artour

Dokumentar-Film "Das grüne Wunder"

Große Käfer, rote Knotenameisen und Schillerfalter: Sie leben nicht etwa in exotischen Gefilden, sondern nebenan - im Wald. Sie teilen sich den Lebensraum mit Lebermoosen, Blattläusen, Rothirschen, Füchsen und Wildschweinen. Wir wissen kaum etwas über ihre Welt und es ist schwierig, wirklich einzudringen.

Der Film "Das grüne Wunder" zeigt in poetischen Bildern das Abenteuer Wald. Er erzählt die Geschichten seiner Bewohner und gibt uns eine ungewohnte, neue Perspektive auf die Natur vor unserer Haustür. Insgesamt sechs Jahre dauerten die Dreharbeiten, mit neuster Technik wurden zauberhafte Szenen festgehalten, die man sonst nicht mit bloßem Auge beobachten kann. "artour" stellt den packenden und informativen Film vor.

"artour"-Beitrag: Ulrike Reiß


John Cage - Ein Porträt

Der amerikanische Komponist und Schriftsteller John Cage im Juli 1990.
John Cage (1912-1992)

Der amerikanische Komponist John Cage gehört zu den wohl bedeutendsten Künstlern des 20 Jahrhunderts. Nicht nur als Pionier für Neue Musik. Der Schüler Arnold Schönbergs und praktizierende Buddhist gilt als einer der Väter des Happenings und als einer der ersten Performancekünstler überhaupt. Früh machte er durch Klangexperimente auf sich aufmerksam, in dem er leidenschaftlich Musik mit Tönen und Geräuschen mischte, ob aus der Großstadt, seiner Küche oder der freien Natur.

Auch spielte er auf einem Spielzeug - oder anderen präparierten Klavieren und komponierte per Zufallsprinzip indem er einen Würfel über Melodien und Stückaufbau entscheiden ließ. In einem Interview im Jahr 1988 sagte er: "Ich denke, alles in der Welt ist interessant. Es ist nur unser Bewusstsein, dass dazu tendiert die Möglichleiten einzuschränken. Das uns dazu zwingt, eine Sache der anderen vorzuziehen. Durch das Prinzip des Zufalls befreien wir uns von dem Zwang, das Beste aussuchen zu wollen. Damit sind unsere Möglichkeiten unbegrenzt." John Cage starb 1992 kurz vor seinem 80. Geburtstag in New York. Am 5. September wäre er 100 Jahre alt geworden. Ein "artour"-Porträt.

"artour"-Beitrag: Volker Insel


Zinnschatz im Erzgebirge?

Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf
Die frühere Zinnerzgrube in Ehrenfriedersdorf ist heute ein Besucherbergwerk.

Man spricht von "Lagerstätten von Weltklasse", "Silberschätzen" und dem neuen "Berggeschrey": Gerade wurden 50 Jahre alte Ergebnisse durch neue Analysen bestätigt: Es gibt Zinnvorkommen im Erzgebirge, sogar große Mengen. Und da die Rohstoffpreise weltweit gestiegen sind, lohnt es sich auch unter schwierigeren Bedingungen abzubauen. Während große Firmen schon in den Startlöchern stehen, um die Erzgebirger Schätze zu bergen, rumort es in der Bergbaugegend.

Schließlich macht Bergbau auch Dreck. Die Folgen für die Umwelt in der Region sind noch nicht vollends absehbar. Der beantragte Weltkulturerbe-Titel könnte in weite Ferne rücken. Zwar gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit, die durch die Wiederbelebung des Bergbaus abnehmen würde, aber auf der anderen Seite sieht mancher auch den Tourismus gefährdet, der sich in den letzten Jahren als Einnahmequelle etabliert hat. Die Goldgräberstimmung trifft auch auf andere reale Probleme: Bevor das Zinn gehoben werden kann, sind Millionen Investitionen nötig. Also stehen erstmal Rentabilitätsstudien an. Doch die Hoffnung mancher ist groß, dass der Freistaat - wenn das Zinn erstmal verkauft ist - bald um zweieinhalb Milliarden reicher ist. "artour" hat sich vor Ort erkundigt, welche Hoffnungen und Ängste damit verbunden sind, den Bergbau - für den die Region noch immer steht - wiederzubeleben. Und was es vielleicht bedeutet, aus der Bergmannstradition wieder Realität zu machen.

"artour"-Beitrag: Matthias Schmidt und Marcus Fitsch


Das Protestcamp des Dessauer Theaters

Mitarbeiter des Anhaltischen Theaters Dessau protestieren vor dem Kultusministerium in Magdeburg
Protestcamp vor dem Kultusministerium in Magdeburg

Budgetkürzungen. Sie sind der Albtraum aller Theaterschaffenden. Besonders die Mitarbeiter und das Ensemble des Dessauer Theaters hat eine überraschende neue Sparvorgabe über 200.000 Euro hart getroffen. Schließlich hatte man die letzten Jahre auf Gehaltserhöhungen verzichtet und bewusst gespart, wo es nur möglich war.

Die Schauspieler proben nun aus Protest kurzerhand öffentlich im Hof des Kultusministeriums in Magdeburg. Sie wollen zwei Tage bleiben und auch dort zelten. Der Kulturminister Stephan Dorgerloh sagte dazu in einem Interview "Dass Theater Theater macht, damit muss man rechnen." Er ist trotzdem der Ansicht, dass noch etwas mehr Sparen möglich ist. Das sieht der Dessauer Theater-Verwaltungschef Friedrich Meyer ganz anders. "artour" über die Folgen des Protestcamps und die Bedeutung weiterer Kürzungen für das Dessauer Theater.  

"artour"-Beitrag: Constanze Schneider

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2012, 10:35 Uhr

Angaben zum Film "Das grüne Wunder"

Das grüne Wunder - Unser Wald (2012),
Laufzeit 94 Minuten
Dokumentarfilm
Kinostart 13.09.2012
Regie: Jan Haft

Berggeschrey

Als Berggeschrey wird die schnelle Verbreitung der Nachricht von Erzfunden im Erzgebirge bezeichnet. 1168 wurde das erste Silber im Raum Freiberg entdeckt. Vergleichbar mit dem Goldrausch im 18. Jahrhundert in Nordamerika lockte das Berggeschrey im 12. Jahrhundert Bergleute, Händler und Handwerker ins Erzgebirge und begründete eine rasche Entwicklung der Region.

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