Tipps für Urlauber Türkei, Griechenland, Italien, Frankreich - beliebte Urlaubsländer kämpfen gegen Waldbrände

Ob die Türkei, Griechenland, Italien, Spanien oder Frankreich - viele beliebte Urlaubsländer sind aktuell von schweren Waldbränden betroffen. Extreme Trockenheit, Hitze und Wind befördern die Ausbreitung der Flammen und erschweren die Löscharbeiten. Wie ist die Situation in den einzelnen Urlaubsländern - und was tun, wenn man ausgerechnet dort seinen Sommerurlaub gebucht hat?

Flammeninferno - Waldbrände um Antalya in der Türkei
Viele beliebte Urlaubsländer sind aktuell von Waldbränden betroffen. Was tun - stornieren oder trotzdem reisen? Bildrechte: imago/Xinhua

Türkei: Erste Touristen mussten evakuiert werden

In der Türkei wüten die Flammen. Offiziellen Angaben zufolge brachen in 17 Provinzen an der türkischen Mittelmeerküste mehr als 60 Feuer aus. Darunter auch die bei Urlaubern beliebte Provinz Antalya. Bereits mehrere Menschen starben infolge der Flammen, Urlauber mussten ihre Hotels und Unterkünfte verlassen.

Italien: 250 Buschbrände landesweit

Erdrutsche und Überschwemmungen am Comer See, in anderen Teilen des Landes lodern die Flammen. Landesweit sprach die Feuerwehr von 250 Buschbränden.

Aktuell kämpfen Feuerwehrleute sowohl auf dem Festland (in Kalabrien und im Latium) sowie auf den Inseln Sizilien und Sardinien gegen Waldbrände. Auf Sizilien hat es vor allem die Region südlich von Palermo rund um die Ortschaften Altofonte und Piana degli Albanesi getroffen. Mittlerweile gilt für fast alle Regionen der Insel die höchste Brandrisiko-Stufe.

Auch auf Sardinien richteten die Flammen in den vergangenen Tagen gewaltige Schäden an.

Spanien: Katalonien erlebt bislang größten Waldbrand des Jahres

In der spanischen Region Katalonien, im Nordosten Spanien, westlich von Barcelona, wütete die letzten Tage der bislang größte Waldbrand des Jahres. Weit über 1.000 Hektar Wald- und Ackerland haben die Flammen zerstört.

Zuvor hatte bereits ein Feuer an der Costa Brava 415 Hektar Wald im Naturschutzgebiet von Cap de Creus vernichtet.

Waldbrände in Villarrasa bei Huelva, Spanien
In Katalonien wütete zuletzt der bislang größte Waldbrand des Jahres. Bildrechte: imago images/Agencia EFE

Frankreich: Vor allem Süden betroffen

In Südfrankreich brennen Busch- und Waldflächen zwischen den Städten Narbonne und Carcassonne. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute sind dort im Einsatz.

Feuerwehrleute kämpfen nahe Fontcouverte in dFrankreich gegen die Flammen eines Waldbrandes.
Feuerwehrleute kämpfen auch im Südwesten Frankreichs gegen die Flammen. Bildrechte: dpa

Griechenland: Weitere Brände wegen Hitzeperiode erwartet

Auch in Griechenland lodert es an verschiedenen Orten des Landes. Die Feuerwehr spricht von mehr als 50 Wald- und Buschbränden. Besonders schlimm hat es zuletzt die Region Stamata-Dionysos nordöstlich von Athen erwischt.

Mit einem Ende der Flammen ist in Griechenland vorerst nicht zu rechnen. Dem Land steht eine Hitzeperiode bevor. Es werden Temperaturen um die 45 Grad erwartet.

Helikopter bei Löscharbeiten nahe Athen
Helikopter unterstützen die Löscharbeiten nahe Athen. Bildrechte: imago images/NurPhoto

Urlaub im Waldbrand-Gebiet - was tun?

Das Auswärtige Amt rät angesichts der großflächigen Waldbrände insbesondere in den Provinzen Antalya, Mugla und Aydin zur Vorsicht.

Reisende sollten sich vor ihrer Abreise bei den Reiseveranstaltern über die aktuelle Lage informieren und vor Ort die Anweisungen des Hotelpersonals und der Behörden befolgen.

Pauschalreise: Kann man wegen Waldbrand-Gefahr stornieren?

Eine kostenlose Stornierung des Urlaubs aufgrund außergewöhnlicher Umstände ist möglich, wenn die eigene Urlaubsregion - und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft - von den Bränden betroffen ist. Daher sollte man sich im Vorfeld ganz genau über die Lage vor Ort informieren. Hat man eine Pauschalreise gebucht, muss der Reiseanbieter den Reisepreis erstatten.

Kommt es während des Urlaubs zu Beeinträchtigungen durch Waldbrände, kann man die Reise vorzeitig beim Veranstalter kündigen. Der kommt dann für die Mehrkosten durch die verfrühte Abreise auf. Anspruch auf Schadenersatz wegen vergangener Urlaubsfreuden hat man allerdings nicht. Ein Minderungsanspruch besteht nur dann, wenn der Veranstalter seine Fürsorgepflicht verletzt hat. Das ist dann der Fall, wenn der Reiseveranstalter vorgibt, dass am Urlaubsort alles in Ordnung ist, dann aber geplante Ausflüge ausfallen oder man wegen starker Rauchentwicklung sein Hotelzimmer nicht verlassen kann.

Kaum Storno-Möglichkeiten für Individualreisende

Das Nachsehen haben in den meisten Fällen Individualreisende. Hier kommt es auf die AGBs der Ferienhausanbieter an, ob man Ansprüche geltend machen kann. Die Stornokosten für den Flug muss der Urlauber tragen.

dpa/AFP/BRISANT

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Juli 2021 | 17:15 Uhr

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