Chor im Kinderfernsehen MDR KINDERCHOR-Nachwuchs singt Titelmusik für KiKA-Sendung

"ENE MENE BU - und dran bist Du!". Das ist der Refrain, den KiKA-Zuschauer schon seit 2012 kennen. Es ist der Opener zum Grimme-Preis-prämierten KiKA-Kreativformat ENE MENE BU. "Der Song soll jetzt mit Kindern eingesungen werden. Da hat es sich angeboten, mit dem MDR KINDERCHOR zusammenzuarbeiten", sagt KiKA-Redakteurin Diana Jung. Jannis Kaffka von der Hamburger Popband "Phrasenmäher" hat Text und Musik geschrieben.

Nachwuchschor 1 des MDR KINDERCHORES bei der Produktion der Titelmelodie von ENE MENE BU (KiKA) mit Chorleiter Ulrich Kaiser
Bildrechte: MDR/Stephan Witschas
Sendezeiten ENE MENE BU (KiKA)
Montag - Freitag 06:55 Uhr
Samstag 09:45 Uhr

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Produktionsvorbesprechung

Im Tonstudio im Uniriesen am Leipziger Augustusplatz haben die Tontechniker und Ingenieure um Robert Baldowski die Rechner hochgefahren. Es ist 14 Uhr. Die LEDs am überdimensional großen Mischpult leuchten. Auf Bildschirmen zeigen Kameras das Geschehen im Chorprobensaal im zwei Etagen tiefer liegenden Erdgeschoss von MDR KLASSIK. Dort ist noch niemand zu sehen. Es geht trotzdem los: Produktionsvorbesprechung. Jannis Kaffka sitzt auf dem Platz des Tonmeisters vor einem doppelseitigen, A3-großen, bedruckten Notenblatt - KiKA-Redakteurin Diana Jung dahinter. Der Leiter des MDR KINDERCHORES, Ulrich Kaiser, kommt dazu. Jannis wünscht sich: "Das Stück soll lebendig klingen und muss nicht superglatt sein". Ulrich Kaiser stimmt dem Hamburger zu: "Es kann charmant sein, wenn nicht alles perfekt ist." Die beiden werden sich relativ schnell einig. Jannis möchte noch kurz wissen: "Wie viele Kinder singen heute ungefähr?" Ulrich Kaiser: "Ungefähr 37 müssten es sein - wenn niemand krank geworden ist."

Frida Bartsch (8) vom Nachwuchschor 1 des MDR KINDERCHORES beim Singen
Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Ich schaue fast jeden Tag KiKA - am liebsten 'Tashi'. Es macht Spaß, für ENE MENE BU singen zu dürfen. Aber es wäre doof, wenn wir im Fernsehen hören, dass wir uns versungen haben. In meiner Freizeit spiele ich noch Geige und singe. Basketball mag ich auch.

Frida Bartsch (8) MDR KINDERCHOR - Nachwuchschor 1

Und Action!

Der Kinderchorleiter muss weiter. Unten im Chorprobensaal warten Elisa Krannich und Laura Wasserek vom KiKA-Online-Team mit zwei Kameras auf ihn. Sie drehen als VJs eine kleine Dokumentation der Produktion und wollen vom Kinderchor-Leiter wissen, welche Herausforderungen es für die Kinder bei dem Stück gibt. Kaiser muss nicht lange überlegen: "Bei dem Lied hatten wir als Chor die Nuss zu knacken, dass in kurzer Zeit sehr viel Text zu singen ist. Da bleibt bei den Jüngeren manchmal die Zunge hängen. Aber wir haben das ganz gut geschafft." Mit den Jüngeren meint Ulrich Kaiser den Nachwuchschor 1. Das ist einer von insgesamt vier Ausbildungschören, den Kinder in der Chorausbildung des MDR durchlaufen können, um später im Konzertchor mitsingen zu dürfen. Die Kinder des Nachwuchschores 1 gehen alle in die erste bis dritte Klasse. "Für sie ist es ein großes Glück, hier dabei sein zu können. Denn sie haben noch nicht so viele Fernseh- oder Radioproduktionen miterlebt", sagt Ulrich Kaiser in die Kameras von Elisa und Laura und lobt die gute Vorplanung mit den KiKA Kollegen, die es ermöglicht habe, "dieses besondere Projekt bestmöglich mit den Kindern vorzubereiten."

Lorenzo Vitagliano (8) (r.) vom Nachwuchschor 1 des MDR KINDERCHORES.
Lorenzo Vitagliano (8), rechts im Bild: "Ich finde es schon cool, Freunden erzählen zu können, dass ich fürs Fernsehen gesungen habe." Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Bitte Ruhe, Aufnahme!

