Ein junger Mann schaut in die Kamera.
"Mit siebzehn" - Corentin Fila spielt den 17-jährigen Thomas Bildrechte: koolfilm, Luc Roux

Filmstart: "Mit siebzehn" "Eine lebendige Coming-Out-Geschichte"

von Knut Elstermann

Ein junger Mann schaut in die Kamera.
"Mit siebzehn" - Corentin Fila spielt den 17-jährigen Thomas Bildrechte: koolfilm, Luc Roux

Bei der Berlinale im vergangenen Jahr wurde das jugendfrische Werk des französischen Regie-Altmeisters André Téchiné leider übersehen, jetzt kann der wunderbare Film endlich im Kino entdeckt werden. Am Drehbuch hat die sehr viel jüngere Kollegin Céline Sciamma ("Mein Leben als Zucchini", "Water Lillies") mitgearbeitet, so entstand eine Geschichte, die buchstäblich Generationen überschreitet.

Téchiné erzählt mit fast impressionistischer Leichtigkeit von den tiefen Umbrüchen der Jugend, von Erfahrungen, die ein ganzes Leben prägen werden. In einem schönen, aber abgelegenen Bergdorf liefern sich die heranwachsenden Jungen Damien (Kacey Mottet Klein) und sein farbiger Mitschüler Thomas (Corentin Fila), ein Adoptivkind aus dem Maghreb, heftige Schlachten. Doch hinter den Demütigungen ist immer die große erotische Anziehung zu spüren. Genau, fast beiläufig natürlich und sehr einfühlsam beobachtet Téchiné das Aufwachsen in verschiedenen sozialen Milieus, erkundet die beiden Familien und schildert eine lebendige Coming-Out-Geschichte, in der beide jungen Darsteller durch ihre Sensibilität faszinieren.

Genre: Drama  
Regie: André Téchiné  
Darsteller: Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Corentin Fila u.a.  
Im dt. Kino ab: 16.03.2017  
Produktionsland: Frankreich  
Bewertung: ★ ★ ★ ★ ☆ (4 von 5 Sternen)  

Über die Filme der Woche berichtet MDR KULTUR auch im: Radio | 16.03.2017 | 07:40 Uhr

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