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Delfin

Meeresforschung

Lärm im Ozean behindert Delfine bei der Jagd

Stand: 30.11.2023 10:31 Uhr

Bei Lärm klappt's schlechter mit der Kommunikation. Das ist auch unter Wasser so. Dumm, wenn man als Delfin bei der Futtersuche zusammenarbeiten will und sich nicht verstehen kann weil der Mensch so viel Radau macht.

Wenn es laut ist in unserer Umgebung, reden wir lauter, schreien notfalls und gestikulieren mehr, damit wir von anderen verstanden werden. Das gleiche Verhalten zeigen auch Delfine. Das wurde im Rahmen einer Studie der Universität Bristol aufgezeigt, die untersucht hat, wie Delfine auf Lärm reagieren.

Lautere Rufe und mehr Körpersignale

Im Versuch mit zwei männlichen Delfinen in einer Versuchs-Lagune mussten die beiden Tiere zeitgleich Knöpfe drücken, die an gegenüberliegenden Seiten des Startpunktes angebracht waren. Dabei zeigte sich: Mit steigendem Unterwasser-Lärmpegel veränderten die Delfine ihr Verhalten, sie kommunizierten zum einen lauter und gaben sich außerdem mehr Signale mit dem Körper. Trotzdem klappte die Zusammenarbeit zwischen den Delfinen immer schlechter; die Erfolgsrate beim gleichzeitigen Drücken sank von 85 Prozent auf 62,5 Prozent.

Ganze Populationen gefährdet

Laut Studien-Erstautorin Pernille Sørensen zeigt sich damit deutlich, dass trotz der Lärmkompensations-Bemühungen der Delfine deren Zusammenarbeit gestört bleibt. Und was bedeutet das für Tiere in freier Wildbahn, die dem Lärm von Schiffen und anderen technischen Vorrichtungen im Meer ausgesetzt sind? Ko-Autorin Stephanie King zufolge kann sich der Unterwasser-Lärm auf die Gesundheit ganzer Populationen auswirken. Wenn nämlich die Kommunikation der Säugetiere zum Beispiel beim gemeinschaftlichen Nahrungssuchen gestört ist, sind sie auch weniger erfolgreich, was sich langfristig auf die Gesundheit der Population auswirkt. Sie fordert, dass noch viel mehr erforscht werden müsse, wie sich menschengemachter Lärm unter Wasser auf Tierpopulationen auswirkt.

In einer speziellen Lagune wurde getestet, wie Delfine auf Lärm reagieren.

lfw

Menschliche Pfeifsprachen könnten dabei helfen, die Kommunikation der Delfine zu entschlüsseln. Damit ließe sich einiges über die Tiere lernen – aber auch über uns selbst.

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