Die Kinder können es kaum noch erwarten. Sie sind gerade aus der Schule gekommen und warten trapsend, kichernd und schnatternd vorm Chorprobensaal. Mit dabei sind auch Frida Bartsch (8) und Lorenzo Vitagliano (8). Frida ist großer KiKA-Fan und mag "Tashi", den Abenteurer, besonders. Lorenzo hat "Ritter Rost" lieber auf dem Fernseher. Beide würden ENE MENE BU gerne sehen, wenn es abends im Fernsehen liefe, erzählen sie. Sie wollen auf jeden Fall irgendwann hören, wie es klingt, als Chor im Fernsehen zu hören zu sein. "Ich finde es schon cool, Freunden erzählen zu können, dass ich fürs Fernsehen gesungen habe", sagt Lorenzo. Frida sagt: "Es wäre aber doof, wenn wir im Fernsehen hören, dass wir uns versungen haben." Fridas Ängste werden schnell genommen.

Vom Schweigelied in die Fantasiewelt

KiKA-Dreh beim MDR KINDERCHOR (Nachwuchschor 1) mit Ulrich Kaiser
Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Ulrich Kaiser holt die Kinder nach ihrem Schultag mit dem "Schweigelied" erstmal runter. Es herrscht absolute Stille um 15 Uhr - kurz bevor die Aufnahmen beginnen. Die Kinder hocken auf dem Boden des Chorprobensaales und Kaiser stimmt sie auf die Produktion ein: "Wir werden einige Stellen ganz oft singen müssen. Das darf uns nicht stören, denn es muss ja am Ende toll klingen." Die Kinder nicken. "Wir müssen also ganz geduldig sein." Bald darauf geht es los. Die Kinder singen sich ein. "Ich mache Boote aus Papier. Ich knote rote Knete hier mal eben schnell an helle Schnur geradeaus bis auf den Flur…" Jannis gibt über das Mikrofon in der Regie das Zeichen an den KINDERCHOR-Nachwuchs, dass es losgehen kann. Eine Melodika beginnt zu spielen, die Kinder hören sie über die Monitor-Boxen, die direkt hinter den sechs Chormikrofonen aufgestellt sind. Der Text sitzt sicher. Jannis und Ulrich Kaiser motivieren im Wechsel die Kinder dabei, Spannung in der Stimme zu halten – noch ein bisschen präziser zu singen. Das klappt gut - kurz vor der Pause ist der erste Refrain eingesungen: "ENE MENE BU - und dran bist Du!" Frida ist zufrieden und sagt: "Wir haben schon fast die Hälfte geschafft und es macht richtig Spaß."

Elisa Krannich (Kamera) und Laura Wasserek (knieend) interviewen für den KiKA Kinder am Rande der Produktion des Titelsongs für ENE MENE BU
Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Zufriedenes Team

Es ist 17 Uhr, die Aufnahmen sind im Kasten. Oben in der Regie blicken Redakteurin Diana und Jannis Kaffka Robert Baldowski, dem Toningenieur, über die Schultern. Er lässt die ersten zusammengeschnittenen Ergebnisse über die großen Monitorboxen im Studio laufen. Allen ist die Zufriedenheit über die Produktion ins Gesicht geschrieben. Es ist digitale Bastelarbeit, die jetzt noch bevorsteht. Dann kann die neue Titelmelodie ab Juni im Fernsehen laufen. Bastelei, das verbindet die Techniker im Studio mit ENE MENE BU. Denn in dem Fernsehformat werden Vorschulkinder dabei gezeigt, wie sie beispielsweise Bilderrahmen selbst entstehen lassen oder Computer bauen - mit viel Fantasie. Dafür bekam das KiKA-Team in diesem Jahr den Grimme-Preis verliehen. „Die Sendung ist […] ein Vorbild für das Kinderfernsehen insgesamt, sie ruft dazu auf, ihre Zielgruppe in ihren Fähigkeiten ernst zu nehmen und durch Wertschätzung im aktiven Handeln zu bestärken: ENE MENE BU und dran bist Du!“, begründete die Jury aus Marl.

Toningenieur Robert Baldowski (l.) mit Laura Wasserek (KiKA-Online-Team) und Jannis Kaffka (Phrasenmäher) bei der Produktion der Titelmelodie von ENE MENE BU (KiKA)
Toningenieur Robert Baldowski (l.) mit Laura Wasserek (KiKA-Online-Team) und Jannis Kaffka (Phrasenmäher) bei der Produktion der Titelmelodie von ENE MENE BU für den KiKA im MDR-Tonstudio am Leipziger Augustusplatz. Bildrechte: MDR/Stephan Witschas

Zuletzt aktualisiert: 07. Juli 2017, 15:01 Uhr