Neues Zelt zerstört
Schmierereien und Schäden: Circus Afrika kurz vor Saisonstart in Leipzig attackiert
Der Zirkus Afrika ist Ziel eines Angriffs geworden. Unbekannte haben laut Polizei das neue Zelt beschmiert und zerschnitten. Ein mögliches politisches Motiv steht aufgrund der Aufschriften im Raum. Der Zirkus steht seit Jahren wegen seiner Tierhaltung in der Diskussion. Direktor Renaldo Weisheit schildert MDR SACHSEN die Folgen des Angriffs. Am morgigen Saisonstart hält er fest.
Nur wenige Tage vor dem Saisonstart sorgt ein Angriff auf den Zirkus Afrika für Entsetzen beim Betreiber: Als Zirkus-Direktor Renaldo Weisheit am Dienstagmorgen seinen täglichen Rundgang über das Gelände machte, sah er sein neues Zirkuszelt und einen Wagen mit der Aufschrift "Tierschänder*innen" versehen. Auf dem Kassenhäuschen stand "Tierquäler*innen". Außerdem wurden Symbole der Antifa sowie die Zahlen "161" (steht für AFA - "antifaschistische Aktion") aufgesprüht.
Für Renaldo Weisheit ist das nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein emotionaler Schlag: "Das Zirkuszelt ist für uns wie ein Kirchturm unseres kleinen Zirkusdorfes. Und das ist beschädigt. Das ist für uns schlimm."
Zirkuszelt beschmiert und zerschnitten
Wie die Polizei auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, haben Unbekannte das Zirkuszelt mit roter Farbe besprüht sowie mit unbekannten Werkzeugen beschädigt. Auch der Kassenwagen sei beschmiert worden. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen Sachbeschädigung. Auch zur politischen Motivation werde ermittelt. Die genaue Schadenshöhe ist bislang noch unklar, hieß es weiter.
Betreiber: Schaden größer als gedacht
Die Folgen des Angriffs gehen laut Zirkusdirektor Weisheit über die sichtbaren Schmierereien hinaus. Die nun erfolgte Reinigung beschädige das Material zusätzlich: "Ein Zelt hat eine gewisse Imprägnierung", sagte er MDR SACHSEN am Dienstag.
Durch das aggressive Reinigen werde diese runtergewaschen. Der Sonnenschutz gehe verloren und die Plane werde schneller brüchig. "Dann kann man die Plane da, wo das aufgeschrieben ist, direkt in die Tonne kloppen", so Weisheit.
Zirkus jahrelang in der Kritik
Der Zirkus Afrika steht seit Jahren wegen seiner Tierhaltung in der Diskussion. Vor allem die frühere Haltung von Elefanten hatte Kritik von der Tierschutzorganisation Peta ausgelöst. Diese bemängelten unter anderem zu wenig Auslauf, Kettenhaltung und Verhaltensauffälligkeiten. 2022 gab der Zirkus die Elefantenhaltung auf.
Aktuell gehören zum Bestand laut Betreiber noch zwei Pferde, zwei Dromedare und zwei Zebras. Die Haltung sei inzwischen verbessert worden und vom Leipziger Veterinäramt abgenommen, berichtete Weisheit.
Saisonstart trotz Angriff
Trotz des Vorfalls will der Zirkus an seinen Plänen festhalten: Die Premiere ist weiterhin für den 1. Mai angesetzt. Bis zum 17. Mai sind weitere Gastspiele in Leipzig geplant. Parallel wolle der Zirkus nun die Sicherheitsmaßnahmen verstärken.
MDR (koh/lus/sme)