Fußball | Thüringenpokal
Jena und Erfurt souverän weiter – Meuselwitz wackelt, fällt aber nicht
Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt haben ihre Zweitrundenhürden im Landespokal ohne Probleme übersprungen. Titelverteidiger ZFC Meuselwitz dagegen wackelte in Schleiz, kam aber mit einem blauen Auge davon.
Der ZFC Meuselwitz hat sich in das Achtelfinale gerettet. Der TFV-Pokalsieger der Vorsaison war in der neuen Ausgabe erstmals im Einsatz, musste beim Tabellenvorletzten der Thüringenliga lange zittern und setzte sich mit 5:4 (0:1, 1:1) nach Elfmeterschießen am Ende mehr als glücklich durch.
Der Titelverteidiger hatte von Beginn an Probleme mit diszipliniert verteidigenden Schleizern, entwickelte kaum Torgefahr. Es dauerte bis in die 32. Minute bis zur ersten guten Chance, doch David Pfeils Schuss parierte Luis Groh im Kasten des FSV. Direkt im Gegenzug dann die kalte Dusche für Meuselwitz: nach einem langen Bahl war Albert Pohl durchgebrochen und legte den die Kugel flach ins lange Eck (33.) zur Führung für den Landesligisten. Der ZFC brauchte bis in die dritte Minute der Nachspielzeit zum nächsten guten Abschluss, doch Theo Teßmer traf aus sieben Metern nur Keeper Groh.
Hansch gleicht aus, Keßler fliegt
Und auch nach dem Seitenwechsel zeichnete sich kein anderes Bild. So brauchte Meuselwitz eine Ecke und Glück: Über Umwege gelangte der Ball an den kurzen Pfosten, wo Florian Hansch mit Wucht und dem Kopf den Ausgleich markierte (59.). Schleiz blieb aber am Drücker und stellte Meuselwitz vor arge Probleme. Nach einem Stockfehler foulte Ben Keßler seinen Gegenspieler zum wiederholten Male und sah die Ampelkarte (77. Minute). Bis in die Schlussphase drückte eher der Underdog aus der Thüringenliga, doch wirkliche Torgefahr sprang nicht heraus, es ging in die Verlängerung. In der zog der ZFC dann etwas das Tempo an, doch gegen Ende hatte der FSV die größeren Möglichkeiten zur Entscheidung. Pohl (115.) und Martin Berger (116.) verfehlten jedoch den Kasten.
So ging es ins Elfmeterschießen, in dem Justin Fietz zweimal hielt – der Titelverteidiger verhinderte das frühe Aus im TFV-Pokal. Doch für die Titelverteidigung muss sich der ZFC in den kommenden Runden deutlich steigern.
Jena-Sieg von Verletzung überschattet
Der FC Carl Zeiss Jena hat sich beim Landesklasse-Vertreter 1. FC Greiz mit 4:0 (1:0) durchgesetzt. Eine schwere Verletzung überschattete ein Fußballfest in Ostthüringen, bei dem der Favorit kaum ins Schwitzen kam.
Der FCC wirkte von Beginn an überlegen, körperlich, taktisch wie technisch. In der 15. Minute wurde es aber das erste Mal gefährlich für das Tor der Greizer, als Marcel Hoppe einen Distanzschuss beinahe in den Winkel setzte. Doch Nils Ole Petersen im Kasten der Hausherren fischte die Kugel noch ebenso heraus. Zehn Minuten später leistete sich der Schlussmann dann aber einen kapitalen Fehler, als er nach einer Hereingabe von Timon Burmeister im Luftduell mit Manasse Eshele danebengriff. Der Stürmer nutzte das aus: die Führung für Carl Zeiss (25.). Die hätte zur Halbzeit auch höher ausfallen können, doch ein Schuss von Jona Kratzenberg krachte an die Latte (36.).
Jena macht spät alles klar
Kurz vor der Pause dann der Schock für Carl Zeiss: Osazee Aghatise blieb auf dem Rasen liegen, musste minutenlang behandelt werden, Rettungsärzte kamen zu Beginn der zweiten Hälfte mit dem Hubschrauber, landeten neben dem Sportplatz Tempelwald.
Die Spieler schienen von dem Unglück beeindruckt, das Spiel bot kaum Offensivaktionen. So brauchte es einen Distanzschuss von Jannes Werner, der den Ball in den Winkel knallte (72.). Emeka Oduah (78.) und Maxime Hessel (80.) erhöhten noch für den Favoriten aus dem Paradies, der glanzlos, aber ohne Probleme ins Achtelfinale einzog.
Wie vor zwei Jahren: Erfurt mit einem halben Dutzend gegen Eichsfeld
Der FC Rot-Weiß Erfurt hat leicht und locker das Achtelfinale im Thüringenpokal erreicht. Der Regionalligist traf in der 2. Hauptrunde auf Thüringenligist 1. FC Eichsfeld, fand schnell seinen Rhythmus und gewann mit 6:0 (4:0). Bereits vor zwei Jahren standen sich beide Teams im Landespokal gegenüber und trennten sich mit demselben Ergebnis.
FCE-Oldie Pichinot muss verletzt runter
Die Eichsfelder hatten sich viel vorgenommen, gerieten aber auf dem Sportplatz Struth in Dingelstädt schnell auf die Verliererstraße. In der 13. Minute führten die Erfurter eine Ecke kurz aus. Benjika Caciel nahm Maß und die Kugel zappelte im Netz des Eichsfelder Tores. Pech dann für die Gastgeber auch in personeller Hinsicht, denn Oldie Nils Pichinot, der bereits beim Halleschen FC und dem FC Carl Zeiss Jena aktiv war, musste verletzt vom Feld. Für ihn kam Finn Oberthür. Zwölf Minuten nach der Führung erhöhte dann der Regionalligist durch Erfurts Wiederkehrer Romario Hajrulla auf 2:0.
Klare Sache für RWE zur Halbzeit
Vom Thüringenligisten war bis dato so gut wie nichts zu sehen, doch plötzlich eröffnete sich eine gute Chance per 20-Meter-Freistoß (32.). Jonas Fischer nahm sich der Sache an und zwang RWE- Torwart Jaden Rodtnick zu einer ordentlichen Parade. Mehr kam vom FCE in Hälfte eins nicht. Stattdessen traf Eichsfelds Jannis Zimmermann ins eigene Tor zum 0:3 (39.). Sejdo Durakov legte in der 43. Minute noch das 4:0 für Erfurt drauf. Wenn‘s dicke kommt, dann heftig. FCE-Schlussmann Normann Wohlfeld musste Sekunden vor dem Pausentee verletzt vom Feld und wurde durch Leon Wistuba ersetzt.
Erfurter lassen es locker ausklingen
Der neue Torwart der Gastgeber musste in der zweiten Hälfte vor 1.843 Zuschauern zweimal hinter sich greifen. In der 48. Minute markierte Hajrulla das 5:0, der zweite Treffer für den 26-jährigen Erfurter Mittelstürmer. Das 6:0 für die Rot-Weißen ließ nicht lange auf sich warten, nach Hajrulla-Vorlage netzte Philipp Aboagye (56.) ein. Danach schalteten die Erfurter ein paar Gänge runter und brachten das Ergebnis mühelos ins Ziel.
jar/jmd
Dieser Artikel ist nicht mehr kommentierbar.