgen nach sich ziehen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, hier eine Reihe von Maßnahmen, die Langfingern das Handwerk schwer machen.

Ein vermummter Mann macht sich mit einer Brechstange an der Tür eines Hauses zu schaffen.
Oft hebeln Einbrecher die Türen einfach auf. Fachgerecht eingebaute Einbruchsicherungen können ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Bildrechte: IMAGO

So einfallsreich Einbrecher vorgehen, so individuell angepasst muss auch die Vorbeugungsstrategie sein, um sich auf Dauer wirksam zu schützen, empfiehlt die Polizei. Gerade wenn man vielleicht weit weg seinen Urlaub genießt, haben die Ganoven meist leichtes Spiel. Und das liegt häufig nicht am Können der Einbrecher, sondern auch an den schlecht getroffenen Vorkehrungen. Wir möchten Ihnen Tipps geben, wie Sie Ihr Heim vor ungewünschten Gästen schützen.

So machen Sie es Einbrechern schwer

Türen

  • Selbst, wenn Sie nur kurz aus dem Haus oder der Wohnung verlassen, sollten Sie die Tür nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern immer zweifach abschließen.
  • Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen verstecken
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verloren haben, dann wechseln Sie schnellstmöglich den Schließzylinder aus.
  • Ist Ihre Tür mit einer Glasfüllung versehen, dann lassen Sie Ihren Schlüssel unter keinen Umständen innen stecken.
  • Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre) und öffnen Sie Fremden niemals bedenkenlos Ihre Tür.
  • Lassen Sie bei Neuein- oder Umbau von Türen gleich eine einbruchhemmende Tür einbauen.
  • Sichern Sie auch Ihre Nebeneingangstüren.

Einbruchsicherungen an Türen Bauen Sie um oder neu, empfiehlt die Polizei, neue einbruchhemmendene Türen ab der Widerstandsklasse 2 (nach DIN EN 1627) einzubauen.

Sie können den Einbruchschutz für Türen auch im Nachhinein noch verbessern lassen. Dabei sollten Sie bedenken, dass die Nachrüstung für Türblatt, Türrahmen, Türbänder, Türschlösser, Beschläge, Schließbleche und Zusatzsicherungen in ihrer Wirkung aufeinander abgestimmt ist. Außerdem sollten  die zusätzlichen Sicherungen fachgerecht eingebaut werden.

Fenster und Balkone

In mehr als der Hälfte der Einbruchsfälle hebeln die Langfinger Hindernisse (Türen, Tore, Fenster, Balkontüren) mit einfachstem Hebelwerkzeug auf. Diese Technik wird häufiger angewendet als der Zugriff über Verglasungen, so die Polizei. Besonders beliebt bei Einbrechern sind nach Polizeiangaben Wohnungen mit leicht erreichbaren Fenstern, wie bei Erdgeschoss- oder Souterrainwohnungen.

An einer Glastür sind die Umrisse eines Mannes zu sehen, der von der anderen Seite seinen Kopf und beide Hände an die strukturierte Glasscheibe hält.
Bildrechte: IMAGO

  • Auch bei kurzer Abwesenheit sollten Sie Ihre Fenster, Balkon- und Terrassentüren schließen.
  • Vorsicht bei gekippten Fenstern: Auch gekippte Fenster sind offene Fenster und leicht zu öffnen.
  • Rollläden sollten zur Nachtzeit, aber keinesfalls tagsüber geschlossen werden. Sonst würden Sie Ihre Abwesenheit signalisieren.
  • Achten Sie auf Ihre Fenster, die über Balkone, Loggien, Anbauten u.a. erreichbar sind. Das sind leichte Zugänge.
  • Achten Sie auf Ihre Dachfenster und Dachflächenfenster. Sie werden von Einbrechern gerne als Einstiegsmöglichkeit gewählt.
  • Besonderes Augenmerk sollten Sie auf Ihre Terrassentüren haben, da sie von außerhalb des Grundstückes schlecht einsehbar sind.
  • Sind Ihre Balkontüren und -fenster über Kletterhilfen, z.B. über Leitern, Gartenmöbel, Mauern oder das Dach erreichbar, sollten diese Zugänge besonders geschützt werden.
  • Schaffen Sie Kletterhilfen aus dem Weg. Einbrechern ist manchmal kein Weg zu hoch.
  • Ihre Terrassen oder Balkone können Sie auch mit Rollgittern oder Gittertüren sichern.
  • Achten Sie bei einem Neu- oder Umbau darauf, dass Sie gleich geprüfte einbruchhemmende Fenster einbauen lassen.

Rollläden

  • Auch in Ihre Rollläden sollten Sie Zusatzsicherungen einbauen lassen, denn häufig können Rollläden leicht durch bloßes Hochschieben überwunden werden.
  • Die Polizei empfiehlt außerdem geprüfte einbruchhemmende Rollläden der Widerstandsklasse zwei.

unvergittertes Kellerfenster
Mit unvergitterten Kellerfenster haben Einbrecher leichtes Spiel. Bildrechte: IMAGO

Generell sollten Sie tagsüber darauf achten, dass:

  • Ihre Rollläden oben und nicht unten sind;
  • Einbruchsmöglichkeiten gut gesichert sind, denn Zeitaufwand und Lärm können Einbrecher abschrecken;
  • Ihre Kellerfenster und Kellerschächte gut gesichert sind, z.B. mit Gittern.


Seien Sie aufmerksam und schützen Sie so auch Ihre Nachbarn vor ungebetenen Gästen!

So verstauen Sie Wertsachen richtig!

Schmuck - Perlenschmuck in einem Schmuckkästchen
Wertsachen niemals offen in der Wohnung liegen lassen. Bildrechte: colourbox.com

  • Offen in der Wohnung oder im Haus liegende Wertsachen, wie Schmuck, Dokumente, Sparbücher, locken Einbrecher an. Beugen Sie dem vor, indem Sie Ihre Wertsachen in entsprechenden Wertbehältern auf. Lassen Sie sich dabei von Fachleuten beraten.
  • Wertbehältnisse, deren Eigengewicht bis zu 1.000 Kilogramm beträgt, müssen fest verankert werden. Dafür vorgesehen sind geprüfte Einmauerschränke.
  • Für Wertsachen, die nur selten gebraucht werden, werden Bankschließfächer empfohlen.
  • Notieren Sie die wichtigsten Daten (besondere Kennzeichen, Hersteller, Typ, Marke, individuelle Gerätenummer, Kaufdatum, Preis) Ihrer Wertgegenstände und fassen Sie sie in einer Liste zusammen. Im Falle eines Diebstahls kann die Polizei nach Ihren Gegenständen suchen bzw. wenn gefunden, ihren Eigentümern zuordnen.
  • Haben Ihre Wertsachen keine individuellen Kennzeichen, dann kennzeichnen Sie diese selbst. Das macht die Waren für Hehler weniger interessant und Sie erleichtern damit die Suche nach den Gegenständen und die Versicherungsarbeit.
  • Die Polizei empfiehlt entsprechende Einbauschränke, Schlüssel- oder Zahlenkombinationsschloss, Geldkassetten und Blechschränke.

(Quellen: www.polizei-beratung.de, www.einbruchschutz.polizei-beratung.de)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 19. Oktober 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 18:52 Uhr