MDR KINDERCHOR Probe mit Ulrich Kaiser
Bildrechte: MDR/ Stephan Witschas

Ein Blick hinter die Kulissen ...

Zu Besuch im Probensaal: Die kleinen Sänger des MDR KINDERCHORES sitzen kerzengerade auf ihren Stühlen. In den Händen halten sie dünne Hefte, in denen jede Menge Noten stehen. Ab und zu schauen sie hoch und verfolgen die Handbewegungen ihres Chorleiters. Ulrich Kaiser zeigt nämlich an, in welchem Tempo und in welcher Lautstärke sie singen sollen.

MDR KINDERCHOR Probe mit Ulrich Kaiser
Bildrechte: MDR/ Stephan Witschas

Lischa (12 Jahre), Alex (16 Jahre), Luise (11 Jahre) und Jonas (13 Jahre) und die anderen Kinder kommen zweimal pro Woche zur Kinderchorprobe an den Leipziger Augustusplatz. Im Probensaal des MDR üben sie alle Stücke, die später im Konzert erklingen. "Bei mir ist es meistens so, dass ich vor der Probe gar keine richtige Lust habe", sagt Luise. Schließlich gehe sie zur Schule, und je älter man werde, desto anstrengender werde sie. "Aber dann macht die Probe meistens so viel Spaß, dass ich den ganzen Alltagsstress vergesse."

Bevor es mit der Probe richtig losgeht, müssen sich die Kinder erst einmal einsingen. "Wir machen dann immer so lustige Übungen", verrät Lischa. Die flatternden Lippen zum Beispiel … brrrr … oder das rollende R … rrrrr … Für die meisten Kinder sind die sogenannten Einsingübungen am Anfang ziemlich merkwürdig, doch mit der Zeit gewöhnen sie sich daran. Die Übungen sind nämlich wichtig, damit die Stimme warm wird und man sich in der Probe besser konzentrieren kann, erklärt Ulrich Kaiser.

Auch ein schiefer Ton gehört dazu

MDR KINDERCHOR Probe mit Ulrich Kaiser
Bildrechte: MDR/ Stephan Witschas

Wie probt der MDR KINDERCHOR? Was genau macht Chorleiter Ulrich Kaiser? Und was passiert, wenn ein Kind Schluckauf hat? Katharina Höhne hat für Euch hinter die Kulissen geschaut.

MDR FIGARO Mi 24.04.2013 11:23Uhr 05:48 min

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"Nach dem Einsingen arbeiten wir die Stücke noch einmal durch", erklärt Luise. "Wir singen sie einfach noch einmal durch und Herr Kaiser stoppt dann, wenn es ihm noch nicht so gut gefallen hat und dann singen wir die Stelle noch mal." Wie ein Apfel, der mehrere Monate am Baum hängt, bis er reif für die Ernte ist, muss auch ein Lied sehr lange geübt werden, bis es richtig gut klingt. Davor kann es schon mal passieren, dass der eine oder andere Ton etwas schief klingt.

"Aber das findet Herr Kaiser auch nicht schlimm", schiebt Luise schnell hinterher. "Er sagt dann immer: Hauptsache irgendwas singen. Aber es ist wichtig, dass wir den Rhythmus halten und zu ihm nach vorne schauen." "Es kann nämlich sein", ergänzt Lischa, "dass wenn ein Ton länger ausgehalten wird und wir gucken weg - oder noch schlimmer, wenn der Ton kürzer ist, und du singst zu lang, das hört man ja! Deswegen sollte man Blickkontakt zu ihm haben, er macht dann immer so ein Zeichen, dass man gut sieht, dass es aufhört."

Lachen ist gesund und tut gut

Mittlerweile sitzen die meisten Kinder mit roten Wangen in der Kinderchorprobe. Aber nicht nur vom vielen Singen sondern auch vom Lachen. "Es kommt auch schon vor, dass jemand in der Probe etwas erzählt und man dann mitten in einen Lachflash gerät", erzählt Alex. "Das ist leider nicht so praktisch, wenn alle anderen singen, und du dann ganz laut lachst."

Jungen des MDR KINDERCHORES bei der Probe.
Bildrechte: MDR/Christiane Höhne

Trotzdem tut lachen gut und ist manchmal besser als jede Verschnaufpause findet Kinderchorchef Ulrich Kaiser. "Es gibt in jeder Chorarbeit immer mal wieder Situationen, die urkomisch sind", erzählt er. "Manche sind sogar so lustig sind, dass man sogar im Konzert darüber schmunzeln muss, also wenn man einen Einsatz gibt und dann bekommt jemand Schluckauf … das kann schon sein, dass man sich dann ganz schön beherrschen muss, um nicht los zu prusten, aber im Konzert ist es quasi schon leichter, als dass die Spannung sowieso schon ziemlich groß ist und dann hat man die Selbstbeherrschung schon im Gepäck."

Singen - das beste Rezept gegen Lampenfieber

Kinder des MDR KINDERCHORES singen
Bildrechte: MDR/Andreas Lander

Nur mit dem Lampenfieber ist es anders. Obwohl die meisten Kinder des MDR KINDERCHORES mittlerweile echte Profis auf der Bühne sind - schließlich haben sie schon in vielen verschiedenen Städten und sogar Ländern gesungen - bringt sie das immer wieder ins Schwitzen.

"Wenn man auf der Bühne steht ist immer eine gewisse Aufregung dabei", sagt Jonas. "Aber allein zu singen ist eine deutlich größere Aufregung als im Chor. Denn wenn man im Chor rauskommt, hat man immer noch einen, der neben einem weiter singt. "Also das Lampenfieber kann man auch durch das Singen wegbekommen", ergänzt Luise. "Denn wenn ich singe, ist das ja schön."

Zuletzt aktualisiert: 20. Dezember 2016, 12:40 Uhr