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Der CDU-Landtagsabgeordnete Detlef Gürth (l) und sein Anwalt Philipp Gehrmann stehen im Gerichtsaal. Vor dem Amtsgericht Aschersleben muss sich Gürth erneut wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten.
AUDIO: Gürth vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen (1 Min)

Amtsgericht Aschersleben

Vorwurf der Volksverhetzung: Erneut Freispruch für CDU-Politiker Gürth

Stand: 24.02.2026 17:12 Uhr

Nach dem tödlichen Messerangriff von Wolmirstedt im Juni 2024 sorgte ein Internet-Post des CDU-Politikers Detlef Gürth bundesweit für Empörung. Nun ist der frühere Landtagspräsident auch in einem neu aufgerollten Prozess vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden.

von MDR SACHSEN-ANHALT

Der CDU-Landtagsabgeordnete Detlef Gürth ist vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen worden. Das Amtsgericht Aschersleben erklärte am Dienstag, Gürths Äußerung umfasse straffällige Afghanen; eine Aufstachelung zum Hass sei nicht erkennbar.

"Pack"-Post nach Messerangriff in Wolmirstedt

Auslöser war ein Beitrag auf der Plattform X nach dem tödlichen Messerangriff eines Afghanen in Wolmirstedt zur Fußball-EM 2024. Der CDU-Politiker hatte damals begrüßt, dass die Polizei den Angreifer aus Afghanistan erschossen hat. Das "Pack" müsse raus aus Deutschland.

Der Post wurde später gesperrt. Vor Gericht ging es um die Frage, ob sich "Pack" auf alle Afghanen oder nur auf Straftäter bezog.

Staatsanwaltschaft: Menschenwürde angegriffen

Detlef Gürth im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Gürth war von 2011 bis 2015 Landtagspräsident in Sachsen-Anhalt.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Amtsgericht Aschersleben vier Monate Bewährung gefordert. Sie warf Gürth vor, mit dem Post im Internet die Menschenwürde aller in Deutschland lebenden Afghaninnen und Afghanen angegriffen und das Klima gegen Menschen mit Migrationshintergrund angeheizt zu haben.

Gürth: "Emotionaler Ausdruck"

Gürth hatte zuvor gesagt, ihm sei es um eine Äußerung zu Straftätern gegangen, nicht um die pauschale Abwertung einer Volksgruppe. Seine Äußerung sei nicht klug, aber auch nicht berechnend gewesen. "Das war ein emotionaler Ausdruck", erklärte er. Auch die Innenministerkonferenz habe sich zu dieser Zeit damit befasst, ob ausländische Straftäter abgeschoben werden könnten.

Gürths Verteidiger, Philipp Gehrmann, bezeichnete den Post als "spontane Momententscheidung". Die Formulierung sei zugespitzt, aber von der Meinungsfreiheit gedeckt. Der Post sei ein scharfer und polemischer Meinungsbeitrag gewesen.

Verfahren mit Vorgeschichte

Das Amtsgericht Aschersleben hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft im November 2024 zunächst einen Strafbefehl über 18.000 Euro gegen Gürth verhängt. Gürth akzeptierte den Strafbefehl nicht, deshalb war es zur Hauptverhandlung gekommen. Dort war Gürth vor einem Jahr vom Amtsgericht Aschersleben freigesprochen worden.

Das Oberlandesgericht Naumburg hob das Urteil später jedoch auf, es bemängelte Lücken bei den getroffenen Feststellungen. Die erneute Verhandlung fand nun vor einer anderen Abteilung des Amtsgerichts Aschersleben statt.

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 Landtag: 37. Sitzungsperiode, 83. Landtagssitzung: Detlef Gürth
Tweet nach Messer-Attacke

Der CDU-Landtagsabgeordnete Gürth muss erneut vor Gericht. Es geht um einen Tweet – und den Verdacht der Volksverhetzung. Das Oberlandesgericht Naumburg hat einen Freispruch aufgehoben.

Detlef Gürth an einem Arbeitsplatz in seinem Büro 2023
Äußerung nach Messerstecherei

Wegen eines volksverhetzenden Beitrags soll der CDU-Landtagsabgeordnete Detlef Gürth 18.000 Euro Strafe zahlen. Dagegen wehrt er sich allerdings, der Fall wird nun wohl öffentlich verhandelt.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will, dass Menschen, die wegen Volksverhetzung verurteilt werden, nicht mehr bei Wahlen antreten dürfen. Das sorgt für Diskussionen in der Politik und bei Experten.

Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule Polizei sitzen zur Zeugnisausgabe im Ballhaus Aschersleben.
Fachhochschule

Einem Zeugen zufolge sollen bei einer Polizei-Party in Aschersleben rassistische Parolen gerufen worden sein – zum Lied "L'amour toujours". Konkrete Verdächtige gibt es bisher nicht.

dpa, MDR (Anja Höhne, Christoph Dziedo)

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