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Nachruf Ein Leben in Bildern

Er spielte den liebenswürdigen König oder den beängstigenden echten Nazi-General im Film "Mephisto", der schließlich den Oscar bekam: Rolf Hoppe. Er war ein DEFA-Urgestein. Am Mittwoch starb er im Alter von 87 Jahren.

Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
Geboren am 6. Dezember 1930 als Sohn eines Bäckermeisters in der heute thüringischen Stadt Ellrich musste Rolf Hoppe schon frühzeitig seinen Vater vertreten. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er seine Stelle in der Backstube ein. Erst nach der Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft widmete sich Hoppe den Künsten. So gehörte er 1946 zu den Gründern des Laientheaters Ellrich, wo sich Hoppe als Komödiant entpuppte. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
Rolf Hoppe als Friedrich Wieck, 2010
Geboren am 6. Dezember 1930 als Sohn eines Bäckermeisters in der heute thüringischen Stadt Ellrich musste Rolf Hoppe schon frühzeitig seinen Vater vertreten. Während des Zweiten Weltkrieges nahm er seine Stelle in der Backstube ein. Erst nach der Rückkehr des Vaters aus der Gefangenschaft widmete sich Hoppe den Künsten. So gehörte er 1946 zu den Gründern des Laientheaters Ellrich, wo sich Hoppe als Komödiant entpuppte. Bildrechte: MDR/Marco Prosch
v.l.n.r.: Herbert Köfer (Heinrich), Horst Papke (Roderich), Rolf Hoppe (Siegfried), Horst Kube (Wolfgang)
Hoppe war vielseitig. Mitte der 1960er-Jahre avancierte er zu einem gefragten Darsteller der DDR-Filmgesellschaft DEFA. Das Bild zeigt Hoppe (zweiter von rechts) hier in der Filmkomödie "Frau Venus und ihr Teufel" von 1967. Links im Bild ist Schauspieler Herbert Köfer zu sehen. Bildrechte: MDR/PROGRESS/Damm, Jaeger
Rolf Hoppe als König in Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Im Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gab Hoppe einen liebenswürdigen und fürsorglichen König. Den riesigen Erfolg des Films führte der Schauspieler übrigens auf Geldmangel zurück. Ursprünglich waren die Dreharbeiten im Sommer geplant, doch musste sie auf den Winter verschoben werden. Durch die Winterlandschaft Böhmens sei eine zauberhafte Poesie entstanden, sagte Hoppe einmal. Bildrechte: MDR/WDR/Degeto
Der Schauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer, r.) fühlt sich durch die Aufmerksamkeit des Generals (Rolf Hoppe) und dessen Freundin Lotte Lindenthal (Christine Harbort) geschmeichelt.
International bekannt wurde Hoppe 1981 durch seine Rolle als Nazi-General im Film "Mephisto“ - neben Klaus-Maria Brandauer. Bildrechte: MDR/Cine aktuell
Rolf Hoppe: Mein Bruder, der Clown
Hoppe sagte einmal über sich, im Herzen sei er ein Clown, der aus der Sicht eines naiven Kindes für die Menschen nach dem Lachen suche. Angst vor dem Tod habe er nicht. Der gehöre zum Leben dazu. Und wer weiß, so Hoppe, vielleicht sei er das Schönste, das immer am Schluss komme.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in Brisant, 02.02.2017, 17.15 Uhr.)
Bildrechte: DRA
Der Schauspieler Rolf Hoppe
Später studierte Hoppe in Erfurt Schauspielkunst, doch fast wäre aus seiner Karriere nichts geworden. 1950 musste er wegen einer Stimmlippenlähmung das Schauspielern zunächst auf Eis legen. Doch gesundete seine Stimme wieder und Hoppe konnte Theater-Engagements in Halle, Greifswald, Leipzig, Gera übernehmen. 1961 ging er zum Dresdner Staatsschauspiel, das zwei Jahrzehnte lang seine künstlerische Heimstätte bleiben sollte. Bildrechte: DRA
Der deutsche Schauspieler Rolf Hoppe
Hoppe spielte in zahlreiche Hauptrollen, glänzte aber ebenso mit prägnanten Gestaltungen von Nebencharakteren. Oft verkörperte er den Bösewicht, doch Hoppe ließ sich nicht auf einen Rollentyp festlegen. Er spielte auch immer wieder den Guten - beispielsweise in Kinderfilmen und Märchen. Bildrechte: dpa
Rolf Hoppe im Film Mephisto
in der ungarisch-westdeutschen Coproduktion vereinte Hoppe Blendung und Grauen des Faschismus in einem. Der Streifen bekam 1982 den Oscar in der Kategorie bester ausländischer Film. Hoppe aber fuhr nicht zur Preisverleihung nach Hollywood, worüber er sich Jahre später noch ärgerte. Bildrechte: imago/United Archives
Rolf Hoppe
Hoppe, der sich vor seiner Schauspielerkarriere als Tierpfleger im Zirkus verdiente, war ein Pferdenarr. Reitszenen waren ein leichtes für ihn. Die musste er in mehreren DEFA-Indianerfilmen absolvieren, wo Hoppe den bösen Widerpart von Gojko Mitić spielte. Bildrechte: imago/teutopress
Der Schauspieler Jan Josef Liefers (l) überreicht am 08.02.2015 in Berlin im Rahmen der 65. Internationalen Filmfestspiele bei der "Paula"-Preisverleihung den Filmpreis an Rolf Hoppe.
Nach der Wende blieb der Schauspieler gut im Geschäft. So spielte Hoppe beispielsweise einen herrlich depperten Alt-Nazi in "Schtonk!" (1992) oder einen verschmitzt-altersweisen Rabbi in "Alles auf Zucker!" (2004). Bei der Berlinale erhielt Hoppe (hier im Bild mit Schauspielkollegen Jan Josef Liefers) im Februar 2015 den Paula-Filmpreis - wegen seiner Verdienste um den gesamtdeutschen Film. Bildrechte: dpa
MDR Hörspielproduktion "Die Affäre Winckelmann" - im Bild: Rolf Hoppe (Kardinal)
Hoppe verdiente sich sein Brot auch immer wieder mit Hörspielproduktionen. Das Bild entstand bei Aufnahmen zur MDR-Hörspielproduktion "Die Affäre Winckelmann". Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Schauspieler Rolf Hoppe und Ehefrau Friederike
Privat - hier mit seiner Ehefrau Friederike - kaufte sich Hoppe vor Jahren in Dresden-Weißig einen alten Bauernhof, wo er "Hoftheater" macht. Dort las der Schauspieler regelmäßig Geistergeschichten oder Märchen. Bildrechte: dpa
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